Olympia 2016
„Ich habe eine klare Vision“

Tornado-As Roland Gäbler will mit Ehefrau Nahid bei den Olympischen Spielen 2016 in der neuen Disziplin Katamaran-Mixed antreten

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 13.12.2011

Claus Christian Plass Roland und Nahid Gäbler als Mixed-Crew im Tornado

Während in Australien die besten deutschen Teams in den olympischen Klassen um ihre Tickets für die Spiele 2012 kämpfen, denkt ein Altgedienter, der das alles schon erlebt hat, wesentlich weiter.

Roland Gäbler will noch einmal angreifen. „Ich habe eine klare Vision“, sagt er gegenüber YACHT online. Mit seiner dänischen Ehefrau Nahis als Vorschoterin peilt er eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2016 an. Für den 47-Jährigen wäre es die sechste Teilnahme, im Jahre 2000 holte er in Sydney Bronze für Deutschland im Tornado. Er war in der einstigen olympischen Katamaranklasse mehrfach Welt- und Europameister.

N. Krauss Roland Gäbler

Die neue Olympiakampagne kommt nicht ganz überraschend. Das Ehepaar Gäbler schaffte in dieser Saison das Doppel und gewann bei den Welt- und Europameisterschaften in der neuen Wertung Mixed, also mit gemischtgeschlechtlicher Crew. Diese frühen Erfolge beflügelten denn Traum von einer erneuten Olympiakampagne. Hinzu kam, laut Roland Gäbler, eine sehr wohlwollende Atmosphäre bei Gesprächen mit dem deutschen Segler-Verband. „Dort wird man und keine Knüppel in die Speichen werfen“, so Gäbler.

Um die Nominierungskriterien zu erfüllen, wird Nahid Gäbler die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und das Paar will sogar seinen Wohnsitz vom dänischen Groß-Jündewatt ein Stück weiter südlich auf die deutsche Seite nach Bögelhuus verlegen. „Das ist zwar schade“, so Roland Gäbler, „weil wir dort alle Nachbarn kennen und Freunde haben, anders herum wäre es jedoch nicht gegangen. Es ist für mich zu schwierig, dänisch zu lernen und den Einbürgerungstest zu bestehen, sonst hätten wir auch für Dänemark starten können.“

Bei den Spielen 2016 wird Roland Gäbler 51 Jahre alt sein. Für ihn kein Grund, auf eine Kampagne zu verzichten. „Paul Elvström war 62, als er mit seiner Tochter vierter wurde. So lange ich fit bin und unter die Top Ten fahre, will ich das machen.“

Den Vorwurf, mit seiner erneuten Kampagne den Weg für Katamaran-Nachwuchs zu blockieren, will er nicht gelten lassen. „Wer so eine Einstellung hat, kommt nicht voran, der wird sich nicht durchbeißen. Je mehr Konkurrenz, desto besser. Wer zu den Spielen 2016 will, muss mich schlagen können.“


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Themen: GäblerOlympische SpieleRoland GäblerTornado

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