Regatta-News
Gelungene Premiere

US-Neubau "Rosebud" berechnet Gesamtsieger beim 63. Rolex Sydney Hobart Yacht Race

  • YACHT Online
 • Publiziert am 02.01.2008

Hinreißend, kaum zu glauben." Das waren die ersten Worte von Roger
Sturgeon aus Fort Lauderdale in Florida/USA, als der Eigner im Zielhafen von Hobart auf Tasmanien erfuhr, dass er mit seiner Segelyacht "Rosebud" gegen 81 Konkurrenten das 63. Rolex Sydney Hobart Yacht Race nach berechneter Zeit gewonnen hatte. Der Neubau vom Typ der STP65-Klasse siegte auf der 628 Seemeilen langen Traditionsregatta vor den einheimischen Booten "Ragamuffin" von Syd Fischer und "Quantum Racing" von Ray Roberts.

Bob Oatleys 30-Meter-Supermaxiyacht "Wild Oats XI" (ebenfalls Australien),
die zum dritten Mal in Folge als Erste im Ziel gefeiert worden war, lag am
Ende aufgrund des Handicapfaktors in der Ergebnisliste mehr als fünf Stunden hinter der "Rosebud".

"Nur wir selbst wissen genau, wie hart wir über mehrere Jahre auf dieses Projekt hingearbeitet haben", meinte Roger Sturgeon, "wir hatten einen Plan und haben diesen zielgerichtet verfolgt. Es ist unglaublich, bei all den Zeichen, die dagegen sprachen. Wir sind außer uns vor Freude."

Die "Rosebud" ist nach Ted Turners "American Eagle" in 1972 und der "Kialoa III" (Jim Kilroy) 1977 erst die dritte US-Yacht, die den Hochseeklassiker gewinnen konnte.

Für den Gesamtsieg nach IRC-Wertung wird Sturgeon die begehrteste
Trophäe des Rolex Sydney Hobart Race bekommen, den Tattersall's Cup. Die Hoffnung der Crews kleinerer Yachten im Feld auf die prestigeträchtige
Silberkanne schwand bereits am Sonnabend (29. Dezember) durch eine
nächtliche Flaute sowie drehende und entgegenkommende Winde. Die
theoretische Möglichkeit, noch in die Spitzengruppe einzugreifen, blieb
praktisch unerfüllbar.

Als die "Rosebud" schon an der St. Elizabeth Pier von Hobart festgemacht hatte, kämpften ihre härtesten Widersacherinnen noch vor der tasmanischen Küste um den Sieg. Die Cookson 50 "Quantum Racing" hatte das Gesamtklassement zunächst vor der TP52 "Ragamuffin" und der australischen Reichel/Pugh 55 "Yendys" von Geoff Ross angeführt. Doch als das Trio nach einem rasanten Vorwindgang bei starkem Nordwestwind auf die Zielgerade der letzten 41 Seemeilen einbog, würfelte eine schwache Brise die Platzierungen nochmals durcheinander.

Mitten in der Nacht lieferten sich die drei Boote wiederum unter Spinnakern ein hochspannendes Finale, in dem die "Quantum Racing" die "Yendys" auf der Ziellinie um ganze zwei Sekunden schlug. Die "Ragamuffin" folgte sechs Minuten und 42 Sekunden zurück, was ihr berechnet dennoch zum zweiten Platz reichte. Allein die "Rosebud" konnte sie nicht mehr gefährden. Deren kalkulierte Zeit war eine Stunde, 21 Minuten und 33 Sekunden schneller
sowie weitere 36 Minuten als die der "Quantum Racing".

Der Drittplatzierte Ray Roberts analysierte: "Unser Boot eignete sich wirklich ideal für diese Art des Rolex Sydney Hobart, weil es gleich zwei Vorwindabschnitte bei frischem bis starkem Wind gab. Vor allem auf dem
letzten Teil vor der Küste Tasmaniens sind wir mit 22 bis 24 Knoten die Wellen hinunter gesurft. Das war phantastisch, dort haben wir auch viel Zeit gegen die ,Rosebud' aufgeholt."

Syd Fischer war nicht traurig über das Endergebnis, sondern hocherfreut über die Leistung seiner neusten "Ragamuffin". Er hatte die TP52 von Roy Disney gebraucht gekauft, und das Farr-Design mit einem neuen Kiel
ausgestattet, der am Wind eine höhere Stabilität und mehr Vortrieb brachte.

"Zeitweise waren wir am fliegen, bis fast 30 Knoten schnell", sagte Fischer, "das Boot ist ganz anders als die anderen, die ich bisher hatte. Vor dem Wind muss die ganze Crew weit hinten im Cockpit sitzen. Dann kommt
das Vorschiff so richtig aus dem Wasser heraus und beerdigt sich auch nicht
selbst, wenn es durch die Wellen geht. Solange das Gewicht an der richtigen Stelle platziert ist, bleibt das Boot immer gut getrimmt. Zwar kommt eine Menge Wasser übers Deck geschossen, aber die Yacht taucht nicht so tief wie ein U-Boot ein und wird deshalb auch nicht so stark abgebremst."


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: AustralienRegattaRosebudSydney Hobart Yacht RaceTasmanien

Anzeige