Team Japan überrascht im SailGP
Dream-Team-Gala in Italien: Outteridge und Bruni siegen

Für das Publikum in Tarent war es ein Traumwochenende: Der SailGP besuchte die "Stadt der zwei Meere". Italiens Segel-Darling Francesco Bruni entzückte die Fans

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 07.06.2021
Nathan Outteridge, Francesco Bruni und ihr Team Japan gewannen den zweiten Grand Prix der SailGP-Saison Nathan Outteridge, Francesco Bruni und ihr Team Japan gewannen den zweiten Grand Prix der SailGP-Saison Nathan Outteridge, Francesco Bruni und ihr Team Japan gewannen den zweiten Grand Prix der SailGP-Saison

Ian Roman for SailGP Nathan Outteridge, Francesco Bruni und ihr Team Japan gewannen den zweiten Grand Prix der SailGP-Saison

Italiens Sportfans haben wieder einmal bewiesen, dass der Segelsport bei ihnen hoch im Kurs steht. Den zweiten Grand Prix der SailGP-Saison im italienischen Tarent feierten sie wie einen kleinen America's Cup. Fast 1000 Boote säumten den Regattakurs. Zehntausende Fans an Land und auf dem Wasser genossen dieses spannende erste Juni-Wochenende in Tarent. Es endete, wie man ein Drehbuch kaum märchenhafter hätte schreiben können: mit dem Heimsieg für Segel-Darling Francesco Bruni im Team Japan. Angeführt vom australischen 49er-Olympiasieger und Multitalent Nathan Outteridge, startete Team Japan nach dem verunglückten Saisonauftakt von Bermuda (7. Platz) hungrig auf Wiedergutmachung in die zweite Runde. Die gelang in italienischen Gewässern mit dem Triumph im Finale souverän.

Thomas Lovelock for SailGP Die SailGP-Flotte im italienischen Revier von Tarent

Das japanische Team mit australischem Skipper und italienischer Verstärkung lieferte sich am Finaltag vor allem mit dem spanischen und dem amerikanischen Team packende Auseinandersetzungen. Der neuseeländische Steuermann Phil Robertson führte die Spanier schließlich auf Rang zwei und damit an die Spitze des Gesamtklassements nach dem zweiten Grand Prix. Der aus dem America's Cup bestens bekannte Jimmy Spithill und das amerikanische Team dagegen konnten nach guten Leistungen das Finale aufgrund eines Ruderschadens nicht mehr bestreiten und beendeten ihren Auftritt bei der ersten italienischen Regatta der SailGP-Geschichte als Dritte.

Ian Roman for SailGP Jagdszene auf den schnellen Katamaranen im SailGP

Ian Roman for SailGP Von den italienischen Fans gefeiert: Team Japan mit Skipper Nathan Outteridge und dem italienischen Flightcontroller Francesco Bruni

Nathan Outteridge freute sich nach dem gelungenen Comeback: "Es ist wirklich schön, hier zu gewinnen. Wir wussten, dass das Ergebnis in Bermuda nicht unsere Leistung reflektiert hat. Das war natürlich enttäuschend. Hier haben wir wirklich die ganze Zeit gut gesegelt, und es war fantastisch, Francesco dabei an Bord zu haben. Nicht nur auf dem Boot, sondern auch auf dem Begleitboot hat er uns mit dem Coaching geholfen. Es ist einfach fantastisch, dass wir ihm dafür den Heimsieg schenken konnten. Ich habe gehört, dass wir jetzt in der Gesamtwertung auf Platz drei vorgerückt sind. Das hätte man nach dem Bermuda-Event wohl nicht gedacht. Wir haben erst zwei Events in diesem Jahr gesegelt. Da kommt noch viel mehr…"

Weil die Crews in den sehr leichten Winden des Finalrennens von vier auf drei Segler verkleinert wurden, war es Flightcontroller Francesco Bruni, der für diesen Lauf ins Begleitboot wechselte. Den Fans machte das wenig aus: Sie feierten den Luna-Rossa-Steuermann und sein Team überschwänglich. Bruni selbst sagte: "Es war ein unglaublicher Event. Wir sind superglücklich. Es hätte nicht besser laufen können. Wir hatten ein bisschen Glück im letzten Rennen verdient. Ich denke, wir haben alle die Woche über gut gesegelt. Es ist wirklich ein Preis dafür, wie gut wir in dieser Woche gesegelt sind. Und es war unglaublich, dass so viele Menschen auf dem Wasser und an den Ufern waren und uns angefeuert haben. Ganz besonders uns und mich. Und sie haben der gesamten Regatta applaudiert. Es war ein großartiger Erfolg."

SailGP

Hinter den neuen spanischen Spitzenreitern im Gesamtklassement liegt das britische Team, das mit Olympia-Star Sir Ben Ainslie vor Bermuda noch gewonnen hatte, mit Ersatzmann Paul Goodison in Italien aber nicht über Platz sechs hinauskam. Hinter den drittplatzierten Japanern liegen die Neuseeländer im SailGP-Zwischenklassement auf Platz vier. Sie mussten in Italien auf ihre Überflieger Peter Burling und Blair Tuke verzichten, die sich bereits in der finalen Phase ihrer Olympia-Vorbereitung befinden und zuletzt beim 49er-Test im spanischen Santander unverhohlen intensives Interesse am Boot ihrer deutschen Rivalen Erik Heil und Thomas Plößel zeigten. Für Burling hatte beim SailGP in Italien Arnaud Psarofaghis das Steuer übernommen und die Kiwis auf Rang vier gesteuert. Diesen Platz belegt das New Zealand SailGP Team auch in der Saison-Zwischenwertung. Ob der Schweizer Psarofaghis dabei war, weil er über seine Einsätze in der Extreme Sailing Series und weitere Engagements das schnelle Segeln auf Hightech-Mehrrumpfern und Foils herausragend gut beherrscht, oder ob Ernesto Bertarellis Stamm-Steuermann schon einmal die Vorhut für größere Pläne bildet, bleibt abzuwarten.

Der nächste Grand Prix findet am 17. und 18. Juli im britischen Revier vor Plymouth statt. Es folgen SailGP-Regatten im dänischen Revier von Aarhus (20./21. August), in Saint-Tropez (11./12. September) und Cadiz (9./10. Oktober). Weiter geht es im neuen Jahr in Christchurch in Neuseeland (29./30. Januar). Das Saisonfinale steigt in San Francisco (26./27. März). Das siegreiche Team gewinnt das sagenhafte Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar.

Hier geht es zu den Ergebnissen (bitte anklicken!).

SailGP Der SailGP in Italien hatte auf dem Wasser auch viele kleine Fans


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Themen: SailGP

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