Rolex Fastnet Race 2009
"Hexe" als erste Deutsche im Ziel

Als Achte in ihrer Klasse lief die Yacht in Plymouth ein. Auch Boris Herrmann erreichte das Ziel im Morgengrauen

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 13.08.2009

Carlo Borlenghi Rolex Fastnet Race Die "Hexe" von Norbert Plambeck kam als erste Deutsche ins Ziel.

Nachdem das Team "Beluga Racer" die zweite Position bis zum Fastnet Rock halten konnte, gelang es dem Italiener und Segelprofi Giovanni Soldini noch auf dem Rückweg sich wenige Längen vor die Deutschen zu schieben.

Fast hätte es ein Fotofinish für die Class-40-Kontrahenten werden können: Nur 9 Minuten nach Soldini auf seiner "Telecom Italia" kreuzte auch das blaue Boot von Boris Herrmann und seiner französischen Crew die Ziellinie vor Plymouth und errang damit nur knapp den dritten Platz hinter dem Italiener. "Initiatives Saveurs", die die Klasse bereits seit kurz nach dem Start in Cowes angeführt hatten, lief dagegen bereits 1 Stunde und 10 Minuten vor Soldini ein und belegt damit den ersten Platz in der Class 40. Zu diesem Zeitpunkt nur noch kaum eine halbe Meile vor der Ankunft befindet sich "Red" von Hamburger Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron. Der vierte Platz ist ihm nicht mehr zu nehmen. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass er im Gegensatz zu den meisten anderen Teilnehmern kein Profisegler ist.

Ausgeschlafen in ihren Hotelzimmern an Land war heute Morgen die Crew um Norbert Plambeck mit Gastsegler Wilfried Erdmann an Bord ihrer "Hexe". Das German-Frers-Design war bereits am Vortag um 16.41 Uhr eingelaufen und damit das erste deutsche Boot im Ziel.

Die Gruppe der IRC Z, in der sich die meisten deutschen Yachten befinden, trudelt in diesen Minuten nach und nach in Plymouth ein. Als erstes kam "Varuna" um 3.52 Uhr auf Platz 13 ins Ziel und schlug damit ihre britische Rogers 46- Schwester "Yeoman XXXII" um knapp dreieinhalb Stunden. Um 6.20 Uhr folgte als 18. Boot die "Vineta" unter Skipper Felix Scheder-Bieschin, die auf dem Rückweg von Fastnet Rock das Glanzstück vollbrachte und die "Norddeutsche Vermögen Hamburg" nicht nur überholte, sondern den Abstand auch noch um 49 Minuten ausbaute. Das Hamburger Team kam daher nur als 20. Boot ins Ziel. Das reichte jedoch, denn der alte Rivale "Bank von Bremen" liegt weit im Kielwasser und ist in diesem Augenblick noch immer auf See. Die versprochene Rache für den Sieg der "Norddeutsche Vermögen" im "Round-Iceland-Race" (YACHT 17/09) bleibt also weiter aus. Sieger über alles ist in der Gruppe IRC Z berechnet die spanische Swan 56 "Floresta del Mar" von Jamie Olazabal, gesegelt jedoch als erste im Ziel die niederländische "Torrerre de Breskens" von Piet Vroon geworden.

Sehr beachtlich stellte sich außerdem das unglaubliche Potential der Open 60 heraus: Die zweihand gesegelte "BT" von Seb Josse lief fast zeitgleich mit der "Ran" von Skype-Gründer Niklas Zennstrom ein, die derzeit in der Gesamtwertung den ersten Platz hält. Ebenso beeindruckend und zeitgleich kam die gut fünf Meter längere Andrews 56 "Norddeutsche Vermögen" mit der nur 12 Meter langen Class 40 von Giovanni Soldini ins Ziel. Das beweist das Geschwindigkeitspotential der kleinen Boote, das Boris Herrmann ja bereits im Portimão Global Ocean Race herausgestellt hat.

Wer möchte, kann das weitere Rennen wie gehabt unter fastnet.rorc.org verfolgen - gut 200 Yachten sind noch im Rennen.


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