The Transat Bakerly
"Ich habe großen Respekt"

In wenigen Tagen startet Anna Maria Renken beim Transat. Noch nie zuvor hat eine deutsche Frau an der berühmten Einhandregatta teilgenommen

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 26.04.2016

TheTransat/Sande​r van de​r Borch Anna Maria Renken ist eine der wenigen deutschen Hochsee-Profiseglerinnen

Leicht wird es für die gebürtige Bremerin nicht. Anna Maria Renken steht vor der bisher größten Herausforderung ihrer Karriere. In weniger als einer Woche will sie an der ältesten Einhandregatta der Welt, dem Transat-Rennen von Plymouth nach New York, teilnehmen. Noch nie zuvor hat sich eine deutsche Frau dieser Herausforderung gestellt. Zum Auftakt, dem Warm-up-Rennen von Saint Malo aus, machte sie mit ihrer Class 40 "Nivea" eine gute Figur und landete im Mittelfeld.

OC Sports/TheTransat

Schon die letzten Wochen über hatte Renken von ihrer bretonischen Wahlheimatstadt Lorient aus viele Probeschläge gemacht und dabei Unterstützung von einem Coach erfahren, der ihr und anderen Teilnehmern bei der Optimierung ihres Bootes half. "Ich kenne es mittlerweile sehr gut und habe viele Meilen darauf zurückgelegt, bin aber noch nie ganz allein über den Atlantik gesegelt", sagte Renken gegenüber der YACHT. Vor der Überquerung habe sie "großen Respekt", gerade auch, weil sie zu dieser Jahreszeit immer noch mit Eisfeldern vor Neufundland rechnen müsse. Deshalb betonte sie, dass es in erster Linie darum gehe, "sicher in New York anzukommen".

Das komplette Interview mit Anna Maria Renken lesen Sie in der YACHT 10/2016, ab dem 27. April am Kiosk.

OC Sports/TheTransat Von der bretonischen Hafenstadt aus wurden die Rennyachten nach Plymouth überführt – Die "Pen Duick II" in St. Malo noch in Begleitung von ihren Geschwistern "Pen Duick", "Pen Duick III" und "Pen Duick VI"

Von Mittwoch bis Samstag hatten sich die 20 am Transat teilnehmenden Segler und Seglerinnen mit ihren Yachten in der bretonischen Stadt Saint Malo versammelt und dort ein breites Publikum angelockt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Regatta wurde ein solches Warm-up initiiert, um sowohl der Öffentlichkeit als auch den Sponsoren die Chance zu geben, die Segler und ihre Boote live zu Gesicht zu bekommen. Armel Tripon, Skipper der Class 40 "Black Pepper", wäre die Chance einer Transat-Teilnahme ohne diese Auftaktveranstaltung verwehrt geblieben. "Ich habe meinen Partnern das Boot zeigen können, was in Plymouth nicht möglich gewesen wäre. Das Saint-Malo Warm-up hat diesen Event schon vor dem offiziellen Start des Rennens zum Leben erweckt." Jean-Pierre Dick, Skipper der Open 60 "St Michel – Virbac" zeigte sich ebenfalls überzegt: "Es lag die gleiche Aufregung wie beim Start der Route du Rhum nach Guadeloupe in der Luft, nur ohne den Druck des Regattastarts."

Am Samstagabend verließen die Yachten gemeinsam Saint Malo und segelten in einem Warm-up-Rennen nach Plymouth, von wo aus das Transat in einer Woche starten wird. Neben den Skippern waren auf dieser Strecke auch geladene Gäste und Medienvertreter mit an Bord. Mit Wind aus Nordost mussten die Boote zwar kreuzen, die weitestgehend ruhige See sorgte dennoch für gute Segelbedingungen. Vor allem die Kälte machte den Seglern über Nacht zu schaffen und erinnerte damit an die Temperaturen, die die Kontrahenten auf dem Nordatlantik erwarten werden.

Ein kaltes Warm-Up

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Die Transat-Teilnehmer sind in Plymouth angekommen - nach mehreren Tagen, an denen sie sich in Saint Malo Sponsoren und Öffentlichkeit präsentierten

Schon vor Sonnenaufgang erreichten die Trimarane der Ultimes-Gruppe ihr Ziel. Thomas Coville benötigte auf seiner "Sodebo" lediglich elf Stunden und lief als Erster in die Bucht von Plymouth ein, gefolgt von Lalou Roucayrol auf seiner Multi 50 "Arkena". Als erste Open 60 erreichte die "Banque Populaire VIII" von Armel Le Cléac’h nach rund 15 Stunden und 30 Minuten den Hafen. Fast gleichzeitig kamen die Class 40s von Isabelle Joschke und Armel Tripon an, dicht gefolgt von Thibaut Vauchel-Camus. Edouard Golbery, Anna Maria Renken, Louis Duc und Phil Sharp brauchten knapp 22 Stunden für die Strecke. Die alte "Pen Duick II" von Loïck Peyron lief gegen Abend als – wie zu erwarten – letztes Boot ein.

Die französischen Segelikonen François Gebart, Armel Le Cléac’h und Loïck Peyron berichten vor Start des Warm-Ups in Saint Malo


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