Regatta-News
König Vendée, Vincent der Erste

Vincent Riou gewinnt die schwerste Einhand-Regatta der Welt

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 03.02.2005

Vendée Globe Am Ziel seiner Träume: Vincent Riou feiert sich und seine "PRB"

Gestern Nacht um 23.49 Uhr Ortszeit überquerte der Franzose Vincent Riou nach 87 Tagen, 10 Stunden, 47 Minuten und 55 Sekunden und rund 24.000 gesegelten Meilen mit seiner "PRB" als Erster die Ziellinie der Vendée Globe. Der Zweitplatzierte Jean Le Cam ("Bonduelle") erreichte Les Sables d'Olonne 6 Stunden und 32 Minuten später.

Riou war somit 5 Tage, 17 Stunden, 9 Minuten und 37 Sekunden schneller als der bisherige Monohull-Einhand-Rekord, den Michel Desjoyeaux bei der letzten Vendée aufgestellt hatte. Übrigens mit ebendieser "PRB", die Riou nun erneut zum Sieg segelte, wenngleich reichlich modifiziert. Die Durchschnittsgeschwindigkeit für Skipper und Schiff wird mit 11,28 Knoten in den Vendée-Büchern notiert werden.

Die letzten Stunden nagelte der siegessichere Riou mit seiner "PRB" unter Spinnaker auf die Ziellinie zu, damit er trotz einsetzenden Niedrigwassers den Kanal zum Hafen des französischen Fischerstädtchens Les Sables d'Olonne mit seinem 4,50 Meter tief gehenden Open 60 noch durchfahren konnte. Und genauso wie er alle Hürden auf dem Weg zu seinem großartigen Sieg bei der schwersten Einhandregatta der Welt meisterte, so erfüllte er sich auch diesen Wunsch.

J. Vapillon Vendée Globe Endspurt zum Kanal. Riou nagelt unter Gennaker Richtung Les Sables d'Olonne

Letztlich hat mit Vincent Riou derjenige Segler das Rennen gewonnen, der sich die wenigsten Fehler auf der 24.000 Seemeilen langen Route um den Globus erlaubte. Denn sowohl Jean Le Cam, der nach Kap Hoorn in eine Flaute fuhr und seine Führung einbüßte, als auch Mike Golding, der schon am St.-Helena-Hoch auf dem Weg nach Süden falsch abbog und sich beim Aufstieg durch den Südatlantik noch einmal eine "Zeitstrafe" einhandelte, weil er nach Bruch nicht sofort ein stabileres Großfall einzog, leisteten sich die dickeren Patzer.

Trotz aller Fehler: Noch nie ist eine Vendée so spannend gewesen wie diese fünfte Auflage. Dass die beiden ersten Boote binnen sechs Stunden das Ziel erreichten, zeigt auch, wie kompromisslos heute ein solches Rennen angegangen wird. Nicht nur, dass die Boote weiterentwickelt wurden, auch die Skipper gehen an die Grenzen des Menschenmöglichen betreffend Schlafmanagement und Fitness.

Der Drittplatzierte Mike Golding wird mit seiner "Ecover" aller Voraussicht nach heute Abend gegen 19 Uhr das Ziel in Les Sables erreichen. Mehr als 800 weitere Seemeilen zurück folgen der Schweizer Dominique Wavre mit seiner "Temenos" und Sébastien Josse mit "VMI".

Ranking am Donnerstagmittag:

1. PRB, Vincent Riou: 87:10:47:55 Tage
2. Bonduelle, Jean Le Cam: 87:17:20:8
3. Ecover, Mike Golding, Seemeilen zum Ziel (SzZ): 79,7
4. Temenos, Dominique Wavre. SzZ: 887,9
5. VMI, Sébastien Josse, SzZ: 896,2
6. Virbac-Paprec, Jean-Pierre Dick, SzZ: 2.226,9
7. Arcelor Dunkerque, Joé Seeten, SzZ: 3.007,4
8. Hellomoto, Conrad Humphreys, SzZ: 3.042,5
9. Ocean Planet, Bruce Schwab, SzZ: 3.792,2
10. Max Havelaar/Best Western, Benoît Parnaudeau, SzZ: 4.503,3
11. Roxy, Anne Liarde, SzZ: 5.388,6
12. Akena Vérandas, Raphaël Dinelli, SzZ: 5.782,1
13. Benefic, Karen Leibovici, SzZ: 6.042,8
abd: Hugo Boss, Alex Thomson
abd: Pro-Form, Marc Thiercelin
abd: Sill & Veolia, Roland Jourdain
abd: VM Matériaux, Patrice Carpentier
abd: Skandia, Nick Moloney
abd: UUDS, Hervé Laurent
abd: brother, Norbert Sedlacek


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