Transat
Helikopter rettet Thomson und Altadill

Die neue "Hugo Boss" könnte sinken. Thomson und Altadill wurden per Helikopter abgeborgen. Aktualisiert: Jetzt mit dem Video von der Rettung

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 01.11.2015

Mark Lloyd Die neue "Hugo Boss" von Alex Thomson nach der Taufe im Oktober 2015

Mark Lloyd/DPPI Alex Thomson ohne Fortune: Der Brite musste seine neue "Hugo Boss" aufgeben

BWR/Gilles Martin-Raget Guillermo Altadill hat mehr als eine Million Seemeilen absolviert. Dieses Mal musste er per Helikopter zurückkehren

Die neue "Hugo Boss" ist möglicherweise verloren. Das Imoca-Geschoss war erst Anfang Oktober getauft worden. Die Co-Skipper Alex Thomson und Guillermo Altadill hatten sich nach wenigen Testschlägen an die Startlinie zum Klassiker Transat Jacques Vabres Race von Le Havre über 5400 Seemeilen ins brasilianische Iatjaí gewagt. Das erklärte Ziel umriss Thomson vor dem Rennen immer wieder: "Unsere Strategie? Nicht das Boot kaputt machen. Wir wollen einfach nicht so blöd sein, das Boot kaputt zu machen. Ziel ist es also, Itajaí zu erreichen." Genau das blieb den beiden erfahrenen Co-Skippern aus England und Spanien versagt.

Mark Lloyd Mit Strukturproblemen in Seenot geraten: die neue "Hugo Boss"

Sechs Tage nach dem Start war das Duo bereits auf dem Weg nach A Coruña, weil der ambitionierte Neubau Probleme machte. Versuche, den Schaden am neuen Boot auf See zu reparieren, waren zuvor gescheitert. Thomson und Altadill hatten ihre Aufgabe des Rennens angekündigt. Doch A Coruña sollten sie nicht erreichen. Am Samstagmittag setzten die Crew etwa 82 Seemeilen vor der spanischen Küste einen Notruf ab. Die darüber umgehend informierte spanische Küstenwache schickte einen Helikopter, der die beiden Segler unversehrt von Bord hievte.

Dieser Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung.

Das schon zu Wochenbeginn an Strukturproblemen leidende Boot hatte den harten Bedingungen der letzten Tage mit Starkwinden und hoher See nicht mehr standgehalten – "Hugo Boss" machte Wasser und begann zu sinken. Projektleiter Stewart Hosford sagte: "Undere Gedanken sind bei Alex und Guillermo. Wenn sie sicher an Land sind, werden wir uns mit der Situation unserer Imoca 60 und dem Bergungsprozess beschäftigen. Wir sind sehr dankbar für die schnelle Reaktion der Rettungskräfte in dieser Situation."

Aktualisierung am 1. November 2015, 9.30 Uhr:

Nachdem die beiden Skipper am Samstag sicher an Land zurück waren, berichtete Alex Thomson von der Ereignissen auf See: "Wir hatten schon das Tempo gedrosselt und warteten darauf, dass sich das Wetter beruhigt, als es zu einem extrem ungewöhnlichen Ereignis kam. Uns traf eine Monsterwelle, die das Boot umkippte und auf den Kopf stellte." Den Seglern war es unter Deck blitzschnell gelungen, alle Luken zu schließen, den Notruf abzusetzen und das Boot schließlich aus eigener Kraft mithilfe des Schwenkkiels wieder aufzurichten. Ob und wie das rund sechs Millionen Euro teure Hightech-Geschoss zu retten sein wird, will das Team heute bei einer Fahrt zur rund 80 Seemeilen vor der spanischen Küste treibenden Schiff entscheiden. Alex Thomson wird mit dem Team hinausfahren. Der Brite sagte: "Wir müssen verstehen, warum es zu diesem Vorfall kam. Es war eine Monsterwelle, doch die hätte uns nicht auf diese Weise umkippen dürfen. Ich werde jetzt mit dem Team da rausfahren, um die erfolgreiche Bergung unserer neuen Rennyacht sicherzustellen."


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Alex ThomsonGuillermo AltadillhelikopterHugo BossTransat Jacques Vabres

Anzeige