Regatta-News
Halbzeit in Kiel

Versöhnlicher Abschlusstag für Internationale Klassen / Viele deutsche Erfolge / Windreicher Auftakt für Olympische Klassen

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 21.06.2006

Sommerwerck/SZ Auch die Segler der Kieler Woche sind Fussball-Fans. Zum Länderspiel gegen Ecuador zeigte sich die Crew der "Immac Health Project" (Dr. David Tillmanns/Kieler Yacht-Club) im Deutschland-Outfit

Dem Flauten-Frust folgte bei der Kieler Woche 2006 ein traumhafter Finaltag für die 16 Internationalen Bootsklassen. Bei Sonnenschein und konstanten drei bis vier Windstärken aus Südwest konnten am gestrigen Abschlusstag bis zu vier Wettfahrten gesegelt werden. Ein völlig neues Gefühl für die rund 900 Crews.

Organisationsleiter Jobst Richter vom Kieler Yacht-Club freute sich: „Ein versöhnliches Ende. So schöne Bedingungen hatten wir uns für die ganze Zeit gewünscht. So sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.“
Zwar mussten in den Jugendklassen des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) die geplanten Medal-Races der besten zehn Crews abgesagt werden. Dafür kamen bei den 420ern aber genau jene fünf Wettfahrten zustande, die nötig waren, um als WM-Qualifikation gewertet zu werden. Den Siegerpokal fuhren dabei Susanne Baur/Katharina Berggren (Berg) ein.

„Aufgrund des schönen Dienstags bleiben wir bei den Seglern hoffentlich in bester Erinnerung“, hofft Richter. Helge und Christian Sach wird das nicht schwer fallen. Die beiden Brüder aus Zarnekau holten sich mit vier Tagessiegen in fünf Rennen den überlegenen Gesamtsieg in der Jahresklasse Formula 18. In ihrer langen Tornado-Zeit war den ehemaligen Vize-Weltmeistern ein Kieler-Woche-Sieg nie vergönnt gewesen. Dafür aber im 470er. „Vor 25 Jahren war das“, erinnerte sich Steuermann Helge Sach.

kasch/segler-zeitung.de Die Brüder Helge und Christian Sach gewinnen nach 25 Jahren – damals im 470er – erneut die Kieler Woche. In der Konstruktionsklasse Formula 18 waren sie nicht zu schlagen

Lange zurückdenken müssen auch die deutschen Folkeboot-Segler, wenn sie sich an ihren letzten Kieler-Woche-Triumph über die erfolgsverwöhnte dänische Armada erinnern wollen. Jürgen Breitenbach gelang dieses Kunststück zuletzt 1992, ehe nun Christoph Nielsen 14 Jahre später mit seinem Kieler-Woche-Erfolg ein neues deutsches Erfolgskapitel schrieb.

„Drei- oder viermal waren wir zwar schon beste Deutsche bei der Kieler Woche, doch irgendein Däne war immer vor uns. Deshalb sind wir jetzt auch besonders froh“, sagte der Eckernförder mit Wohnsitz in Berlin, der seinen Erfolg vor Schilksee sogar höher bewertet als seinen zweiten Platz 2004 beim Goldcup, der immerhin die inoffizielle Weltmeisterschaft darstellt: „Die Veranstaltung mit der stärksten Konkurrenz ist nun mal die Kieler Woche. Da sind die stärksten Crews am Start.“

Weitere deutsche Gesamtsiege schnappten sich Benjamin Friedhoff/Johanna Munding (Duisburg) im 29er, die Beneteau-25-Crew um Skipper Kai Mares (Kiel), der Hamburger „Drachen“ Thomas Müller, Stefan Karsunke (Hamburg) im J 24, Dustin Baldewein (Berlin) im Laser radial und Gunter Arndt (Flensburg) in der OK-Jolle und die Piraten Ansgar Schneider/Kay Mundhenke (Göttingen).

Die weiteren Erfolge gingen an den dänischen 505er-Segler Jan Saugmann, der den 14-maligen Kieler-Woche-Sieger Wolfgang Hunger (Strande) auf den siebten Platz verwies, den italienischen Ex-Weltmeister Andrea Bonezzi im Contender, Abonnementssieger Jorgen Bojsen-Möller (Dänemark) im FD, Teemu Rantanen (Finnland) im Europe, Hans Peulen (Niederlande) im H-Boot sowie Melcolm Huang (Singapur) im Hobie 16.

Am heutigen Mittwoch setzen erstmals die Mannschaften in den Olympischen Bootsklassen Segel auf der Außenförde. Sie könnten sogleich nach Leibeskräften gefordert werden. Vier bis fünf Windstärken aus Südwest sind prognostiziert, die in Böen sogar bis auf sieben auffrischen sollen.


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Themen: ErgebnisseInternationale KlassenKieler Woche 2006

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