Sailing World Cup
Heute: Matchrace-Krimi vor Miami

Nach dem ersten Tagessieg hat Philipp Buhl nur noch einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Nick Thompson. Heute greift er nach Weltcup-Gold

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 31.01.2015

USSailing Am Freitag mit einem Tagessieg der Beste. Was geht am Samstag im Finale für Philipp Buhl?

Laser-Ass Philipp Buhl kämpft vor Miami am Samstag um den Weltcup-Sieg. Nach herausragend gesegelter Serie startet der Allgäuer mit nur einem Punkt Rückstand auf den britischen Spitzenreiter Nick Thompson in das entscheidende und doppelt gewertete Medaillenrennen. Schlechter als Zweiter werden kann Buhl nicht mehr. Die herausragende Ausgangslage vor dem Finale hat er sich am Freitag mit dem ersten Tagessieg erarbeitet.

Die Zusammenfassung der sportlichen Ereignisse am fünften Tag des Isaf Sailing World Cup vor Miami

"Heute war der Hammer", sagte Buhl YACHT online, "ich vermutete erst, dass gar kein Rennen zustandekommen würde. Dann aber ging es doch los. Mein Plan für die Wettfahrt am Freitag war recht simpel und ging auf. Zwar habe ich mir an diesem Tag keinen Ritterschlag an der ersten Tonne verdient, dafür kam der dann aber nach einem langen Fight in den Top Fünf im Ziel!" Wie er sich den Tagessieg erfochten hat, berichtete Buhl auch: "Am Ende der ersten Kreuz sowie auf der zweiten Kreuz waren die Dreher auf meiner Seite. Die Führung habe ich auf der zweiten Kreuz übernommen. Mein Coach Thomas hatte noch vor dem Rennen zu mir gesagt: 'Habe gelesen, dass du noch einen Wettfahrtsieg wolltest. Den holst du dir dann eben jetzt!' Worauf ich ihn in Gedanken für völlig verrückt erklärt habe. Morgen stehen das Medaillenrennen und das Matchrace mit Nick auf dem Programm. Das ist schon jetzt ein Meilenstein in meiner Laufbahn."

USSailing Buhls Gegner im Kampf um Weltcup-Gold: der Brite Nick Thompson

Während Buhls Verfolger, der Australier Mathew Wearn auf Platz vier und der neunmalige brasilianische Weltmeister und dreifache Olympiasieger Robert Scheidt auf Platz fünf, am Vorschlusstag mit den Rängen 30 und 39 patzten, verschafften sich Nick Thompson und Philipp Buhl eine sichere Weltcup-Medaille. Welche Farbe sie haben wird, entscheidet die Leistung im abschließenden Medaillenrennen, aus dem die beiden Gegner ein Matchrace machen werden. Denn: Wer vorn ist, gewinnt die Weltcup-Regatta. Egal, auf welchem Platz.

USSailing So war das nicht geplant: Top-Favorit Robert Scheidt ist im Kampf um Gold und Silber bereits geschlagen – schon das ist ein Riesenerfolg für Philipp Buhl

Buhls Trainer Thomas Piesker lobte seinen Schützling: "Der Wahnsinn geht weiter. Im positiven Sinne! Die einzige Tageswettfahrt konnte Philipp souverän gewinnen. Der Wind war eher leicht und zum Ende immer weiter abnehmend mit dem – jetzt schon gewohnten – drehenden und böigen Charakter. Aber Philipp hat seine ganze mentale Stärke ausgespielt und ist heute im echt mal wieder heißen Miami cool geblieben, hat damit den Rückstand auf Nick Thompson auf einen Punkt verkürzt. Weil gleichzeitig die Konkurrenz gepatzt hat, kommt es morgen zum Showdown zwischen Nick und Philipp, wobei Philipp als Sahnehäubchen seiner bisherigen Leistungen schlechtestenfalls Zweiter bleibt. Wie schön ist das denn? Und nun wird noch einmal angegriffen! Und dann machen wir den Traumstart in die Saison perfekt."

Nur einer weiteren deutschen Mannschaft gelang die Qualifikation für das Medaillenrennen: Jule und Lotta Görge aus Kiel sind am Samstag im Finale der besten zehn 49er-FX-Teams mit guten Chancen dabei, ihren starken siebten Platz zu verteidigen. Victoria Jurczok/Anika Lorenz (13.), Tina Lutz/Susann Beucke (14., mit einem versöhnlichen Tagessieg im letzten Rennen vor dem Medaillenfinale) und Leonie Meyer/Elena Stoffers (16.) schafften den Sprung in die Top Ten nicht.

Auch die weiteren Teamkameraden agierten vor Miami zum Saisonauftakt unglücklich: Die 470er-Segler Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski kostete eine Kollision am Donnerstag die Finalteilnahme, die sie als Elfte nach guten Leistungen um nur einen Punkt verpassten. Die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel müssen dem Medaillenrennen als Zwölfte zuschauen. Auch Leistungsgarant Toni Wilhelm reichte Platz 14 nicht zum Einzug ins Finale der RS:X-Surfer. Pauline Liebig und Europameisterin Svenja Weger kamen bei den Laser-Radial-Seglerinnen nicht über die Plätze 28 und 29 hinaus. Die Nacra-17-Nachwuchs-Teams Jan Hauke Erichsen/Lea Spitzmann und Paul Kohlhoff/Carolina Werner beendeten die Serie auf den Plätzen 18 und 19. Im Vergleich zu den Briten, die vor Miami 14 Teams in die Medaillenrennen brachten, hat die deutsche Segel-Nationalmannschaft bis zu den Olympischen Spielen 2016 weiterhin reichlich Boden gutzumachen.


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Themen: Isaf Sailing World CupMiamiNick ThomsonPhilipp Buhl

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