The Transat Bakerly
Gabart verpasst Transat-Rekord

Knapp 30 Minuten fehlten, um die Bestzeit des Rennens von 2004 zu knacken. Bei den Class 40 musste Armel Tripon nach Schäden aufgeben

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 11.05.2016

The Transat Bakerly Der Trimaran "Macif" vor der Skyline von Manhattan – es ist der erste Sieg Gabarts auf seinem neuen Boot

François Gabart hat den neuen Transat-Rekord knapp verpasst. Um 18.24 Uhr Ortszeit überquerte er nach acht Tagen, acht Stunden, 54 Minuten und 39 Sekunden die Ziellinie in New York. Gestern sah es noch so aus, als würde er die 2004 von Mentor und Freund Michel Desjoyeaux aufgestellte Bestzeit unterbieten können – letztendlich benötigte er jedoch 25 Minuten mehr als dieser.

Doch Gabarts Leistung ist trotzdem erstaunlich. Statt der eigentlich vorgesehenen Strecke von 3.050 Seemeilen segelte er zusammen mit seinem Verfolger Thomas Coville auf einer für das Transat ungewöhnlich weit südlichen Route und legte dadurch 4.634 Seemeilen zurück – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,11 Knoten. "Es war eine große Herausforderung für mich. Man sollte 10 oder 15 Leute haben, um diese Boote zu segeln, ich aber war allein. Es war meine erste Einhand-Regatta auf 'Macif', und ich wusste vorher nicht, ob ich es schaffen würde, weshalb ich sehr stolz bin auf das, was ich geleistet habe", sagte Gabart nach seiner Ankunft.

The Transat Bakerly Gabart siegt mit seiner "Macif" und erreicht als Erster New York

Besonders der enge Wettkampf mit Thomas Coville auf der "Sodebo" habe die Regatta für ihn spannend gemacht. Die zwei über 100 Fuß langen Einhand-Trimarane lieferten sich über weite Strecken ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Wir arbeiten zusammen daran, noch mehr Regatten für diesen Typ Boote zu organisieren. Und wenn wir sehen, was beim Transat passiert ist, wie eng der Wettkampf war, dann wissen wir, dass es einen Platz für solche Vorhaben gibt. Dies ist erst der Anfang der Reise."

Weniger erfreulich ist das Transat für den Class-40-Skipper Armel Tripon zu Ende gegangen. Er entschied sich gestern aufzugeben, nachdem sein Boot "Black Pepper" am Wochenende erheblichen Schaden genommen hatte. Tripon hatte sich direkt im Zentrum eines Sturms befunden, der das Feld in der Nacht von Freitag auf Samstag heimgesucht hatte. Nach einem Stopp in Horta auf den Azoren traf er die schwierige Entscheidung, nicht weiterzusegeln. "Ich bin gestern in Horta angekommen und kann nicht direkt wieder ablegen, da ich noch einige Reparaturen vornehmen muss. Das Boot ist stark beschädigt, was bedeutet, dass ich keine andere Chance habe als aufzuhören. Ich bin ein Kämpfer, und meine Rivalen so weit vor mir zu sehen, ist hart. Es ist eine große Enttäuschung. Wenn du an einem Rennen teilnimmst, steckst du viel Energie und Hoffnung hinein. Wenn dann alles in sich zusammenbricht, ist es immer schwer."

Das Class-40-Feld hat sich damit auf acht Boote verkleinert. Seit gestern wird die Klasse von der Deutsch-Französin Isabelle Joschke angeführt, die sich inzwischen einen deutlichen Vorsprung vor Thibaut Vauchel-Camus sichern konnte. Ihr direkter Verfolger ist inzwischen jedoch ein anderer – Phil Sharp hat sich nach Verbüßen seiner Zeitstrafe wieder vorgearbeitet und liegt nun auf dem zweiten Platz, weniger als zehn Seemeilen hinter Joschke.

Die Deutsche Anna Maria Renken befindet sich unverändert auf Platz sieben und meldete sich gestern von Bord ihrer "Nivea": "Nach dem Galopp der letzten Tage ist es eine Wohltat, den großen Gennaker gesetzt und ordentlich Sonne zu haben. Es ist weniger schnell, aber zumindest kann ich mich wieder auf zwei Beinen bewegen statt noch meine Arme dazu zu benötigen." Sie sei dabei, die Strategie für die nächsten 48 Stunden zu planen und etwas zu trocknen.

François Gebart ist nach seiner Ankunft in New York erschöpft, aber glücklich


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Themen: Anna Maria RenkenFrançois GabartIsabelle JoschkeNew YorkPhil SharpThe TransatThe Transat BakerlyThomas Coville

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