Gegen den Wind um die Welt: Sturm bremst „Use it again!" aus
Verdammt zum Warten in der Cook Bay

Die Crew der „Use it again!“ kann bei ihrer Weltumsegelung gegen die vorherrschenden Winde aktuell nur Geduld und gute Seemannschaft in die Waagschale werfen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 07.02.2022
Auf Schutzsuche vor dem herannahenden Sturm: Romain Pillard und Alex Pella auf dem Trimaran "Use it again!" sind bei ihrem Versuch, eine neue Bestzeit für Weltumsegelungen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen aufzustellen, aktuell ausgebremst, können ihre Fahrt voraussichtlich erst am 10. Februar fortsetzen Auf Schutzsuche vor dem herannahenden Sturm: Romain Pillard und Alex Pella auf dem Trimaran "Use it again!" sind bei ihrem Versuch, eine neue Bestzeit für Weltumsegelungen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen aufzustellen, aktuell ausgebremst, können ihre Fahrt voraussichtlich erst am 10. Februar fortsetzen Auf Schutzsuche vor dem herannahenden Sturm: Romain Pillard und Alex Pella auf dem Trimaran "Use it again!" sind bei ihrem Versuch, eine neue Bestzeit für Weltumsegelungen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen aufzustellen, aktuell ausgebremst, können ihre Fahrt voraussichtlich erst am 10. Februar fortsetzen

Use it again! Auf Schutzsuche vor dem herannahenden Sturm: Romain Pillard und Alex Pella auf dem Trimaran "Use it again!" sind bei ihrem Versuch, eine neue Bestzeit für Weltumsegelungen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen aufzustellen, aktuell ausgebremst, können ihre Fahrt voraussichtlich erst am 10. Februar fortsetzen

So hatten sich Romain Pillard und Alex Pella ihre Rekordfahrt nicht vorgestellt: Nach anfänglich gutem Vorankommen legen der Franzose und der Spanier gerade eine Zwangspause ein. Auf der Suche nach bestmöglichem Schutz vor einem herannahenden schweren Sturm ist das Duo mit seinem Trimaran "Use it again!" in der Cook Bay am Eingang des Beagle-Kanals südlich der Magellanstraße unterwegs und dort voraussichtlich noch bis zum 10. Februar zum Warten verdammt.

Zu ihrem Rekordversuch waren Romain Pillard und Alex Pella am 4. Januar von Lorient aus durchgestartet. Zu schlagen ist die schon lange bestehende Bestmarke von Jean Luc Van Den Heede, der die höchst anspruchsvollen rund 34.000 Seemeilen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen 2004 in 122 Tagen, 14 Stunden, 3 Minuten und 4 Sekunden absolviert hatte. Was das Segeln im grauen Süden für einen Trimaran bedeuten kann, zeigen diese aktuellen Bilder und der Kommentar von Romain Pillard (bitte anklicken!). Zum Vergleich: Deutschlands Ausnahmesegler Wilfried Erdmann gelang die schwierigere Weltumsegelung von Ost nach West 2000/01 in 343 Tagen nonstop und allein – eine herausragende Pionierleistung.

Use it again! Voraussichtlich erst am Donnerstag kann die Crew ihren Rekordversuch fortsetzen. Hier der Blick von Bord der "Use it again!" in Richtung Horizont

Die beiden aktuellen Rekordjäger, die mit ihrem Bootsnamen und Slogan "Use it again!" für mehr Nachhaltigkeit und die Kreislaufwirtschaft werben, mussten am Sonntagabend zunächst die Hoffnung aufgeben, ihre Weltumsegelung zu Wochenbeginn fortsetzen zu können – zu brutal sind die stürmischen Aussichten für die kommenden Tage. Erwartet werden bis zu acht Meter hohe Wellen und Winde von 45 Knoten und mehr. Ein Verlassen der Cook Bay wäre zu risikoreich.

Das Team vermeldete am Montag, seinen Kurs voraussichtlich gegen Ende der Woche fortsetzen zu können. Bis dahin sucht sich das französisch-spanische Duo bestmöglichen Schutz in der Cook Bay und setzt die intensiven Sicherheitschecks des Trimarans fort. Dabei halten Pillard und Pella ihren Wachrhythmus weitgehend ein, um sich vor den anstehenden Strapazen bestmöglich auszuruhen. Denn auch am Donnerstag erwartet die Weltumsegler keine Spazierfahrt auf See. "Wir rechnen mit harten Bedingungen in starker, kurzer Welle", hieß es in einer Nachricht des Teams, "das sind sehr anspruchsvolle Umstände für die Segler und den Trimaran 'Use it again!'."

Use it again! Für Alex Pella war es die vierte Begegnung mit Kap Hoorn, für Romain Pillard die erste. Beiden sieht man die Strapazen, aber auch das Glück über die bis dahin gelungene Passage an

Die Crew will den Stum auf Anraten ihres Wetter-Experten und Routers Christian Dumard in der Cook Bay abwettern. Am 3. Februar hatte das Duo noch glücklich Kap Hoorn passiert. Für Co-Skipper Alex Pella war es bereits die vierte Begegnung mit der legendären Landmarke, jedoch die erste auf einer Passage von Ost nach West. "Ich glaube, ich würde es auch beim tausendsten Mal noch genauso mythisch und aufregend finden", sagte Pella glücklich. Skipper Romain Pillard feierte seine Kap-Hoorn-Premiere.

Die beiden Kap Hoorniers sind mehr als bereit für den nächsten Ozean, müssen sich aber noch einige Tage gedulden. Hier geht es zum Bericht der "Use it again!"-Crew von der Kap-Hoorn-Passage am 3. Februar (bitte anklicken!).


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Themen: Weltumseglung

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