The Transat Bakerly
Isabelle Joschkes Class 40 havariert

Schwerer Schlag für die Deutsch-Französin: Seit einer Woche in Führung liegend, muss "Isa" wegen Delamination im Bugbereich ablaufen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 13.05.2016

Sea & Co/Th. Martinez Vorzeitiges Aus im Transat: Isabel Joschke auf ihrer Class 40 "Generali Mixité"

Was für ein großartiges Rennen, was für ein elendes Pech! Heute am frühen Nachmittag musste Isabelle Joschke wegen Wassereinbruchs ihren Traum vom Transat-Sieg vorzeitig beenden. Im Bugbereich war es bei schwerem Wetter und auf Amwindkurs zu einer Delamination im Bugbereich gekommen.

The Transat Bakerly Das Ende für Isas Transat-Traum

Um das Laminat nicht noch weiter zu beanspruchen, entschloss sich die 39-jährige, die bis dahin so clever und couragiert gesegelt war, abzulaufen. Entsprechend knickte ihre Linie auf dem Transat-Tracker um 14:15 Uhr deutscher Zeit um 180 Grad ab.

Noch ist unklar, welches Ziel Isabelle Joschke ansteuert oder ob sie versuchen wird, den Rumpf mit Bordmitteln zumindest notdürftig abzudichten. Dabei ist ihr das Wetter keine große Hilfe. Noch immer weht es mit 5 bis 6 Beaufort, in Böen 7 aus Westnordwest. Die See ist rau und hoch, wie schon gestern der Zweitplatzierte im Class-40-Feld, Phil Sharp, berichtete. Und in Lee gibt es keine Küste, keinen Hafen, die nah genug lägen für einen raschen Reparaturstopp. Keine Frage, für "Isa", wie sie ihre Freunde nennen, ist die Einhandregatta gelaufen.

Das Ende muss für sie umso bitterer sein, weil sie vor einer Woche durch einen Husarenritt in einem Sturmtief mit Böen bis zu 60 Knoten an die Spitze gesegelt war und diese seither gegen zwei erfahrene Hochseeprofis hatte verteidigen können – den Briten Phil Sharp und den Franzosen Thibaut Vauchel-Camus.

Ihre Akilaria RC3 war nicht das schnellste Boot in diesem Trio. Joschke schien zuletzt auch nicht ganz die Höhe ihrer unmittelbaren Verfolger halten zu können, was auf den letzten 1000 Seemeilen bis New York keine Hilfe gewesen wäre, da die kommenden Tage von westlichen Winden geprägt sein werden. Doch ein Platz auf dem Podium wäre ihr wohl sicher gewesen.

Stattdessen läuft sie jetzt mit kleinem Tuch und für die Verhältnisse langsamer Fahrt nach Nordosten ab – jene Richtung, aus der sie gekommen war. Ihr Mentor und Teamchef Alain Gaultier sagte: "Wir entwicklen gerade eine Strategie für Isabelle, wie sie in günstigeres Wetter kommt, den Wassereinbruch minimieren und ein Ziel anlaufen kann, das ihr Boot vor Schlimmerem bewahrt. Isabelle geht es gut."


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Themen: Akilaria RC3Generali Mixite Class 40Isabel JoschkeThe Transat Bakerly

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