ISAF Segel Weltcup
Grotelüschen geigt bei ganz wenig

Starke Nerven, viel Geduld und ein bisschen Glück: So einfach kann die Erfolgsformel manchmal sein. Aber auch so ungemein kompliziert

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 27.04.2011

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Simon Grotelüschen kann's auch bei Leichtwind. Dritter Laufsieg und vorläufig dritter Platz im Gesamtklassement

Länge läuft. Sagt man. Bei Simon Grotelüschen, dem großgewachsenen deutschen Lasersegler, läuft's bei Wind schon lange. Neuerdings scheint es aber auch bei leichtem Wetter zu klappen. Das herrschte nämlich auch am dritten Tag beim Isaf-Segel-Weltcup in Hyères und machte sehr vielen sehr viel Kopfzerbrechen, zumal nach dem gestrigen Tag die Flottenteilung vorgenommen wurde. Gute Haltungsnoten allein waren eindeutig zu wenig.

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Haltung stimmt, das Resultat (noch) nicht: Anke Helbig ist als zweitbeste Deutsche 46. bei den Laser Radial

Grotelüschen stand über den Dingen und holte sich seinen insgesamt dritten Laufsieg bei dieser Regatta. Damit  katapultierte er sich auf den 3. Rang im Gesamtklassement und zog freudig Bilanz: „Mit diesem Tag kann ich wirklich sehr zufrieden sein. Normalerweise bin ich ja bei Wind besser", sagte der 1,94-Meter-Mann. „ Klar ist es sehr eng, und die nächsten Tage werden alles andere als einfach, aber ich habe Selbstvertrauen und kann es entspannt angehen.”

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Einer der „Untouchables": Ben Ainslie

Unbeeindruckt vom Auf und Ab auf den Rängen blieben die „Untouchables": Die Spanierin Blanca Manchon (RS:X Damen), der Franzose Damien Seguin (2,4 mR), die Brasilianer Robert Scheidt/Bruno Prada (Star), die Spanierinnen Tara Pacheco/Berta Betanzos (470 Damen) und der heimliche König von England, Ben Ainslie (Finn), die alle mit deutlichem Vorsprung ihre Klassen anführen.

STG/Nico Krauss Heiko Kröger auf der Pirsch: Dritter im Zwischenklassement bei den 2,4mR

Gut in Fahrt gekommen bei den 2,4 mR ist auch Heiko Kröger, der seinen Frühstart vom ersten Tag streichen und sich auf Platz 3 nach vorn segeln konnte. Gewinnen wird hier wohl Seguin, der mit 16 Punkten Vorsprung auf die Britin Megan Pascoe führt, drei Punkte dahinter dann Kröger. Mit im Rennen ist auch der konsistent segelnde Lasse Klötzing auf Platz 5.

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Stanjek/Kleen blieben konstant und verbesserten sich auf Rang 6

Im Starboot wird der Weg zum Sieg über die starken Brasilianer Scheidt/Prada führen, die mit 12 Punkten vorausliegen. Aus deutscher Sicht haben nun Robert Stanjek/Frithjof Kleen wieder die Oberhand. Sie sind das konstantere Team und liegen derzeit auf Platz 6, während Johannes Babendererde/Timo Jacobs (9.) deutlich extremer agieren. Ihren zwei Laufsiegen stehen vier schwer zweistellige Resultate gegenüber. Ob sie mit so viel Risiko das Medalrace schaffen?

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Kadelbach/Belcher mitten in der Rushhour. Sie sind als 19. die besten deutschen Damen im 470

In den anderen Klassen befindet sich vom Sailing Team Germany derzeit nur Windsurferin Moana Delle (12.) in Reichweite der Top Ten. Die knappen Punkteabstände bei den RS:X Damen lassen aber hoffen. Silke Hahlbrock konnte beim Damen-Matchraceing in der Trostrunde nur eine von bisher drei Wettfahrten gewinnen. Zum Weiterkommen in die Medaillenrunde müsste sie ihre beiden ausständigen Läufe gewinnen und auf ein arithmetisches Wunder hoffen. Die bestklassierten Deutschen in den restlichen Klassen: RS:X Männer – Toni Wilhelm (21.), Laser Radial – Franziska Goltz (25.), Finn – Jan Kurfeld (17.), 49er – Max und Moritz Rieger (16.), 470 Männer – Lucas Zellmer/Heiko Seelig (19.), 470 Damen – Kathrin Kadelbach/Friedericke Belcher (19.)

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Langes Warten für ein bisschen Wind am dritten Tag

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Themen: Frithjof KleenHeiko KrögerRobert ScheidtRobert StanjekSimon Grotelüschen

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