Vendée-Arctique-Les Sables
Gelungene Generalprobe – Boris Herrmann: "bereit für Vendée"

Nach knapp zehneinhalb Tagen hat Boris Herrmann das Ziel des neuen Nordatlantik-Rennens als Siebter erreicht. Seine Leistung ist höher einzustufen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 15.07.2020
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Imoca Global Series Zielbilder

Wenn Bruch auf See jemals wertvoll sein kann, dann war das bei Boris Herrmann im neuen Nordatlantik-Rennen Vendée-Arctique der Fall. Noch im Ziel war dem Skipper der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" in der Nacht zum Mittwoch anzuhören, wie dankbar er für das Materialversagen eines Standardteils war. Dankbar vor allem  dafür, dass dieser ärgerliche Bruch des Großsegelschlosses jetzt und bei diesem Vorspiel passiert ist und nicht etwa bei seinem großen Gipfelsturm in der Vendée Globe ab 8. November.

Team Malizia Ein nächtlicher Schnappschuss wie ein kleines Kunstwerk: Boris Herrmann kommt mit der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ins Ziel

So stimmte den in Hamburg lebenden Solosegler sein siebter Platz bei dieser Regatta-Premiere im Corona-Jahr 2020 eher froh als enttäuscht. Er, seine Fans und Beobachter wissen, dass es ohne das am vergangenen Samstag gebrochene Schloss, ohne die notwendige, rund zehnstündige Reparatur und ohne die Großsegelbeschränkung auf Dauer-Modus im zweiten Reff leicht zu einer Top-Fünf-Position oder auch einem Platz auf dem Podium hätte reichen können. Das ist die wichtigste Erkenntnis für Herrmanns Team Malizia nach der atlantischen Generalprobe und vor dem Meeres-Marathon um die Welt.

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Team Malizia Imoca-Yacht mit viel Potenzial für die Vendée Globe: Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Am Vortag seines technischen Beinahe-K.-o.s hatte Herrmann die Imoca-Flotte sogar angeführt. Sein im Winter in Lorient umgebautes und mit neuen Foils ausgestattetes Geschoss hat in den vergangenen eineinhalb Wochen auf dem Kurs von Frankreich hinaus nach Island und wieder zurück via zweiter Wegmarke Gallimard in den Start- und Zielhafen Les Sables d'Olonne oft Höchstgeschwindigkeiten erreicht. "Ich bin zufrieden mit dem Boot", zog Herrmann vier Monate vor dem Vendée-Globe-Startschuss entsprechend Bilanz. "Würde die Vendée morgen starten – ich wäre bereit."

Team Malizia Eine Drohnen-Aufnahme der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" von Boris Herrmann selbst

Den auf rund 3300 Seemeilen verkürzten Nordatlantik-Kurs hat Herrmann in 10 Tagen, 9 Stunden, 42 Minuten und 54 Sekunden absolviert. Sieger Jérémie Beyou auf "Charal" benötigte 10 Tage, 5 Stunden, 14 Minuten und 8 Sekunden – rund viereinhalb Stunden weniger. Für Herrmann hat der Härtetest viel positive Signalwirkung, denn mit dem neuen Geschwindigkeitspotenzial der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" und seinen exzellenten Allround-Fähigkeiten hat er sich mit Blick auf die Vendée Globe in den erweiterten Mitfavoritenkreis katapultiert. Nach insgesamt nur 20 Segeltagen in diesem Jahr fühlte er sich im Ziel "erschöpft, aber glücklich". Herrmann wird nach wenigen Stunden Schlaf noch heute umgehend mit dem Auto nach Hamburg zu Ehefrau Birte und der am 13. Juni geborenen Tochter Marie-Louise zurückfahren. Sein Boot hat er noch in der Nacht seinem Team um den neuseeländischen Boat Captain Stuart McLachlan übergeben, der es vorerst ins Basiscamp nach Lorient zurückbringt.

Jacques Vapillon / Imoca Boris Herrmann freut sich nach der Generalprobe auf die Familie zu Hause in Hamburg

Imoca Global Series Wird von seinem Team gefeiert: Rennsieger Jérémie Beyou auf der schwarzen "Charal" mit ihren leuchtend roten Foils

In YACHT 17 werden wir ausführlich über die Generalprobe zur Vendée Globe, Boris Herrmanns Erkenntnisse und die Einordnung seiner Leistung im Abgleich zur Konkurrenz berichten.

Hier geht es zur den Ergebnissen.

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Themen: Boris HerrmannLes Sables-d'OlonneSeaexplorer - Yacht Club de MonacoVendée-Arctique

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