Starboot-WM
Goldener WM-Stern für Stanjek/Kleen

Robert Stanjek und Frithjof Kleen haben die Starboot-WM auf dem Gardasee gewonnen und dürfen künftig mit goldenem Stern im Segel starten

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 05.07.2014

Fraglia Vela Malcesine Geballte Kraft aus GER: Robert Stanjek und Frithjof Kleen gewinnen die Starboot-WM 2014 auf dem Gardasee

Der letzte deutsche Triumph bei einer Starboot-WM liegt schon eine Weile zurück: 1981 (mit Vincent Hoesch) und dann noch einmal 1997 (mit Marcelo Ferreira) gewann der Hamburger Steuermann Alexander Hagen die Weltmeisterschaft in der anspruchsvollen Kielbootklasse, in der seit 1922 Weltmeisterschaften ausgetragen werden und die zwischen 1932 und 2008 olympisch war, bevor sie 2010 ausgerechent für die Olympischen Spiele im Heimatrevier der Starboot-Könner aus Brasilien aus dem Programm gestrichen wurde. An Quantität und Qualität der hochkarätigen Starboot-Regatten aber hat sich seitdem kaum etwas verändert.

87 Boote aus 18 Ländern segelten vor Malcesine eine Woche lang um den WM-Titel. Robert Stanjek und Frithjof Kleen waren mit einem Wettfahrtsieg stark in die Serie eingestiegen und konnten sich am Ende mit zwei Punkten Vorsprung vor den punktgleichen Italienern Diego Negri und Sergio Lambertenghi und dem Norweger Eivind Melleby mit seinem brasilianischen Gastvorschoter Bruno Prada durchsetzen. Johannes Polgar und Markus Koy vom Norddeutschen Regatta Verein segelten auf Platz zehn. Hubert Merkelbach und Gerrit Bartel belegten Platz 15.

Für Stanjek/Kleen ist der WM-Titel neben Platz sechs bei den Olympischen Spielen der größte Triumph ihrer Segelkarriere. Sie dürfen künftig – ein exklusives Recht von Weltmeistern in der Starboot-Klasse – bei Regatten mit einem goldenen Stern im Segel starten. "Es war am Ende noch einmal ganz knapp, das Niveau hier war der Oberhammer", erzählte Robert Stanjek. "Wir mussten in der letzten Wettfahrt mächtig kämpfen, um diesen Sieg heimzubringen. Jetzt sind wir ganz schön stolz auf diesen Titel."

Mit Gruß und Dank an Bouwe Bekking

Einen besonderen Dank schickte Robert Stanjeks Vorschoter Frithjof Kleen mit Augenzwinkern in Richtung Niederlande. "Robert hat diese Woche ganz stark gesteuert. Ich wäre jetzt nicht Weltmeister, wenn Bouwe Bekking ihn für seine Volvo-Ocean-Race-Kampagne verpflichtet hätte. Insofern: Schönen Dank auch an Bouwe!" Robert Stanjek hatte sich als aussichtsreicher Kandidat für einen Platz im Team Brunel beworben, bevor sich Skipper Bouwe Bekking dann doch lieber für einen erfahrenen Weltumsegler statt der Neulinge Stanjek oder dessen holländischen Rivalen Pieter-Jan Postma entschieden hatte.

Star Sailors League Danke, Bouwe! Frithjof Kleen nach dem Titelgewinn im siebten Seglerhimmel

Mit der Weltmeisterschaft vor Malcesine demonstrierten die Starboote einmal mehr Klasse und Masse vor traumhafter Kulisse. Hinter dieser Kulisse wird trotz klarer Absage vom Welt-Seglerverband Isaf weiter für das olympische Comeback gekämpft. Lars Grael, zweimaliger olympische Bronzemedaillengewinner im Tornado und Präsident der Internationalen Starboot-Vereinigung, sagte: "Die Streichung des Starbootes aus dem olympischen Programm ist eine historische Fehlentscheidung. Und das sage ich nicht aufgrund der guten brasilianischen Medaillenaussichten. Mehr als 50 Prozent der Segler weltweit segeln auf Kielbooten. Die Olympischen Spiele sollten die Realität im Sport abbilden." Auch Frithjof Kleen sagte: "Im Starboot wird weiter auf extrem hohem Niveau gesegelt. Es sollte einfach grundsätzlich ein Kielboot bei Olympischen Spielen am Start sein, weil der Sport sonst nicht vernünftig repräsentiert wird."

(Ergänzung der Redaktion am 8. Juli: Auch Walter "Pimm" von Hütschler hat in der Geschichte des Starboots 1938 und 1939 mit zwei WM-Titeln zur deutschen Erfolgsbilanz beigetragen)

Star Sailors League Pfeilschnell unterwegs: Robert Stanjek und Frithjof Kleen


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