Regatta-News
Gold bei 470er-Europameisterschaft

Stefanie Rothweiler und Vivien Kussatz erneut auf dem obersten Treppchen

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 11.06.2007

Sotiris Triptanis Stefanie Rothweiler und Vivien Kussatz vor Thessaloniki

Im finalen Medalrace stand der Gesamtsieg lange auf der Kippe, ehe Rothweiler/Kussatz als Siebte nur einen Platz hinter den Italienerinnen Giulia Conti und Giovanna Micol alles klarmachten und in der Endabrechnung fünf Punkte Vorsprung aufwiesen.

Mit dem Titelgewinn erfüllten Stefanie Rothweiler aus München und die Berlinerin Vivien Kussatz vom pinta racing team vor der griechischen Hafenstadt Thessaloniki zugleich das nationale Nominierungskriterium für die Olympischen Spiele 2008 in Qingdao/China. Damit nimmt Rothweiler, die 15. der Olympischen Spiele 2004 in Athen, zum zweiten Mal Kurs auf die Regatta im Zeichen der fünf Ringe. "Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, lockerer zu bleiben als beim letzten Mal."

"Wir sind total happy, ein Traum wurde wahr. Aber es wäre beinahe noch schief gegangen. Das war soooo spannend", stammelten die 27-jährige Rothweiler vom Württembergischen Yacht-Club Friedrichshafen und ihre Vorschoterin Vivien Kussatz (34) vom Spandauer Yacht-Club, "jetzt trinken wir erst mal ein Bier." Mit sieben Punkten Vorsprung waren sie ins Finale gegangen, doch das erwies sich nur scheinbar als beruhigendes Polster. Während der Wettfahrt hatten die Spitzenreiterinnen plötzlich die rote Laterne am Heck. Und an mehreren Tonnenrundungen hätten die Europameisterinnen Conti/Micol geheißen.

Die Atmosphäre war bereits zum Zerreißen gespannt, bevor die zehn besten 470er-Teams am Nachmittag zum Medalrace an die Startlinie gingen. "Alle waren super-nervös, denn es ging noch für einige um sehr viel", berichteten die Deutschen. Viele Begleitboote sorgten trotz idealer Segelbedingungen bei Windstärke drei bis vier für unruhiges Wasser und eine hektische Stimmung. Aber davon konnten sich auch die einzigen Gegnerinnen nicht frei machen, die im Verlauf des Rennens durch taktische Fehler einige Plätze verloren.

"Das war reine Nervensache, was für ein Krimi", meinte die überglückliche Mannschaft zurück an Land. Seit der ersten EM-Wettfahrt hatten die Vorjahressiegerinnen, die 2006 auf dem Plattensee in Ungarn ihren ersten EM-Titel gewannen, das Klassement überlegen angeführt. Auch eine starke Erkältung der Steuerfrau Stefanie Rothweiler konnte sie seit drei Tagen nicht von der Spitze verdrängen. "Vivien hat die ganze taktische Arbeit übernommen", sagte die Angeschlagene, "das war eine großartige Teamleistung."

Endstand der 470er-Europameisterschaft nach dem finalen Medalrace:
1. Stefanie Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) 47 Punkte
2. Giulia Conti/Giovanna Micul (ITA) 52 Punkte
3. Elise Rechichi/Tessa Parkinson (AUS) 71 Punkte
17. Daria Blaschkiewitz/Geeske Genrich (Lübeck/Rostock)
20. Kathrin Kadelbach/Rike Ziegelmayer (Berlin/Hamburg)


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Themen: 470erEM

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