Segeln olympisch
Goldenes Ende einer denkwürdigen Woche

Justus Schmidt und Max Boehme sind 49er-Europameister und beenden eine ertragreiche Woche für Deutschlands Olympiasegler mit goldenem Glanz

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 12.07.2015

Justus Schmidt und Max Boehme haben eine denkwürdige Woche für den deutschen olympischen Segelsport mit einem goldenen Ausrufezeichen beendet. Die beiden erst 23 Jahre alten Segler vom Kieler Yacht-Club haben bei der offenen 49er-Europameisterschaft Platz zwei hinter dem neuseeländischen Titelverteidiger und America's-Cup-Steuermann Peter Burling mit Blair Tuke belegt. Als bestes europäisches Team wurden Schmidt/Boehme zu Europameistern gekürt und treten damit die Nachfolge ihrer Berliner Teamkameraden Erik Heil und Thomas Plößel an, die bei den Titelkämpfen vor Porto in Portugal Achte wurden.

Neuza Pereira/EM 49er/Porto Justus Schmidt und Max Boehme sind 49er-Europameister 2015

"Der Sieg von Justus und Max ist eine kleine Sensation", sagte der dreimalige 49er-Europameister und zweimalige Olympiateilnehmer Marcus Baur, der die Finalrennen live im Internet kommentierte. Schmidt/Boehme gewannen den Titel vor allem mit Konstanz, leisteten sich nur einen Aussetzer, präsentierten sich auch in der neunten und letzten Wettfahrt der Hauptrunde nervenstark und kreuzten die Ziellinie nach gelungenem Start als Fünfte. Das reichte zu EM-Gold und einer weiteren Medaille für den deutschen Segelsport und die Nationalmannschaft Sailing Team Germany, die binnen acht Tagen so viele Erfolge vermelden konnte wie lange nicht mehr. Dem EM-Gold der 470er-Segler Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski folgte das WM-Silber von Philipp Buhl, der starke fünfte WM-Platz der jungen Nacra-17-Überflieger Paul Kohlhoff und Carolina Werner und nun die EM-Goldmedaille für zwei weitere Norddeutsche von der Kieler Förde.

Für Schmidt/Boehme kam den Durchbruch, der "geplatzte Knoten", auf den auch der hochgeschätzte Trainer Thomas Reim schon so lange gewartet hatte, zur rechten Zeit. "Wir können es gar nicht fassen", sagte Steuermann Schmidt kurz nach dem Finale, "das ist der mit Abstand größte Erfolg unserer Karriere. Wir haben immer an unser Team geglaubt und haben Material, mit dem wir uns gut fühlen. Jetzt kommt das Wissen dazu, dass wir es können und gute Ergebnisse eben kein Wunderwerk sind. Das ist ein gutes Gefühl." Dankbar sind Justus Schmidt und Max Boehme auch für ihre Aufnahme in die starke Trainingsgruppe von Erik Heil und Thomas Plößel sowie dem dänischen Olympiasieger Jonas Warrer und Anders Thomsen. "Sie haben uns aus überlegener Position heraus in ihre Trainingsgruppe aufgenommen und wir haben irre viel von den beiden Teams gelernt." Das bekamen die Routiniers bei dieser Europameisterschaft zu spüren.

Ricardo Pinto/49er EM Justus Schmidt und Max Boehme sind die neue europäische Nummer eins

Mit dem EM-Sieg und Regattaplatz zwei sicherten sich Schmidt/Boehme zum Auftakt der dreiteiligen nationalen Olympiaausscheidung 25 Punkte für die DSV-interne Wertung und damit einen 12-Punkte-Vorsprung im Duell mit ihren Trainingspartnern und Teamkameraden Erik Heil und Thomas Plößel. Die Berliner galten bislang als Favoriten im deutschen Duell um die Olympiafahrkarte, konnten sich aber mit ihrem achten Platz zunächst nur 13 Punkte sichern. Das Duell wird bei der 49er-Weltmeisterschaft 2015 vor Buenos Aires in Argentinien fortgesetzt und endet mit dem Klassiker Princesa Sofía vor Palma de Mallorca.

Pedro Martinez Schon beim Weltcup vor Weymouth waren Schmidt/Boehme in die Top Ten gesegelt. Bei der Kieler Woche konnten sie Erik Heil und Thomas Plößel besiegen. Nun gab es mit Gold bei der 49er-EM den ersten großen Sieg für die beiden jungen Kieler


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Themen: 49er49er-EuropameisterschaftBlair TukeErik HeilJonas WarrerJustus SchmidtMarcus BaurMax BoehmePeter BurlingThomas Plößel

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