Transatlantic Race
Hauchdünnes Finish beim Lizard

Je langsamer, desto spannender: Am Schluss waren die Abstände beim Transatlantic Race so knapp wie bei einer Yardstickregatta am See

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 16.07.2011

Amory Ross Altes Boot, junge Crew, gut gesegelt: „Norddeutsche Vermögen" holte Platz 2 in IRC 3 und Platz 9 in der Gesamtwertung nach berechneter Zeit

Der Pulk kam langsam, doch im Morgengrauen ging es Schlag auf Schlag. 16 Schiffe kreuzten die Ziellinie beim Lizard Point an der Küste Südwestenglands, darunter auch die meisten deutschen Teams: Um 03:58 Uhr Ortszeit „Varuna”, um 04:01 „Shakti”, um 04:04 „Scho-ka-kola” und etwa 20 Minuten später „Norddeutsche Vermögen”. Nach fast drei Wiochen auf See seit dem Start in Newport und mehr als 3.000 gesegelten Meilen sind das Differenzen, die man sonst bei Yardstickregatten auf einem Binnensee gewohnt ist. Und das war für die Crews und ihre Fans genauso spannend wie der Streckenrekord nach gesegelter Zeit, aufgestellt vom Supermaxi „Rambler 100” und der Gesamtsieg nach berechneter Zeit des Volvo Ocean 70 „Mar Mostro” von Puma Ocean Racing, die beide schon letzte Woche fertig hatten. Zwischendurch kamen mit der riesig-luxuriösen „Maltese Falcon" das größte und mit dem Katamaran „Phaedo" das bunteste Vehikel ins Ziel.

Amory Ross „Shakti", eine Rogers 46, geskippert von Gorm Gondesen und Christoph Avenarius, holte Rang 2 in IRC 2

„Das war eine stressige Nacht, mit einem 60-Meilen-Matchrace bis ins Ziel", hieß es am Blog von Jens Kellinghusens „Varuna”. „Die Jungs auf ‚Shakti‘ sind toll gesegelt, kamen ein paar Minuten nach uns rein und schlugen uns nach berechneter Zeit. Gratulation, wir sehen uns auf’n Bier in ‚The Hamble'". Und über das Ende des Abenteuers Atlantik: „Die letzten Tage waren schwierig, doch nun ist der Druck weg. Musik an Deck, ein Heineken und ein netter Schwatz mit den Jungs im Cockpit, Bug Richtung aufgehende Sonne … eine echte Teamexperience.”

Amory Ross Eine Augenweide, speziell aus der Luft: „Maltese Falcon", mit 289 Fuß die größte Teilnehmerin

In IRC-Klasse 4 waren die beiden Führenden „Carina” und „British Soldier” gar nur eine einzige Minute auseinander. Der Grund für diese knappen Abstände war eine ausgedehnte Flaute, die westlich von Irland den gesamten Kurs in einen riesigen Parkplatz verwandelte und praktisch zu einem Neustart der noch im Rennen verbliebenen Yachten führte.

Amory Ross Bunt & kurios: Der 66-Fuß-Gunboat-Kat „Phaedo", der sich mit „Maltese Falcon" in der offenen Klasse quer über den Atlantik matchte und dabei auch noch gewann

Das beste deutsche Ergebnis nach berechneter Zeit schaffte die schon etwas betagte, aber nichtsdestotrotz hervorragend disponierte Andrews 56 „Norddeutsche Vermögen”. Mit Skipper Eike Holst und anderen jungen Seglern des Hamburgischen Vereins Seefahrt gab’s in IRC-Klasse 3 den zweiten Platz und in der Gesamtwertung nach berechneter Zeit Platz 9. Die Platzierungen der anderen deutschen Boote, soweit bei Redaktionsschluss bekannt – IRC 2: 2. „Shakti”, 3. „Varuna”; IRC 3: 4. „Scho-ka-kola”; IRC 4: 6. „Nordwind” (einziger Klassiker im Feld). Noch auf See: „Sasha”, die noch etwa 200 Meilen bis ins Ziel vor sich hatte.

AMORY ROSS „Varuna" blieb am Wasser knapp vor dem Schwesterschiff „Shakti", nicht aber nach berechneter Zeit

Zu den Ergebnissen

Transatlantic Race 2011

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Trans Atlantic Race 2011

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