Isaf-Weltcup
Grotelüschen holt Laser Medal Race

Auch ohne Medaillen waren die Deutschen in Weymouth ziemlich gut: Vierte in der Nationenwertung mit einem echten Knaller am Ende

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 12.06.2011

onEdition Grotelüschen in Front: Das war die gute Botschaft am letzten Tag der Skandia-Sail-for-Gold-Regatta

Schluss, aus, fertig. Eine intensive Regattawoche beim vorletzten Isaf-Segelweltcup der Saison ging gestern auf dem Olympiarevier zu Ende. Wären's die Olympischen Spiele gewesen, wäre das Sailing Team Germany ohne Medaillen heimgekehrt. Aber es war ja „nur" Qualifikation, und dafür kann sich die Bilanz sehen lassen. Und das Tollste kam wohl am Ende. Da hat nämlich Simon Grotelüschen ganz cool das Medalrace bei den Lasern gegen allerstärkste Konkurrenz gewonnen und damit nicht nur für das beste deutsche Gesamtresultat gesorgt, sondern auch seinen ebenfalls sehr guten Mannschaftskollegen Philipp Buhl noch überholt: Rang 4 für Grotelüschen und Rang 7 für Buhl.

onEdition Kröger geht hart ran: Platz 5 im 2,4 mR war im grünen Bereich, wenn auch einen Tick vom Podest entfernt

Sehr gut auch Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher, die im Medalrace der 470er-Damen Rang 4 belegten und die Regatta auf dem neunten Platz abschlossen. Franziska Goltz belegte im Laser Radial trotz eines 10. (und letzten) Platzes in ihrem Medalrace insgesamt Rang 9.

onEdition Es waren britische Festspiele, bei denen die Gastgeber (fast) alle in Grund und Boden segelten. Besonders überlegen war Ben Ainslie (gelbe Weste) im Finn

Bei zum Teil sehr schwierigen Verhältnissen und Winden bis fast 30 Knoten ging’s an der englischen Südküste für die Olympiaaspiranten nicht unbedingt um den Sieg, sondern in erster Linie um die Wahrung der Chancen in der Qualifikation. Die kann man am Anfang nicht gewinnen, verlieren allerdings schon. Aus mannschaftlicher Sicht waren die STG-ler auch ohne Edelmetall gut dabei: Acht Top-10-Plätze und acht weitere Boote in den Top 20, wofür Qualifikationspunkte gutgeschrieben werden. Mit dem vierten Rang in der Länderwertung (gerechnet werden die Top-10-Plätze in jeder Klasse) ließen Deutschlands Segler starke Nationen wie Spanien, Australien, USA und Italien hinter sich.

onEdition Platz 7 war für die Sonar-Paralympiasieger Jens Kroker/Robert Prem/Siegmund Mainka unter den Erwartungen im 11-Boote-Feld

Sonst? Britannia rules the waves, ganz wie erwartet: Die Gastgeber holten nicht weniger als acht Medaillen und brachten 24 Segler unter die Top 10. Wie hart das Brot der Briten in manchen Klassen ist, zeigt das Schicksal von Andrew Mills, der als Achter im Finn nur Viertbester seiner Equipe war und damit schon in einer anderen Liga spielte als Sieger Ben Ainslie. Der fand die Regatta übrigens härter als die Olympischen Spiele, weil mehr gute Leute dabei waren.

Highlights von den Medal Races bei de Skandia Sail 4 Gold mit deutscher Beteiligung

Die Klassensieger und die besten Deutschen: Laser – Tom Slingsby (AUS), 4. Grotelüschen; 2,4 mR – Damien Seguin (FRA), 5. Heiko Kröger; Sonar – John Robertson (AUS), 7. Jens Kroker/Robert Prem/Siegmund Mainka; Laser Radial – Marit Bouwmeester (NED), 9. Franziska Goltz; 470-Frauen – Aleh/Powrie (NZL), 9. Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher; Damen-Matchrace – Tunnicliffe (USA), 9. Silke Hahlbrock; RS:X-Männer – Nick Dempsey (GBR), 11. Toni Wilhelm; RS:X Damen – Marina Alabau (ESP), 13. Moana Delle; 470-Männer – Leboucher/Garos (FRA), 14. Jasper Wagner/Tobias Bolduan; Star: Scheidt/Prada (BRA), 17. Alexander Schlonski/Matthias Bohn; 49er – Outteridge/Jensen (AUS), 18. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann; Finn – Ben Ainslie (GBR), 20. Jan Kurfeld.

Skandia Sail for Gold

16 Bilder

Auch ohne Medaillen konnten sich die Leistungen der deutschen Segler bei der ersten Qualifikationsregatta am Olympiarevier sehen lassen

Zur Eventseite und den Ergebnissen

Der nächste und für diese Saison letzte Wettbewerb des Isaf-Weltcups findet ab 18. Juni im Rahmen der Kieler Woche statt. Für Deutschlands Olympiasegler ist dies die zweite von drei Qualifikationsregatten, bei der vor vertrauter Kulisse Vorentscheidungen fallen werden. Wer in Weymouth gut war, will gut bleiben. Wer in Weymouth kein gutes Ergebnis brachte, ist unter Zugzwang. Es wird also äußerst spannend.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Ben AinslieKathrin KadelbachPhilipp BuhlSailing Team GermanySimon GrotelüschenSkandia Sail for Gold WeymouthWeymouth

Anzeige