Regatta-News
Global Challenge: Verletzter auf 4. Etappe

Crewmitglied der "Save the Children" erfolgreich abgeborgen

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 04.03.2005

On Edition The Photographers Schwere See im Indischen Ozean

Auf der vierten Etappe der Amateur-Regatta um die Welt kam es in schwerem Wetter zu einem Zwischenfall. Nachdem die 72-Fuß-Stahlyacht "Save the Children" von einer Freakwave herumgeschleudert worden war, musste ein Crewmitglied abgeborgen werden.

Der 31-jährige Adrian Albrighton hatte in seiner Rohrkoje gelegen, als die Yacht von einer riesigen Welle herunterfiel. Er selbst wurde durch die Luft geschleudert und verletzte sich schwer an der Hüfte. Die "Save the Children" setzte daraufhin Kurs ab auf Tasmanien. Ein entgegenkommendes Schiff nahm den Briten an Bord, der dann mit einem Helikopter in ein Krankenhaus in Hobart geflogen wurde. Seine Crew ist mittlerweile wieder zurück im Rennen.

Rund 30 Tage haben die zwölf Yachten nun noch vor sich, bevor sie das Etappenziel Kapstadt erreichen. Die Crews berichten von über 40 Knoten Wind, Wellen so groß wie die Masten - also knapp 30 Meter hoch - und Delphinen, die über den Köpfen der Crews auf Wellenbergen reiten.
Gestartet waren die baugleichen Yachten am Sonntag, den 27. Februar, vor dem Opernhaus in Sydney. Den sehr engen Start konnte "BP Explorer" mit dem Thüringer Holger Bindel am Ausgang des Hafens von Sydney für sich entscheiden, dicht gefolgt von "Me To You" mit der Bremerhavenerin Birgit Obermüller. Nach weniger als 24 Stunden übernahm "Me To You" die Führung auf dem Weg durch die Tasmanische See Richtung Hobart und konnte diese, wenn auch knapp, zwei Tage halten. Ein vom kräftigen Wind gerissener Spinnaker beendete den Vorsprung. Birgit Obermüller berichtete: "Es ist grausam, wenn du siehst, wie der Spinnaker zerfetzt wird, nachdem du beim Trimmen eine Sekunde nicht aufgepasst hast."

Auf dem weiteren Weg gen Süden gab es mittlerweile viele enge Positionskämpfe. In der Führungsgruppe aus drei bis sechs Yachten kam es ständig zu Positionswechseln. Der Abstand der Yachten betrug meist nur wenige Seemeilen. Kurz vor Tasmanien übernahm "Imagine It. Done" mit der einzigen weiblichen Skipperin Dee Caffari die Führung. Mit kurzen Unterbrechungen konnte sie diese, wenn auch mit nur einer Seemeile sehr knapp, bis heute halten (vor "Barclays Adventurer"). Das ist ein sehr großer Erfolg, denn bisher lag ihr Schiff meist im hinteren Feld und musste auf der zweiten Etappe von Buenos Aires nach Wellington sogar wegen einer Helikopter-Evakuierung eines verletzten Crewmitgliedes die Etappe aufgeben.

"BP Explorer", auf Platz zwei in der Gesamtwertung, ist dem Führungsduo dicht auf den Fersen. Mit nur 19 Seemeilen Rückstand belegt sie derzeit Platz drei. "Me To You" liegt neun Seemeilen dahinter auf Platz vier, nachdem sie kurzzeitig auf den vorletzten Platz abgerutscht war. Grund dafür ist die Entscheidung von Skipper James Allen, eine sehr südliche Route zu wählen. Diese ist aufgrund der Erdkrümmung kürzer, der Wind ist dort aber auch stärker und gefährlicher, die Wellen höher und die Temperaturen niedriger.
"Spirit of Sark" mit dem Rheinländer Jürgen Dieris, Platz vier der Gesamtwertung, bevorzugt eine nördlichere Route und liegt 18 Seemeilen hinter "BP Explorer". Auf dem letzten Platz mit 150 Seemeilen Abstand zur Führung befinde sich (aus dem geschilderten Grund) derzeit "Save The Children". (Rainer Seifert)


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Themen: Global ChallengeRegatta

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