Spiel, Satz und Sieg für Gitana im Transat Jacques Vabre!
"Maxi Edmond de Rothschild" gewinnt das Atlantik-Powerplay

Charles Caudrelier und Franck Cammas sind das schnellste Ultime-Duo der Segelwelt. Sie absolvierten 9262,13 Seemeilen mit durchschnittlich 24,01 Knoten Speed!

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 23.11.2021
Giganten-Begegnung: Der französische "Maxi Edmond de Rothschild" am Diamond Rock von Martinique Giganten-Begegnung: Der französische "Maxi Edmond de Rothschild" am Diamond Rock von Martinique Giganten-Begegnung: Der französische "Maxi Edmond de Rothschild" am Diamond Rock von Martinique

Jean-Marie Liot/Alea Giganten-Begegnung: Der französische "Maxi Edmond de Rothschild" am Diamond Rock von Martinique

In 16 Tagen, 1 Stunde, 49 Minuten und 16 Sekunden haben Charles Caudrelier und Franck Cammas sagenhafte 9262,13 Seemeilen über Grund mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,01 Knoten absolviert. Damit wurde das Franzosen-Doppel seinen Vorschusslorbeeren gerecht und brachte den "Maxi Edmond de Rothschild" als klassenbesten Ultime ins Ziel des Transat Jacques Vabre 2021. Das marineblaue Flaggschiff des traditionsreichen Rennstalls Gitana hat seine Flotte über 98 Prozent der Segelzeit im Transatlantik-Klassiker angeführt und in Händen der Segelstars Cammas und Caudrelier eine dominante Galavorstellung seines kraftstrotzenden Vermögens gegeben.

Jean-Marie Liot/Alea Jubelten so synchron, wie sie sich an Bord bei ihrer Siegfahrt einig waren: Gitanas Co-Skipper Charles Caudrelier (r.) und Franck Cammas

In einer ersten Bilanz sagte Franck Cammas: "Wir haben nicht viele Fehler gemacht, das Boot hat sich gut verhalten. Es segelte mit hundert Prozent seiner Möglichkeiten, aber wir wussten in Bezug auf die Konkurrenz trotzdem nicht, was das ergeben würde. Unser Selbstvertrauen wuchs von Tag zu Tag. Gestern hatten wir noch ein bisschen Stress mit der Wettersituation. Wir fielen in eine windlose Zone, und hinter uns haben sie 200 Seemeilen binnen zwölf Stunden gewonnen. Da bekamen wir ein wenig Angst, aber irgendwann später bekamen sie die gleichen Probleme wie wir."

Lachend ergänzte der als äußerst ehrgeizig bekannte Cammas mit Blick auf seinen Co-Skipper Caudrelier: "Wichtig ist es für mich, immer einen Sieg mehr zu haben als Charles." Dabei bleibt es, solange die beiden Cs in einem Boot sitzen. Cammas konnte das "TJV" viermal gewinnen, Caudrelier dreimal.

Jean-Louis Carli/Alea Kraftvoll und bei Tageslicht ging es für Gitanas Flaggschiffs ins "TJV"-Ziel

Charles Caudrelier: "Der Sieg bezeugt die Reife des Projekts"

Zur vermeintlichen Leichtigkeit der Erfüllung der Favoritenrolle erklärte Cammas: "Es sieht einfach aus, weil das Team gut geführt, das Rennen gut vorbereitet und gut geroutet wurde. Aber alle diese Elemente müssen wir bei jeden Start wieder neu finden und gut zusammenbringen." Charles Caudrelier sagte am Dienstag nach dem Zieldurchgang: "Wir kommen immer besser in Form. Wir hatten einmal Sorgen, weil wir einen Motorschaden hatten, also keine Energie mehr. Wir haben versucht, bei den Kapverden anzuhalten, es aber schließlich geschafft, das Problem zu reparieren. Wir haben das hundertprozentige Potenzial des Bootes nicht immer erreicht, waren aber dicht dran. Auch unseren Wetterroutern an Land müssen wir gratulieren, denn sie hatten es nicht immer leicht. Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Es war das erste Mal, dass Franck so wenig Zeit am Kartentisch verbrachte, um die Entscheidungen zu kommentieren. Ich glaube, es lief noch nie so gut zwischen uns beiden. Es gab keine schlechten Zeiten, es war perfekt. Wir haben uns gegenseitig vertraut und waren uns einig bei den Entscheidungen, beim Risikomanagement, bei der Segelwahl. Der Sieg bezeugt die Reife des Projekts. Nicht nur unsere, sondern auch die des gesamten Teams. Das hier haben wir über drei Jahre entwickelt."

Jean-Louis Carli/Alea Als wären es zwei Berge: Der "Maxi Edmond de Rothschild" kommt vor Martinique ins Ziel

Hinter "Maxi Edmond de Rothschild" rangen am Dienstagnachmittag François Gabart und Tom Laperche auf dem Ultime "SVR-Lazartigue" und Armel Le Cléac'h mit Kevin Escoffier auf "Banque Populaire XI" bei 100 Seemeilen bis zur Ziellinie vor Martinique mit nur vier Seemeilen zwischen ihren Booten um Platz zwei. Mit jeweils einem Vendée-Globe-Sieger besetzt, werden die Crews bis zum Ende um jede Sekunde kämpfen.

Bei den Imocas hat sich indessen nichts am führenden Quintett geändert: Thomas Ruyant und Morgan Lagravière führten das Rennen am Dienstagnachmittag bei gut 550 Seemeilen bis in Ziel mit satten 166 Seemeilen vor den Top-Favoriten Charlie Dalin und Paul Meilhat auf "Apivia" an. Es folgten "Charal", "Arkéa Paprec" und "Initiatives Cœur".

Packend bleibt auch der Kampf um die Class40-Krone im Transat Jacques Vabre: Die ersten sechs Boote trennten bei rund 1360 Seemeilen bis ins Ziel keine 50 Meilen. Ihr Feld führten weiter Antoine Carpentier und Pablo Santurde Del Arco auf "Redman" an. Dahinter haben der gut bekannte Mini-Transat-Überflieger Ian Lipinski und Julien Pulvé auf "Crédit Mutuel" nur 34 Seemeilen Rückstand und waren zuletzt schnell unterwegs. Hier geht es zu allen Siegerzeiten und Zwischenständen (bitte anklicken!) .

SVR-Lazartigue/Transat Jacques Vabre Hat meist noch Cleveres im Sinn und offenbar Spaß bei diesem Satz mit Schleife über den Atlantik: Vendée-Globe-Gewinner und "SVR-Lazartigue"-Antreiber François Gabart


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Themen: Transat Jacques Vabre

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