Transat 6.50
"Ich bin erleichtert und frustriert"

Die zweite Etappe des Minitransat beendete der Hamburger Jörg Riechers nach knappem Matchrace auf Platz sechs, insgesamt ist er Fünfter

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 01.11.2011

Pierrick Garenne / GPO Jörg Riechers erhält seinen Willkommensdrink

Heute Mittag hatte Jörg Riechers nach fast 19 Tagen auf See wieder festen Boden unter den Füßen. 3.334 Seemeilen lagen hinter ihm. Nach dem hervorragenden dritten Platz auf der ersten Etappe und knappen Zeitabständen war er mit einer guten Ausgangsposition von Madeira nach Salvador de Bahia/Brasilien gestartet. Doch am Ende lagen zu viele Seemeilen, zu viel Zeit zwischen ihm und der Konkurrenz, um sich den Traum vom Podiumsplatz zu erfüllen.

Pierrick Garenne / GPO Jörg Riechers, bärtig und fertig, in Bahia

Platz sechs wurde es in der Etappenwertung, insgesamt Rang fünf. Eine herausragende Leistung allemal, nur wäre mehr drin gewesen. Wiederholt hatte sich Riechers vom Feld entfernt und dadurch weitere Wege als die Konkurrenz in Kauf genommen, wahrscheinlich auf der Suche nach besserem Wind. So legte der Franzose Guillaume le Brec, mit dem er sich noch bis ins Ziel ein Matchrace lieferte, nur 2.898 Seemeilen zurück, also 436 Seemeilen weniger als Riechers. Auch lag die Durchschnittsgeschwindigkeit des Hamburgers mit 7,32 Knoten exakt so hoch wie die des Etappen- und Gesamtzweiten Thomas Normand, der jedoch eine bessere Spur fand und 160 Seemeilen weniger unter dem Kiel hatte. In Sachen Geschwindigkeit konnte sich Riechers also eigentlich nicht beklagen – und er hätte sogar noch schneller sein können. Denn offenbar behinderte ihn ein Schaden am Kiel.

"Ich kam aus der Flaute mit einem gerissenen Kielkopf", so Riechers in Bahia. " Das war eine Bedrohung, die noch eine Menge Spaß versprach. Die letzten neun Tage konnte ich nicht mehr zu gleichen Bedingungen kämpfen. Ich bin erleichtert und ein wenig frustriert. Aber es ist ein gutes Ergebnis, da die vier Fahrer vor mir in der Regel sehr stark sind. Das Duell mit Guillaume le Brec zwei Tage lang war intensiv."

Pierrick Garenne / GPO "Mare.de" vor Bahia

In der Gesamtwertung, in der die Etappenzeiten addiert werden, fehlten Riechers nur rund elf Stunden zum angestrebten Platz drei.

Der zweite Deutsche in Feld, Björn Freels, lag in der Wertung der Serienboote beim akuellen Positionsreport auf Platz 26, 464 Seemeilen vor Bahia, und wird wohl noch zweieinhalb Tage unterwegs sein.

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Themen: MinitransatRiechersTransat 6.50

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