America's Cup
Isaf sperrt Segelprofi Dirk de Ridder

Der Welt-Seglerverband hat eine harte Sperre gegen Dirk de Ridder verhängt. Dessen Einspruch läuft. Jetzt aktualisiert mit Isaf-Kommentar

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.04.2014

YACHT Archiv Profisegler, Weltumsegler, America's-Cup-Starter: Dirk de Ridder

Der holländische America’s-Cup-Segler Dirk de Ridder soll laut der amerikanischen Nachrichtenagentur AP vom Welt-Seglerverband Isaf für fünf Jahre gesperrt worden sein. Der Segelexperte der Associated Press beruft sich dabei auf die Aussage zweier ungenannter Insider, denen "die Situation bekannt" sei. Eine Bestätigung der Isaf für das Urteil steht noch aus.

Dirk de Ridder zählte im vergangenen Jahr zu einer Gruppe von Seglern und Mitarbeitern in Larry Ellisons America’s-Cup-Rennstall Oracle Team USA, die in Folge einer unerlaubten Bootsmanipulation eines AC45-Katamarans (es wurde zusätzliches Gewicht ergänzt) bei den Vorregatten zur 34. Cup-Auflage für die Cup-Regatta selbst gesperrt, teilweise gesperrt oder verwarnt wurden.

Das aktuelle Isaf-Urteil gegen de Ridder soll alle vom Welt-Seglerverband sanktionierten Regatten betreffen. Die Informanten hatten mit AP nur nach Zusage der Wahrung ihrer Anonymität gesprochen, weil gegen die Isaf-Entscheidung eine Berufung laufe. Das Urteil wirft viele Fragen auf. Nach wie vor liegen keine vollständigen Berichte darüber vor, warum Dirk de Ridder mit Blick auf das Strafmaß offenbar als "Drahtzieher" der Manipulation gilt. In Folge der 2013 ausgesprochenen Sperre Dirk de Ridders für den 34. America's Cup hatte der nationale holländische Segel-Verband den Aktiven nach einer weiteren Anhörung zunächst nicht weiter bestraft. Auch deshalb überrascht das harte Strafmaß der Isaf, dem offenbar mehr Fakten zugrundeliegen müssen als bislang bekannt.

Sollte das Urteil Bestand haben und nicht nach einer Berufung vom Sportgerichtshof in Lausanne gekippt werden, käme die Entscheidung einem fünfjährigen Berufsverbot für den Profisegler gleich, der sowohl für den 35. America’s Cup als auch für das kommende Volvo Ocean Race nicht zugelassen wäre. Für das Volvo Ocean Race lag Dirk de Ridder nach übereinstimmenden Meldungen ein Angebot in Höhe von 500.000 Euro vor. Der gesperrte Segler wollte die Meldungen zunächst nicht kommentieren, wies gegenüber dem Regattanachrichtendienst Scuttlebutt per Mail auf das noch laufende Verfahren hin.

In Deutschland wurde de Ridder bekannt, als er 2002 mit der Illbruck-Challenge unter deutscher Flagge und mit dem US-Skipper John Kostecki das Volvo Ocean Race gewann. Kostecki war als Taktiker für die amerikanischen Cup-Verteidiger im Einsatz, bevor er nach den ersten Rennen durch den Briten Ben Ainslie ersetzt worden war. Kostecki ist mit Ann-Marie de Ridder verheiratet und Dirk de Ridders Schwager.

Aktualisierung, 16. April, 16.30 Uhr:

Der Weltseglerverband kommentiert die internationale Berichterstattung zum Fall Dirk de Ridder auf Anfrage von YACHT online:

"Zunächst einmal möchten wir die Situation erklären: Von einer Regel-69-Anhörung wird grundsätzlich ein Bericht an den nationalen Segelverband (MNA) des (Red.: betroffenen) Seglers geschickt. Ist eine von der Isaf einberufene Internationale Jury im Einsatz (was hier der Fall war), dann erhält auch die Isaf einen Bericht. Zuerst einmal ist es die Aufgabe der MNA zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen auf nationaler Ebene notwendig sind. Danach berät eine Disziplinar-Kommission der Isaf über diese Entscheidung, wobei auch die Ergebnisse der Internationalen Jury berücksichtigt werden. Die Disziplinar-Kommission entscheidet, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Im Fall de Ridder läuft der Prozess noch, weil der Segler das Recht hat gegen die Entscheidung der Disziplinar-Kommission Einspruch zu erheben und eine Anhörung zu verlangen. Weil das Disziplinar-Verfahren noch läuft (Red.: gemeint ist laut mehrerer verlässlichen Quellen der Einspruch de Ridders gegen die bereits verhängten Maßnahmen – siehe Report oben), wäre es für die Isaf unangemessen den Fall zum jetzigen Zeitpunkt weiter zu kommentieren."


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Themen: America's CupDirk de RidderIsaf

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