Regatta-News
König geschlagen

Bei der ersten Etappe der neuen Transpac-52-Serie musste sich nicht nur König Juan Carlos, sondern auch Russell Coutts geschlagen geben

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 06.06.2005

Die zurzeit angesagteste Bigboat-Klasse Transpac 52 feierte eine erfolgreiche Regatta-Premiere im Mittelmeer. Beim Medcup vor Punta Ala in Italien gingen sieben neue Yachten mit zahlreichen Weltklasseprofis an den Start.

So steuerten Russell Coutts, Paul Cayard, Vasco Vascotto und Tomaso Chieffi. Auch der spanische König Juan Carlos, der mit seiner Unterstützung der Klasse maßgeblich zu ihrer Einführung in die sehr aktive Mittelmeerszene beigetragen hat, übernahm das Rad einer TP52. Er musste sich allerdings mit Platz fünf zufrieden geben, lag damit aber immerhin in der Endabrechnung einen Rang vor dem kaltgestellten America’s-Cup-Gewinner Russell Coutts.

Coutts, der mit Starboot-Olympiasieger Mark Reynolds, Profi Peter Isler und seiner dänischen Match-Race-Crew um Jes Gram Hansen eigentlich ein überaus schlagkräftiges Team zusammengestellt hatte, kam mit „Quantum-Lexus“ erst gegen Ende der Serie in Fahrt. Nach zwei letzten Plätzen konnte er immerhin die siebte von neun Wettfahrten gewinnen. Insgesamt lief es aber für den Meister nicht besonders gut, nachdem er schon am Wochenende zuvor seine Décision-35-Katamaran-Premiere auf dem Genfer See als Letzter beendet hatte.

Aber dieses Ergebnis zeigt die hohe Qualität in der neuen Klasse, die auf Zeitverrechnungs-Systeme verzichtet. Die Transpac52 werden im Rahmen einer so genannten Box Rule, wie sie auch bei den America’s-Cuppern oder Volvo-Ocean-Racern existiert, gezeichnet. Die besten Designer der Welt engagieren sich inzwischen in der Klasse. Die extrem schnellen Schiffe segeln vergütungsfrei gegeneinander und bestreiten bei den fünf Serien des Medcups eine Mischung aus Lang- , Mittel- und Kurz-Wettfahrten.

Dass es funktioniert, zeigen die wechselnden Ergebnisse der sieben Boote vor Punta Ala. Selbst die spanischen Gesamtsieger um Roberto Bermudez und Vicente Tirado verzeichneten nach vier Siegen auch zwei letzte Plätze. Und Paul Cayard als Zweiter mit der griechischen „Atalanti“ wurde ebenfalls einmal Erster und einmal Letzter.

Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 31 Yachten in der Klasse segeln. So steht es auf der Seite www.transpac52.org Auch ein deutscher Eigner will dabei mitspielen. Der Hamburger Harm Müller-Spreer hat ein Schiff bei Judel/Vrolijk bestellt.

www.medcup.org


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Themen: erste EtappeEventsMedCupRegatta

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