Regatta-News
Hunger/Jess haarscharf zum 505er-Titel

Nach Zitterpartie reichte ein Punkt Vorsprung

  • YACHT Online
 • Publiziert am 27.07.2005

Nils Bergmann Hunger/Jess, Deutsche Meister im 505er

Trotz einer Disqualifikation im letzten Rennen wurden Wolfgang Hunger und Holger Jess (Strande/Eckernförde) gestern während der 116. Travemünder Woche Internationale Deutsche Meister der 505er-Klasse.

"Wir haben den Pfadfinder behindert und sind gleich am Start rausgeflogen", berichtete Holger Jess. Der so genannte Torstart ist eine Sonderreglung der 505er-Klasse. Dabei startet zunächst immer der Fünfplatzierte der Gesamtwertung als Pfadfinder vor allen anderen mit Wind von Backbord und bildet mit dem Sechsten (Torboot) quasi eine sich öffnende Startlinie. Der Fauxpas passierte den zweimaligen Weltmeistern, weil sie sich nur auf ihre direkten Gegner Claas Lehmann und Martin Schöler aus Hamburg konzentrierten, die einzigen, die den Gesamtsieg noch gefährden konnten.

Nach der roten Karte der Favoriten hatten Lehmann/Schöler zwar freie Fahrt und führten auch an der ersten Luvtonne mit großem Vorsprung. Doch auf der Vorwindstrecke schlief der Wind ein, und die Außenseiter Jörg Häger/Heini Rix (15.) aus Kiel schnappten ihnen den sicher geglaubten Tagessieg, der den Travemünder Woche-Sieg bedeutet hätte, noch weg. Dritte wurden die US-amerikanischen Ex-Weltmeister Howald Hamlin/Cam Lewis.

Alle geplanten Finalrennen der Travemünder Woche direkt am Strand neben der Nordermole litten unter den flauen Winden. Einzig die 49er zogen das neue Wettkampfformat durch, in dem die besten Sechs einen knallharten Ausscheidungsmodus segelten. Am Ende hatten dennoch die Kieler Thomas Rein und Patrick Boehmer die Nase vorn. Die Österreicher Christoph Sieber und Clemens Kruse mussten die Brüder Martin und Oliver Lewin (Barkelsby) noch vorbeiziehen lassen.

Nils Bergmann Gäbler/Struckmann im Tornado

Bei den Tornados wurde der Zwischenstand des Vortags auch der Endstand. "Es wäre nicht gerecht gewesen, bei der schwachen Brise noch mal alles durcheinander zu würfeln", sagte Ex-Weltmeister Roland Gäbler (Tinglev), der so mit seinem Vorschoter Gunnar Struckmann (Kiel) mit dem dritten Rang zufrieden sein musste. Es siegten die Russen Kirilyuk/Ushkov vor Style/Vials aus Großbritannien.

Nils Bergmann Jan von der Bank im Contender

"Ich bin ganz locker an den Start gegangen, denn ich zähle mich dieses Jahr wirklich nicht zu den Favoriten", sagte der Kieler Jan von der Bank nach einem verheißungsvollen Auftakt der Contender-Weltmeisterschaft. "Im ersten Rennen waren die Boote an der Starttonne klar im Vorteil. Und genau dort bin ich los", beschrieb er seinen Tagessieg gleich zu Beginn. Danach war er der Gejagte, ließ sich aber nicht beeindrucken. Bank: "Im zweiten Rennen startete ich auf der schlechteren Seite und war nach der ersten Kreuz nur 25. Ich musste das Feld von hinten aufrollen." Er wurde noch Fünfter und anschließend im dritten Rennen Vierter. In der Gesamtwertung bedeutet das zunächst einen satten Vorsprung von elf und 14 Punkten vor den Briten Graham Scott und Tim Holden. Titelverteidiger Andrea Bonezzi aus Italien ist einen weiteren Zähler zurück Vierter. "Bei leichten Winden sind die Favoriten zu schlagen, aber wenn es konstant weht, machen sie den WM-Titel unter sich aus", so Jan von der Bank. Immerhin: Die Vorhersagen für den Mittwoch prophezeien erneut Leichtwind. "Na dann kann ich ja beruhigt schlafen gehen", meinte der 38-Jährige abschließend.

Bisherige Endergebnisse der 116. Travemünder Woche

Internationale Deutsche Meisterschaft der 505er (nach neun Wettfahrten): 1. Hunger/Jess (Strande) 25 Punkte, 2. Lehmann/Schöler (Hamburg) 26, 3. Hamlin/Lewis (USA) 29, 4. Kellner/Stammerjohann (Hechendorf) 30, 5. Finglas/Mc Nicol (USA) 33, 6. Köchlin/ Priegann (Molfsee) 53.

Olympische 470er (nach sieben Wettfahrten): 1. Wagner/Hartmann (Berlin) 9 Punkte, 2. Doffing/Kaminski (Darmstadt) 13; 3. van den Hout-Nolte/Nolte (Delligsen) 26, 4. Berg/Berg (Kiel) 28, 5. Hiller/Janssen (Westerstede) 29, 6. Neuroth/Jung (Köln) 30.

Olympische 49er (nach Finalrennen): 1. Rein/Boehmer (Kiel), 2. Lewin/Lewin (Barkelsby), 3. Sieber/Kruse (Österreich), 4.Glanz/Weisang (Österreich), 5. Schmid/Kocholl (Lindau), 6. Kohout/ Brandstötter (Österreich).

Olympische Tornados (nach acht Wettfahrten): 1. Kirilyuk/Ushkov (Russland) 10 Punkte, 2. Style/Vials (Großbritannien) 12, 3. Gäbler/Struckmann (Tinglev) 17, 4. Nowak/Rusterholz (Wallenhorst) 25, 5. Ronholt/Moller (Dänemark) 26, 6. Loweg/Loweg (Stuttgart) 29.

29er (nach zehn Wettfahrten): 1. Friedhoff/Munding (Duisburg) 11 Punkte, 2. Barche/Osterloh (Lübeck) 25, 3. Jepsen/Jepsen (Heikendorf) 26, 4. Horsch/Ellerbroek (Hamburg) 28, 5. Stadermann/Dullo (Falkendorf) 35, 6. Mogadas/Mogadas (Kiel) 39.

420er (nach zwölf Wettfahrten): 1. Kerl/Hall (Australien) 16 Punkte, 2. Oliver/Thomson (Australien) 28, 3. Omay/Higgins (Australien) 29, 4. Radowki/Kondlewski (Polen) 32, 5. Schweer/Köhler (Steinhude) 55, 6. Schlitter/Maus (Berlin) 55.

Flying Dutchman (nach sieben Wettfahrten): 1. König/Janisch (Marburg) 15 Punkte; 2. Langefeld/Wilbert (Mayen) 18, 3. Ballerstein/Wellensich (Lübeck) 20, 4. Havik/Zandstra (Niederlande) 25, 5. Schreiber/Romberg (Berlin) 26, 6. Szyperrek/Setzepfandt (Wolfsburg) 29.

Formula 18 (nach acht Wettfahrten): 1. Sach/Sach (Zarnekau) 7 Punkte, 2. Wolf/John (Hamburg) 10, 3. Gosche/Bach (Bremen) 17, 4. Lindstädt/Hahn (Norderstedt) 21, 5. Kearns/Burns (Großbritannien) 26, 6. Cooper/Martin (Großbritannien) 34.

Pirat (nach sieben Wettfahrten): 1. Babendererde/Oehme (Lübeck) 8 Punkte, 2. Kaitschick/Gardeweg (Lübeck) 16, 3. Witzmann/Kretschmann (Berlin) 16, 4. Wieting/Wieting (Hamburg) 23, 5. Domian/Heuer (Rondeshagen) 36, 6. Quante/Geilenkothen (Münster) 39.

Skiff Open (nach zwölf Wettfahrten): 1. Christian Brandt (Hamburg) 12 Punkte, 2. Achim Kreutzer (Hamburg) 23, 3 Erik Loeff (Niederlande) 30, 4. Tobias Kunz (Hamburg) 31, 5. Martin Sattelkau (Berlin) 41, 6. Manuel Radek (Grünenplan) 62.

Zwischenstände

Contender-Weltmeisterschaft (nach drei Wettfahrten): 1. Jan von der Bank (Kiel) 10 Punkte, 2. Graham Scott (Großbritannien) 21, 3. Tim Holden (Großbritannien) 24, 4. Andrea Bonezzi (Italien) 25, 5. Givanni Binzio (Italien) 25, 6. Matt Aston (Großbritannien) 28.

Olympische Laser (nach zwölf Wettfahrten): 1. Alexander Schlonski (Rostock) 16 Punkte; 2. Tobias Schadewaldt (Kiel) 23, 3. Mathias Rieck (Rostock) 38, 4. Bastian Reichartz (Kiel) 44, 5. Simon Grotelüschen (Lübeck) 45, 6. Thomas Reger (Breitbrunn) 47.

Dyas (nach fünf Wettfahrten): 1. Sueße/Bender (Köln) 5 Punkte, 2. Seyfarth/Schmidt (Höhr-Grenzhausen) 6, 3. Roland/Rocholl (Gelsenkirchen) 17, 4. Grotebrune/Stricker (Hamburg) 21, 5. Zinsli/Iten (Schweiz) 29, 6. Schmidt/Schleicher (München) 35.

Trias (nach fünf Wettfahrten): 1. Uerlichs/Stoffels/Uerlichs (Simmerath) 5, 2. Stamm/Reeh/Glaeser (Berlin) 10, 3. Assheuer/Schaad/Zeller (Köln) 16, 4. Rosenberger/Diehl/Kube (Berlin) 17, 5. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 18, 6. Bergner/Billig/Jumpertz (Schwabach) 23.

Javelin EC (nach acht Wettfahrten): 1. Earl/Earl (Großbritannien) 11, 2. Schlittenhard/Schlittenhard (Braunschweig) 14, 3. Smith/Dyson (Großbritannien) 19, 4. Scheel/Prehn (Wachtendonk) 22, 5. Dixon/Partington-Smith (Großbritannien) 28, 6. Pickles/Fisher (Großbritannien)


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Themen: tuzt

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