Barcelona World Race
Generalprobe für die Vendée Globe

Solosegler Jörg Riechers hat mit Co-Skipper Sébastien Audigane für das Barcelona World Race gemeldet. Ziel bleibt die Vendée-Teilnahme 2016

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 21.01.2013

Freels, P. Garenne Greift 1014 im Barcelona World Race an: Jörg Riechers

Der Hamburger Solosegler Jörg Riechers ist seinem Traum von der Teilnahme an der Vendée Globe 2016 einen erheblichen Schritt nähergekommen. Am Montag gab der 44-Jährige seine Meldung für das Barcelona World Race 2014/2015 auf der Wassersportausstellung boot in Düsseldorf bekannt. Gemeinsam mit seinem französischen Co-Skipper Sébastien Audigane, der 2005 mit der "Orange 2" die Jules-Verne-Trophäe für die schnellste Nonstop-Weltumseglung mit Crew gewann und zu den erfahrensten Hochseekräften seines Landes zählt, will sich Riechers im Rahmen der Zweihand-Weltumsegelung Barcelona World Race auf seinen eigentlichen Gipfelsturm vorbereiten: die Teilnahme an der Vendée Globe 2016.

Für sein zweistufiges Projekt über vier Jahre hat Riechers Mare Racing Team eine gebrauchte Yacht vom Typ Imoca Open 60 erworben. Auf Booten dieses Typs wird sowohl im Barcelona World Race als auch in der Vendée Globe gesegelt. Riechers’ Team hat die ehemalige "Maître Coq" gekauft und ist damit erster deutscher Besitzer einer solchen Yacht. Das Boot entstammt der Generation 2007/2008 und belegte im Barcelona World Race 2010 Platz zwei, zählt laut Riechers immer noch zu den schnellsten Geschossen der Szene: "Wir möchten und können damit gerne in die Top Fünf segeln."

B. Bouvry / Imagesdemer.com Vom Erfolg hat Jörg Riechers als Solo- und als Zweihandsegler schon gekostet …

Zur Entscheidung für die "Maître Coq" sagte Riechers: "Wir denken, es ist eines der besten Boote der 2008er-Generation mit neuem Mast und neuen Segeln. Wir können sofort einsteigen und lossegeln. Das war uns wichtig. Das erste Training ist für Ende März geplant." Mit Blick auf seinen französischen Co-Skipper Sébastien Audigane erklärt Riechers: "Er ist ein sehr guter Segler. Und er hat viel Erfahrung. Er ist ein ruhiger Charakter und passt deshalb gut zu mir. Wir haben nie eine Co-Skipper-Wahl aus finanziellen Erwägungen heraus in Betracht gezogen, sondern rein nach seglerischen Gesichtspunkten entschieden. Wir wollten immer, dass das Barcelona World Race ein Mare-Projekt wird. Wir hatten drei, vier Wunschskipper für das Barcelona World Race auf der Liste. Darunter Sébastien. Er kam dann auf mich zu, und das empfanden wir als besonders gute Voraussetzung für die Zusammenarbeit. "

Jörg Riechers hat sich in den vergangenen Jahren konsequent in die Spitzengruppe der internationalen Solosegler vorgearbeitet und genießt längst auch den Respekt der französischen Stars. Zuletzt bat der Brite Mike Golding sogar um sein Autogramm. Riechers war das eher peinlich: "Der ist doch viel erfahrener und älter als ich..." Bei seinem Besuch der boot in Düsseldorf musste Riechers erstmals Fans Autogramme geben: "Das kannte ich noch gar nicht, aber es hat Spaß gemacht."

Angesprochen auf Boris Herrmann, der schon am Barcelona World Race teilgenommen hat und sich den Start bei der Vendée Globe 2016 ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, sagt Riechers: "Es gibt in Deutschland zwei Segler, die an der Vendée teilnehmen wollen. Ich hoffe, dass wir beide an den Start gehen können. Das wäre schön! Aktuell besteht der Unterschied zwischen Boris und mir darin, dass ich dank meines Partners Mare Planungssicherheit habe und er nicht."

Mit treuem Partner an seiner Seite: "Ohne Mare wäre ich nicht da, wo ich heute bin"

Klar ist aber auch: Das Barcelona World Race wird mit Jörg Riechers stattfinden, für die Vendée-Globe-Teilnahme sind weitere Partner unverzichtbar. Riechers sagt: "Wir können das Barcelona World Race aus eigener Kraft stemmen, aber das ist nicht unser Ziel. Wir suchen Partner für das ganze Projekt. Vergleichbar ist das Mare Racing Team in der Struktur vielleicht mit Vodafone MacLaren Mercedes. MacLaren ist Teameigner, Mercedes und Vodafone die Sponsoren. Bei uns ist Mare der Rennstallbesitzer. Dazu brauchen wir Partner, die das Team verstärken."

Als Argument führt Riechers das "beste Preis-Leistungs-Verhältnis der internationalen Offshore-Szene" ins Feld: "Für das gesamte Projekt benötigen wir etwa fünf Millionen Euro." Er selbst bezeichnet seine Arbeit als "Traumjob": "Ich liebe, was ich tue, weil sportliche und technische Komponenten miteinander verbunden sind." Ebenso kennt der Wellenstürmer seine Defizite: "In den Bereichen Reparatur und Elektronik muss ich noch besser werden." Gelegenheit dazu hat er bereits in dieser Saison, die neben Trainingseinsätzen auf dem neuen Boot auch einige Regattastarts mit seiner Class 40 und der Mini 6.50 beinhaltet.


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Themen: Barcelona World RaceJörg RiechersMare racing teamVendée Globe

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