Kieler Woche
Härtetest in Starkwind und grober See

Auf den Seebahnen geht es vor Kiel zur Sache: Die ORC-Teams schenken sich bei der IDM Seesegeln in anspruchsvollen Bedingungen keinen Meter

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 21.06.2016

okpress/Kieler Woche Tolles Bild: Die niederländische "Tonnere de Breskens" pflügt durch die Förde

Starke Winde und eine grobe See haben die Teilnehmer an der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Seesegler zu Wochenbeginn gefordert. Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann nutzte die anspruchsvollen Bedingungen am Montag und ließ drei statt der geplanten zwei Wettfahrten segeln, weil für die kommenden Tage leichtere Winde vorhergesagt sind. "Die Wetterprognosen für die nächsten beiden Tage sind nicht gerade rosig, so dass wir über jede Wettfaht, die wir in der Wertung haben, froh sind", sagte Kunstmann. Um den deutlich abflauenden Winden zu entgehen, wurde der erste Start für Dienstag auf 10 Uhr vorgezogen.

Die drei Wettfahrten am Montag wiederum nutzte die Crew der GP 42 "Silva Neo" zum Sturm an die Spitze. Dennis Gehrleins Team vom Kieler Yacht-Club führt in der größten Klasse ORC I aber nur mit 0.8 Punkten Vorsprung vor Axel Seehafers Soto 40 "Sportsfreund". Im Feld der sieben "Großen" behauptet die Frauen-Crew um Skipperin Kirsten Harmstorf auf "Tutima" hinter der holländischen "Tonnere de Breskens" weiter Platz vier.

©okpress Kirsten Harmstorfs "Tutima" im Härtetest: Die Frauen bestanden den Kampf in starken Winden und ruppiger Welle bravourös

In der mittleren Klasse ORC II verteidigten der Hamburger Skipper Max Gurgel und seine Mannschaft auf der XP-44 "X-Day" ihre Führung vor Kalle Dehlers "Sporthotel" und Peter Beck Mikkelsens "Arxes-Tolina BM Yachting". Die führenden drei Boote trennen nur 2.3 Zähler. Gurgel berichtete vom Intensiv-Einsatz auf der Förde: "Das war Teamwork par excellence bei sehr anspruchsvollen Bedingungen. Wichtig war für uns, dass wir die 'BM Yachting' zum Schluss hinter uns hatten." Als er das sagte, wusste Gurgel noch nicht, dass der Ergebnis-Computer die Flensburger First 40 mit Peter Beck Mikkelsen auf die Sekunde genau zeitgleich berechnet hatte.

okpress/Kieler Woche Segeln vom Feinsten: Karl Dehlers "Sporthotel" liegt in der mittleren Klasse ORC II auf Platz zwei

Eine lupenreine Weste im Härtetest vor Kiel behielten Jascha Bach und seine Crew auf der Italia 9.98 "Douwe Broekens". In der ORC-III/IV-Wertungsgruppe gelang Knut Freundenbergs First 36.7 "Halbtrocken" aus Bad Laer das Comeback des Tages. Die achtköpfige Crew rückte mit den Rängen 3, 2 und 2 auf Platz zwei vor. Henning Tebbes X-332 Sport "Patent3" rutschte nach einem weniger gelungenen Regattatag (4, 4, 9) auf Platz drei zurück.

Die ersten Kieler-Woche-Sieger kommen aus Hamburg

©www.segel-bilder.de Die ersten Sieger kommen aus Hamburg: J24-Steuermann Tobias Feuerherdt und seine Crew haben sich den Kieler-Woche-Titel vorzeitig gesichert

Die ersten Kieler-Woche-Sieger der 122. Auflage der weltgrößten Regatta kommen aus Hamburg: Steuermann Tobias Feuerherdt und seine Crew haben sich am Montag vorzeitig den Titel in der J24-Klasse gesichert. Rekordsieger Wolfgang Hunger aus Strande und sein Vorschoter Julien Kleiner dagegen müssen am Finaltag der Wettfahrten für die internationalen Klassen als Zweitplatzierte kämpfen, wenn sie den Briten Andy Smith und Tim Needham noch den Sieg streitig machen und Hungers 22. Titel sichern wollen. "Die Engländer tragen die WM in diesem Jahr im eigenen Land aus und sind deshalb jetzt schon gut in Form", sagte Hunger. Kämpferisch fügte er hinzu: "Aber da ist noch was drin!"

Hier geht es zu den Ergebnissen

www.segel-bilder.de/Kieler Woche Sieben Siege in neun Wettfahrten: Frithjof Schwerdt segelt im Musto Skiff auf Titelkurs


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Themen: Dennis GehrleinIDM SeesegelnKieler WocheMax Gurgel

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