Rekordversuch
Gabart segelt Richtung Eisgrenze

Mutige Entscheidung des Franzosen: Um Hochdruck auszuweichen, geht er auf weit über 54 Grad Süd, dicht ans Eis. Dort wartet ein furchteinflößendes Tief

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 21.11.2017
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Macif/Gabart On-Board Bilder aus den Roaring Fifties

François Gabart fällte gestern eine taktisch wichtige, aber höchst knifflige Entscheidung: Auf seinem Weg durch den Indischen Ozean drohte ein sich entwickelndes Hoch etwa auf Höhe der Kerguelen den Fortschritt seines Rekordversuchs massiv einzubremsen. Einziger machbarer Fluchtweg schien ihm ein extrem weiter Schlag direkt in die Roaring Fifties, hin zu einem Tief, das dort mit Macht kommt. Und so segelte der Vendée-Gewinner von 2014 einen Tag lang fast genau Kurs Süd, verlor reichlich Meilen von seinem erarbeiteten Vorsprung, den er bereits herausgesegelt hatte. Doch nun ist er wieder auf Kurs gen Osten gegangen.

Es liegen einige stressige Tage vor ihm: Das Tief, das ihn einholt, bringt reichlich Wind, teils deutlich über 30 Knoten und entsprechend hohen Seegang, für einen Multihull oft das größere Problem als die reine Windstärke. Zudem segelt er zurzeit auf rund 54 Grad südlicher Breite, geht also sehr dicht an die Eisgrenze heran. Dafür kann er mit dem Tief voraussichtlich drei, vier Tage mitfahren, dürfte also schnell vorankommen in Richtung Kap Leeuwin, der nächsten großen Wegmarke. Zurzeit hat er 767 Seemeilen Vorsprung auf den Rekord von Thomas Covilles "Sodebo Ultim", in etwa knappe zwei Tage.


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Themen: EinhandGabartKerguelenMacifRekordversuchRound the World

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