Kieler Woche
Kieler Crews nutzen ihren Heimvorteil

Drei deutsche Teams haben zum olympischen Auftakt die Führung übernommen. Die Veranstalter kämpfen gegen sinkende Teilnehmerzahlen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 20.06.2015

Kieler Woche / okpress Start ins Welcome Race der 121. Kieler Woche

Die Nationalmannschaft ist mit ersten Erfolgen in die 121. Kieler Woche gestartet. Drei deutsche Teams haben nach dem ersten Tag des olympischen Teils der Kieler Woche die Führung in ihren Disziplinen übernommen. Im 49er haben die Kieler Justus Schmidt und Max Böhme ihren Heimvorteil genutzt und sich vor dem dänischen Olympiasieger Jonas Warrer und Thomas Anders an die Spitze der gut besetzten Flotte der Highperformance-Jollen gesetzt. Die Berliner Europameister Erik Heil und Thomas Plößel mussten zunächst mit Platz vier zufrieden sein. Für Steuermann Heil war es der erste Tag auf dem Wasser nach viertägiger Bettruhe mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung.

Auch die Lokalmatadoren Paul Kohlhoff und Carolina Werner konnten mit Heimvorteil punkten. Die Nacra-17-Crew segelte ihrem Feld mit drei Tagessiegen auf und davon. Ebenso souverän übernahm der Jersbeker Paralympics-Sieger Heiko Kröger die Spitzenposition im Klassement der kleinen, aber anspruchsvollen Kielboote. Von ihrer Herausforderung wusste auch Neueinsteiger Ulli Libor zu erzählen, der erstmals in einer 2.4mR an der Kieler Woche teilnimmt. Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 1968 und Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 1972 im Flying Dutchman hatte im Alter von 75 Jahren nach dem Verkauf seines Drachens nach einer neuen Herausforderung gesucht und berichtete: "Dieses Boot macht einen Heidenspaß, ist seglerisch unglaublich, eine riesige Herausforderung. Ich mache jetzt alleine, was sonst zehn Mann auf einer großen Yacht gemeinsam tun."

Kieler Woche / okpress Heiko Kröger hatte die 2.4mR-Flotte am ersten Tag trotz komplizierter Windbedingungen mit vielen Drehern gut im Griff

Weniger vergnüglich als das grandiose Wetter zum Auftakt der weltgrößten Regatta an der Kieler Förde sind die Teilnehmerzahlen im olympischen Bereich. Drei Jahre nach dem Verlust des Weltcup-Status ist mit nur 269 teilnehmenden Booten in acht olympischen  (die Surfer sind nicht am Start) und einer paralympischen Disziplin einer neuer Tiefstand erreicht. Aufgrund vieler Terminkollisionen mit kontinentalen und Welttitelkämpfen fehlen beim Mammut unter den internationalen Regatten die Stars.

"Wir arbeiten hart daran, den Weltcup-Status bis spätestens 2019 zurückzuholen und führen intensive Gespräche mit den Klassenvereinigungen, um die Termindichte rund um die Kieler Woche für die kommenden Jahre zu entzerren", sagte der neue Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Bereits für 2016 ist der zeitliche Tausch des internationalen mit dem nationalen Teil der Kieler Woche geplant, um auf diese Weise mehr Luft zwischen dem vorangehenden Weltcup im Olympiarevier vor Weymouth und der Kieler Woche zu schaffen. Die Olympiasegler eröffnen dann die Kieler Woche nicht mehr, sondern steigen zur Halbzeit am Mittwoch im Anschluss an die Wettfahrten der internationalen Klassen ins Geschehen ein und setzen mit ihren Medaillenrennen das Ausrufezeichen am Ende der Serie.

Omansail/Paul Wyett "Musandam – Omansail" im Welcome Race der Kieler Woche 2015

Omansail/Paul Wyett Die Crew der "Musandam – Omansail" bei der Kieler Woche

Als schnellstes Boot der Eröffnungsregatta für rund 90 große Yachten hat der Trimaran "Musandam – Omansail" die Ziellinie des Welcome Race von Kiel nach Eckernförde nach einer Stunde, 54 Minuten und 18 Sekunden erreicht. Die eigene Bestmarke aus dem vergangenen Jahr verpasste das Team um Skipper Sidney Gavignet mit Hochseeprofi Boris Herrmann und dem monegassischen Prinzensohn Pierre Casiraghi aber um knapp sieben Minuten.


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