Laser-WM
Königs-Comeback: Scheidt ist zurück

Acht Jahre nach seinem letzten Triumph im Laser steht Robert Scheidt im Oman vor dem WM-Comeback. Einer seiner Jäger ist Philipp Buhl

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.11.2013

Mark Lloyd/Oman Sail Schon acht Mal gekrönt und nach achtjähriger Pause auf der Jagd nach WM-Titel Nummer neun: Robert Scheidt

Er ist zurück und will es acht Jahre nach seinem letzten WM-Triumph und insgesamt acht gewonnenen Laser-Weltmeisterschaften noch einmal wissen: Der brasilianische Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt zählt zu den Favoriten bei der Laser-Weltmeisterschaft im Oman, die am Sonntag mit den ersten beiden Rennen beginnt.

Im Alter von 40 Jahren will der legendäre Laser-Segler ausloten, ob er in drei Jahren den großen Traum vom Olympiasieg im brasilianischen Heimatrevier realisieren kann. "Wenn mein Körper mitmacht, würde ich gern zu Hause um Olympiagold kämpfen", sagte der älteste WM-Teilnehmer am Tag vor den ersten beiden WM-Wettfahrten. Den ersten großen Schritt will Scheidt im Oman machen.

Mark Lloyd/Oman Sail Perfekte Segelbedingungen im November im Oman: Erste Bilder vom letzten Trainingsrennen vor dem WM-Start am Sonntag

Unter den 130 Startern aus 51 Nationen ist der erfolgreichste Laser-Segler der Sportgeschichte auch der prominenteste und der erfahrenste, obwohl er nach dem Laser-WM-Sieg 2003 ins Starboot gewechselt war und erst im vergangenen Jahr nach dessen Olympia-Aus in seine Lieblingsklasse Laser zurückkehrte. "Ich fühle mich auf natürliche Weise mit dem Laser verbunden", erklärt Scheidt seine herausragenden Erfolge in der Vergangenheit. Ob er sie wiederholen kann? Scheidt beantwortete die Frage vom dem ersten Startschuss mit der ihm eigenen Bescheidenheit: "Ich fühle mich gut und fit. Ich glaube, es ist das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass ich nicht als der Top-Favorit starte. Das ist ein gutes Gefühl. Den Rest werden wir sehen."

Scheidt selbst zählt den kroatischen Olympia-Vierten Tonci Stipanovic und den australischen Weltranglisten-Ersten Tom Burton zu seinen größten Rivalen, traut aber auch dem Sonthofener Europameister Philipp Buhl einiges zu: "Die Neuseeländer, die Schweden und auch der zweite Brasilianer sind sehr gut. Und Philipp gehört klar in diese Gruppe. Er hat das Potenzial, bei dieser Regatta sehr gut abzuschneiden."

Mark Lloyd/Oman Sail Die Schützlinge von Bundestrainer Thomas Piesker (l.) wollen am Sonntag angreifen: Philipp Buhl, Nils Herrmann und Tobias Schadewaldt (r.)

Die 39. Laser-Weltmeisterschaft startet am Sonntagmittag mit den ersten beiden Rennen für beide Gruppen. Am Start sind 130 Segler aus 51 Nationen. Gesegelt werden sieben Tage lang jeweils zwei Wettfahrten. Ab dem zehnten Rennen können zwei Ergebnisse gestrichen werden. Der neue Laser-Weltmeister wird am 23. November gekrönt.

tati Die YACHT berichtet von der deutschen Laser-Equipe im Oman: Bundestrainer Thomas Biester, Philipp Buhl, Nils Herrmann, Tobias Schadewaldt (v. l. n. r.)

Unter deutscher Flagge starten Philipp Buhl, Tobias Schadewaldt aus Kiel und Nils Herrmann aus Berlin. Buhl sagte vor dem Start: "Mein Minimalziel ist ein Platz in den Top Ten; noch besser wären die Top 6. Vielleicht ist sogar noch mehr drin." Tobias Schadewaldt will nach kurzem, aber intensiven Training seine Laser-Form überprüfen. Bei der WM 2011 hatte der Olympia-Elfte im 49er noch einen elften Platz erkämpft. Ende dieses Jahres steht für Schadewaldt die Entscheidung an, ob er seine olympische Karriere mit Hannes Baumann im 49er fortsetzt, ob er möglicherweise zurückkehrt in den Laser oder gar in die neue Mixed-Disziplin Nacra wechselt. Das deutsche Trio von Bundestrainer Thomas Piesker hat sieben Tage lang im WM-Revier trainiert. Mit den Laser-Titelkämpfen findet erstmals eine Segel-Weltmeisterschaft im Sultanat Oman statt.


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Themen: Laser-WeltmeisterschaftOmanPhilipp BuhlRobert ScheidtThomas PieskerTobias Schadewaldt

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