America's Cup
Kampf der Titanen

BMW Oracle verliert gegen Alinghi. Team Germany siegt gegen China und verliert gegen Jablonski. Shosholoza mit drittem Sieg

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 15.05.2006

Mit Spannung war der Kampf der Titanen erwartet worden: America´s Cup Verteidiger Alinghi gegen den wohl stärksten Herausforderer BMW Oracle. Nach einem relativ unspektakulären Vorstart startete Alinghi, diesmal wieder mit Jochen Schümann an Bord, unbehelligt vom Gegner etwas besser in Luv.

Aber BMW Oracle lag frei in Lee und man hätte jetzt mit BMW Sauber Motorsport Direktor Mario Theissen als 18. Mann ein Durchstarten des Herausforderers erwarten können. Aber Alinghi konnte die Geschwindigkeit halten und Ed Baird ließ Chris Dickson keine Chance, vor dem Bug zu kreuzen. Das Rennen blieb danach eng, aber das amerikanische Boot konnte Alinghi nicht mehr gefährden.

Damit bestätigt sich der Eindruck der Match Race Serie, dass alle neuen Boote nicht das erwartete überlegene Geschwindigkeitspotenzial zeigen. Aber die Ergebnisse täuschen. „Der Wind ist für die Jahreszeit ungewöhnlich schwach, weil die Tagestemperaturen relativ niedrig sind und sich das Land nicht so sehr aufheizt“, erklärt Desafio-Espanol- Steuermann Karol Jablonski. „Wenn der Wind die normalen 12 Knoten erreicht, sind die neuen Konstruktionen deutlich schneller.“

Das Rennen Spanien gegen Deutschland hätte auf dem Papier eines der spannenderen werden können. Zwar mit deutlich besseren Vorzeichen für die Spanier, die schon die starken Italiener von Luna Rossa hatten schlagen können, aber mit einer guten Chance, wenn Jesper Bank dem Team einen Startvorteil sichern würde.

Und genau das passierte. Jablonski eröffnete den Start unorthodox, indem er seine Wegerecht-Position scheinbar ohne Not aufgab, vor dem Bug der GER 72 abfiel, eine Halse einleitete und dann in Lee eine Überlappung bei dem abgebremsten Gegner herstellen wollte.

Aber Bank erkannte die Absicht schnell und konterte das Manöver, indem er rechtzeitig beschleunigte. Dabei zeigte sich, wie sehr die Mannschaft das Schiff inzwischen im Griff hat. Aus dem Stand heraus beschleunigte es so gut, dass Jesper Bank ohne Probleme aus der brenzligen Situation entkommen konnte.

Nach einigen weiten Kreiseln umeinander begannen die Spanier sehr spät den Anlauf zur Linie. Plötzlich hatte Bank die Chance, den Gegner in die Abdeckung zu nehmen und genau vor ihm zu starten. Aber weil er wohl das Risiko eines Frühstarts nicht eingehen wollte, wendete er, ließ den Gegner unbehelligt und startete frei auf der rechten Seite.

„Wir wollten unbedingt nach rechts“, sagt der australische Großschottrimmer beim Team Germany Mike Mottle. „Unser Mann im Mast hatte dort deutlich mehr Wind gesehen. Wir haben uns genau an den Plan gehalten. Und das Team hat dabei super funktioniert. Leider ging der Plan nicht ganz auf.“

Der Start sah überragend aus. Jablonski ging erst 20 Sekunden nach dem Team Germany über die Linie. Aber die Überlegenheit täuschte. Der Wind hatte so weit nach links gedreht, dass die Spanier auf der linken Seite sofort die Führung übernahmen und mit der Drehung wenden konnten.

Offenbar setzte die dänische Afterguard auf das zu erwartende Rückdrehen des Windes und fuhr weit auf die rechte Seite. Eine nahe liegende Überlegung. Aber das Pendeln nach rechts kam zu spät. Der Rückstand auf die Spanier war schon auf 260 Meter gewachsen. Als die Rechtsdrehung kam, wendete Team Germany und konnte bis auf 14 Meter verkürzen. Aber das reichte nicht, um vor den Spaniern zu passieren.

„Danach bekamen wir ein paar gute Dreher und es lief sehr gut“, sagt Jablonski. „Aber es war bis zum Ziel ein enger Kampf.“ Am Ende lagen die Spanier nur 20 Sekunden vorne.

Das Rennen von UITG gegen die Chinesen war ein einseitiges Match. Jesper Banks Team siegte mit 1:50 Minuten Vorsprung.

Eine gute Leistung zeigte auch wieder Shosholoza mit einem Sieg gegen +39 und einer knappen 21 Sekunden Niederlage gegen Alinghi. Die Südafrikaner liegen auf dem siebten Platz und sind neben den Schweden (Platz fünf) bis jetzt das Überraschungsteam der Regatta.

Nach der Niederlage von BMW Oracle wird es an der Spitze jetzt wieder eng. Die Top vier liegen gleichauf.

Flight 8

1
Luna Rossa beat Areva Challenge
DELTA 00:18
2
Desafío Español 2007 beat United Internet Team Germany
DELTA 00:20
3
Alinghi beat Shosholoza
DELTA 00:21
4
BMW ORACLE Racing beat China Team
DELTA 04:38
5
Emirates Team New Zealand beat Mascalzone Latino-Capitalia
DELTA 00:32
6
Victory Challenge beat +39 Challenge
DELTA 00:15

Flight 9

1
Mascalzone Latino-Capitalia beat Areva Challenge
DELTA 01:31
2
Shosholoza beat +39 Challenge
DELTA 00:57
3
United Internet Team Germany beat China Team
DELTA 01:50
4
Luna Rossa beat Victory Challenge
DELTA 00:55
5
Emirates Team New Zealand beat Desafío Español 2007
DELTA 00:54
6
Alinghi beat BMW ORACLE Racing
DELTA 00:21


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Themen: Jablonski

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