Regatta-News
ISAF präsentiert World Cup

Roland Gäbler kommentiert die heute beschlossene Weltserie für die olympischen Klassen

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 13.11.2006

N. Krauss Roland Gäbler

„Darauf haben wir Jahre gewartet. Wir hatten die Hoffung schon aufgegeben. Jetzt ist es vom Weltseglerverband ISAF beschlossen. Der Olympische Segelsport bekommt mit der „World Cup Series“ endlich seine globale Tour.

Wir konnten bisher nicht verstehen, warum die Funktionäre so langsam reagiert haben. Eine World Cup Serie ist der einzige Weg um einen Sport professionell global zu präsentieren.

Das ist ja keine neue Erkenntnis. Der Motorsport und andere Sportarten (Leichtathletik, Skisport u.a. ) haben erfolgreich eine Weltserie etabliert. Bei ihnen gibt es praktisch jeden Monat einen sportlichen Höhepunkt. Fantastisch zum mitfiebern und zuschauen.

Wenn andere schneller sind, darf man sich nicht wundern wenn man letzter wird. Die ISAF war zu langsam und überließ viele Premium-Sponsoren kampflos anderen Sportarten. Die zögerlichen und phantasielosen Marketing Versuche der ISAF waren jämmerlich. Man diskutierte endlos über Kurslängen und Regattaformate.

Uns hängt die Diskussion zum Halse raus. Schon vor über 10 Jahren haben wir gesagt, dass wir in Ufernähe segeln sollten. In Sydney 2000 hatten wir den Eindruck, dass wir es geschafft hätten (acht Kamera-Perspektiven, VirtualCourseGrafics, weltweite Übertragung). Doch danach ging es mit der TV Qualität wieder stark bergab. Athen war ein klarer Schritt zurück.

Das eigentliche Potenzial des Segel- und Yachtsport wurde selten in Szene gesetzt. Welche Sportart verbindet Mensch-Natur-Technik auf solch wunderbare Weise? Zuschauer- und Medienfreundliche Event-Innovationen wie das Volvo Champions Race wurden von der ISAF mit viel Skepsis betrachtet. Zumindest hat man jetzt das Format des Champions Races für die Finalrennen der großen Regatten (Palma, Kiel, Medemblik u.a ) und Olympische Spiele übernommen.

Wenn man überlegt, wie viele Millionen Menschen allein zur Kieler-, Travemünder- und Warnemünder Woche kommen, dann müssen wir solche maritimen Volksfeste für unseren Sport besser nutzen. Wir müssen die Zuschauer nicht zu den Regatten bekommen, wir brauchen nur dort segeln wo die Zuschauer schon sind.

Dass dies erfolgreich geht, hat das Volvo Champions Race mehr als eindrucksvoll gezeigt. Die Finalrennen in Kiel und Travemünde waren ein sehr guter Schritt. Es muss ja nicht alles umgekrempelt werden und nicht jede Klasse hat Lust auf ufernahes segeln. Doch ein Teil unseres Regattaformats muss noch besser in Szene gesetzt werden.

Jetzt hoffen wir nur, dass die ISAF es schafft die Regattabilder der World Cup Series ins globale TV Netz zu bekommen. Sicher ist Live-TV nicht immer der richtige Weg (zu teuer, schlechte Sendezeit). Es wäre besser, wenn die Qualität der Aufnahmetechnik und die Distribution auf gute Sendeplätze Priorität hat. Jetzt können wir nur hoffen, dass die ISAF die richtigen Medienpartner findet, damit wir die Schönheit und Faszination unseres Sports noch besser präsentieren können.“

Die Regatten, die zur geplanten Weltserie zählen:
- Sail Melbourne
- Rolex Miami OCR
- Princess Sofia Trophy
- Semaine Olympique Française
- Holland Regatta
- Kiel Week

Der Start der Serie soll laut ISAF „so früh wie möglich aber spätestens 2008“ erfolgen.


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Themen: Gäbler

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