DN-Euro
Jablonski mit Buddy zum vierten Titel

Der Deutsch-Pole Karol Jablonskli hat die Europameisterschaft im DN-Eissegeln auf der Ostsee vor der estnischen Insel Saaremaa gewonnen

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 07.03.2011

Jerzy Zakrzewski Die extrem verformten Riggs sind das Markenzeichen der DN-Klasse

Egal wo Karol Jablonski antritt, er zählt zu den Favoriten. Erst recht beim Eissegeln. Sieben Mal war er Weltmeister, drei Mal Europameister. Doch er hatte sich eine mehrjährige Auszeit vom Kufensport gegönnt, und dieser hat sich stark weiterentwickelt. Steilere Masten, die sich oben mehr biegen, sind der neueste Trimm-Tipp für viel Wind und hohe Geschwindigkeiten – also genau für die Bedingungen, die auf der großen Fläche der gefrorenen Ostsee vor Kuressare/Estland herrschten.

Jens Laufenberg/UITG Karol Jablonski

155 Schlitten waren von ihren Piloten gemeldet worden. Bei solch riesigen Feldern verfügt die Flotte über ein ganz eigenes System, um ihren Besten zu ermitteln. Ein System, das zunächst gegen Jablonski zu stehen schien. Die Flotte wurde in drei Gruppen aufgeteilt, in A, B, und C. Für die A-Gruppe wurden die besten 21 Piloten der Weltrangliste gesetzt. Für diese Liste zählen nur die drei Veranstaltungen WM, EM und Nordamerikanische Meisterschaft. Jablonski war durch seine Auszeit bei keinem dieser Wettbewerbe vertreten und musste somit durch die komplette Qualifikation, zunächst durch Gruppe C, dann durch Gruppe B. Aus dieser erreichten dann die besten 34 Piloten Gruppe A.

Nach 13 Läufen hatte Jablonski 25 Punkte, die trotz eines Hängers zwischendurch mit zwei 23. Plätzen locker ausreichten. Die Phalanx der Polen auf den Rängen zwei bis sechs begann erst bei 42 Punkten. Bester Deutscher war Holger Petzke auf Platz sieben.

Jablonski bedankte sich bei der Siegerehrung ausdrücklich bei seinem Buddy, seinem Freund. Was hinter dem Buddy-System steckt, erklärt der Schleswiger Manfred Schreiber, 44, in der A-Gruppe. "Die Polen arbeiten immer mit einem oder mehreren Buddies zusammen und können so schneller entwickeln und reagieren." Das heißt, es bilden sich schlichtweg kleine Trainingsgruppen. Zu Jablonskis Buddies gehörten die Brüder Lukasz und Tomasz Zakrzewski, Zweiter und Vierter der EM. "Diesem System haben die Polen ihre momentane Dominanz zu verdanken, " so Schreiber. "Bei uns und auch bei den Schweden, die früher geführt haben, sind alle eher Individualisten." Auch sei das Fördersystem in Polen in diesem Bereich besser. Bereits Schulklassen würden Eisschlitten bauen.

Auch wenn es derzeit nicht mehr für die ganz vorderen Platzierungen reicht, elf Starter in der aus 54 Schlitten bestehenden A-Gruppe bergen durchaus Potenzial. Übrigens: Anja Fiedler landete als beste Frau auf Rang 22.

Die kompletten Ergebnisse

Website deutsche Eissegel-Vereinigung (Kurzberichte)


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Themen: DNEisseglenJablonski

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