"Use it again!": Weltumsegler in der Cook Bay aufgelaufen
"Wir stecken in einem Mauseloch mit Felsen um uns herum!"

Die Weltumsegler Romain Pillard und Alex Pella sind bei ihrem Rekordversuch von Ost nach West in der Cook Bay aufgelaufen: "Es ist ein echter Albtraum!"

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 10.02.2022
Aufgelaufen in der Cook Bay: Aus eigener Kraft konnte sich die Crew auf dem Trimaran "Use it again!" nicht mehr befreien. Die chilenische Marine half. Inzwischen hat die Mannschaft mit Port Williams einen rettenden Hafen erreicht Aufgelaufen in der Cook Bay: Aus eigener Kraft konnte sich die Crew auf dem Trimaran "Use it again!" nicht mehr befreien. Die chilenische Marine half. Inzwischen hat die Mannschaft mit Port Williams einen rettenden Hafen erreicht Aufgelaufen in der Cook Bay: Aus eigener Kraft konnte sich die Crew auf dem Trimaran "Use it again!" nicht mehr befreien. Die chilenische Marine half. Inzwischen hat die Mannschaft mit Port Williams einen rettenden Hafen erreicht

Use it again! Aufgelaufen in der Cook Bay: Aus eigener Kraft konnte sich die Crew auf dem Trimaran "Use it again!" nicht mehr befreien. Die chilenische Marine half. Inzwischen hat die Mannschaft mit Port Williams einen rettenden Hafen erreicht

Schreckensszenario für die Crew der "Use it again!": Romain Pillard und Alex Pella sind mit ihrem Trimaran in der Cook Bay auf Grund gelaufen und in den vergangenen eineinhalb Tagen einmal durch die "Segelhölle" gegangen. Ihr Unglück hat sich bereits in den ersten Morgenstunden des 9. Februar ereignet. Der französische Skipper und sein spanischer Co-Skipper blieben dabei unverletzt, hatten aber umgehend ihre Überlebensanzüge angezogen und mit dem Schlimmsten gerechnet. Ihre "Use it again!" war in dunkler Nacht auf die felsiges Ufer getrieben und saß dort wie in einer Falle fest. Nach ersten Untersuchungen und Kontakt mit ihrer Landmannschaft haben Pillard und Pella schnell Kontakt zu den regionalen Behörden aufgenommen und um Hilfe gebeten. Die chilenische Marine schickte ein Boot. Nach gründlicher Planung eines Schleppversuches in dem nicht kartierten Revier ist es gelungen, den Trimaran freizuschleppen. "Use it again!" hat sich danach unter Motor aus eigener Kraft im Süden der Insel Olga auf Kurs zum Eingang des Beagle-Kanals bewegt. Die chilenische Marine begleitete das Weltumsegler-Duo dabei aus Sicherheitsgründen. Im Unglücksrevier herrschten dabei Winde von bis zu 30 Knoten bei anspruchsvollem Wellengang.

"Es ist ein echter Albtraum!"

"Use it again!"-Skipper Romain Pillard hat einen ersten Bericht zum Vorfall veröffentlicht: "Es war 1 Uhr nachts Ortszeit, als mich ein lautes Geräusch weckte. Das Boot kam sofort zum Stillstand. Ich verstand sofort… Wir hatten bis dahin abwechselnd das Ruder übernommen, jeder in seiner Wache. Wir waren in dieser Nacht weiter in der Cook Bay unterwegs, wollten uns am 9. Februar gut darauf vorbereiten, das mögliche Austrittsfenster zum Pazifik am 10. Februar zu nutzen. Die Wetterbedingungen waren immer noch gut. Wir hatten die Segel gerefft und machten in der Cook Bay etwa sechs Knoten Fahrt. Alex war an Deck, und ich ruhte mich gerade aus. Nach mehr als einem Monat auf See hatte sich eine große Müdigkeit eingestellt. Alex landete unter Deck und schlief ein. Es ist ein echter Albtraum! Ich habe wirklich keine Worte. Ich bin am Boden zerstört. Ich versuche, mich auf die Dringlichkeit der Situation zu fokussieren. Ich kann kaum glauben, was mit uns passiert ist. Zu dieser Uhrzeit. Unter diesen Umständen. Der Trimaran liegt buchstäblich auf den Felsen, wir stecken in einem Mauseloch mit Felsen um uns herum. Es ist surreal, hier zu sein und so etwas zu erleben. Und das nach allem, was wir schon durchgemacht haben. Wir haben das Boot vorbereitet, um hier wieder rauszukommen. Wir haben ein Video an die chilenische Marine geschickt, damit sie uns unter diesen Bedingungen so schnell wie möglich herausholen können, vor dem Einsetzen des Sturmtiefs und ohne das Boot zu sehr zu beschädigen. Das Gebiet ist nicht kartiert, die Ausfahrt wird kompliziert. Wir sind unverletzt. Wir werden das Boot jetzt hier rausbekommen, es in Sicherheit bringen und dann weiterschauen."

Jean-Marie Liot/Use It Again! So hoffnungsfroh waren Romain Pillard und Alex Pella in ihre schwere Weltumsegelung von Ost nach West gestartet. Nun ist fraglich, ob und wie sie ihren Kurs fortsetzen können

Der rettende Hafen ist erreicht

Die erlösende Nachricht kam am Donnerstagmorgen unter der glücklichen Überschrift "In Sicherheit in Port Williams!": Über Nacht hat das Team mit seinem angeschlagenen Trimaran den chilenischen Hafen von Port Williams unter Motor erreicht. Von Bord meldete die Crew: "Wir möchten der chilenischen Marine danken, die alles getan hat, um den Trimaran 'Use it again!' und seine Crew nach diesem Fehltritt wieder zum Laufen zu bringen. Gut gemacht. Vielen Dank!" Das Team will nach kurzer Ausruhphase im Verlauf des Tages weitere Entscheidungen bekanntgeben.

Use it again! Der rettenden chilenischen Marine überaus dankbar: "Use it again!"-Skipper Romain Pillard


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Themen: Weltumseglung

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