The Transat Bakerly
Gabart auf Transat-Rekordkurs

Ab morgen werden die ersten Boote in New York erwartet. François Gabart könnte eine neue Bestzeit für die Einhand-Regatta aufstellen

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 09.05.2016

A. Courcoux/Macif François Gabart hat die Chance, mit der "Macif" einen neuen Rekord der Transatlantikregatta aufzustellen

Der französische Skipper François Gabart führt auf seinem Trimaran "Macif" weiterhin das Transat-Rennen an und wird bereits morgen in New York erwartet. Sollte er es schaffen, vor 17.30 Uhr Ortszeit die Ziellinie zu queren, wird er einen neuen Rekord auf der Transatlantik-Regatta aufstellen. Die derzeitige Bestzeit liegt bei acht Tagen, acht Stunden und 29 Minuten auf der Strecke von Plymouth nach Boston und wurde 2004 von Gabarts Mentor und Freund Michel Desjoyeaux ersegelt. Der Kurs nach New York, der in diesem Jahr das erste Mal seit der Premiere des Rennens 1960 wieder gefahren wird, ist sogar noch länger. Nach derzeitigem Stand wird der Skipper bereits gegen 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) in Brooklyn erwartet. Doch er wolle nicht das Schicksal herausfordern und sei sich bewusst, dass ein kleiner Fehler noch alles ändern könne, so Gabart. Noch liegen rund 500 Seemeilen vor ihm. Seine Kontrahenten in der Ultimes-Klasse, Thomas Coville auf der "Sodebo" und Yves Le Blevec auf der "Actual", folgen ihm derzeit mit 148 beziehungsweise 482 Seemeilen Abstand.

Sturmritt von Isabelle Joschka auf ihrer "General - Horizon Mixité"

Für alle anderen Klassen ist der Big Apple noch über 1000 Seemeilen entfernt. Während die Skipper im Südatlantik in Shorts und T-Shirt segeln können, hatten diejenigen auf Nordkurs über das Wochenende mit einem schweren Tiefdruckgebiet zu kämpfen. Vor allem die Deutsch-Französin Isabelle Joschke konnte die Starkwinde jedoch gut für sich nutzen. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten Fahrt schaffte sie es, zwischenzeitlich das Class-40-Feld anzuführen. "Heute Morgen habe ich mich wirklich als Teil des Transat Bakerly gefühlt. Es war, als  würde ich mein erstes Mini-Transat noch mal erleben. Es fühlt sich so nach Abenteuer an, da ich die Class 40 nicht richtig kenne und nicht weiß, wie sich das Boot in Manövern verhält. Oft frage ich mich, wie es ausgehen wird", sagte Joschke am Samstag. Sie überstand ihren Ritt jedoch unbeschadet und kämpft weiterhin mit Thibaut Vauchel-Camus um die Führung.

Die letzten Tage über hatte vor allem der Brite Phil Sharp auf der "Imerys" den ersten Platz unter den Class 40s verteidigen können. Nachdem er jedoch bereits in den ersten Stunden des Rennens vor der Bretagne durch ein für die teilnehmenden Segler gesperrtes Gebiet gefahren war, trat er gestern die von der Wettfahrtleitung angeordnete Zeitstrafe an. Mitten auf dem offenen Atlantik musste er zunächst eine imaginäre Nord-Süd-Linie queren, um dann östlich von ihr zu fahren und für sechs Stunden beizudrehen, bevor er sie wieder in westliche Richtung passieren durfte. Sharp fiel dadurch auf den dritten Platz zurück und liegt jetzt 23 Seemeilen hinter dem ersten Boot. Da noch mindestens acht Tage vor ihm liegen, hat Sharp die Hoffnung auf den Sieg dennoch nicht aufgegeben: "Ich bin entschlossen, die Meilen aufzuholen und ich werde jeden sich mir bietenden Vorteil nutzen."

Die deutsche Anna Maria Renken hält sich unter den Class 40s weiterhin auf Patz sieben.

The Transat Bakerly Auf dem Tracker ist Phil Sharps Verbüßen der Zeitstrafe von sechs Stunden gut nachvollziehbar

Das Imoca-60-Feld wird weiterhin von Armel Le Cléac’h ("Banque Populaire") angeführt. Auch wenn die inzwischen deutlich ruhigeren Bedingungen als am Wochenende den Seglern die Möglichkeit geben, sich auszuruhen und neu zu sortieren, gibt Le Cléac’h zu, sich bei so ruhigem Wetter wie jetzt nicht ganz wohl zu fühlen. Sein Kontrahent Vincent Riou ("PRB") ist ihm dicht auf den Fersen.

An der Spitze der Multi 50 fährt Gilles Lamiré ("Frenchtech Rennes St Malo") mit 200 Seemeilen Vorsprung vor Lalou Roucayrol ("Arkema").

Das Schlusslicht im Transat-Feld ist wie zu erwarten weiterhin Loïck Peyron auf der "Pen Duick II", der sich ausschließlich mit Eric Tabarlys Performance von 1964 vergleicht. Er habe diese Motivation nicht erwartet, schrieb Peyron am Freitag auf seiner Website, aber das Rennen sei eng. Auch er konnte jedoch die Winde am Wochenende nutzen und hat nun einen guten (imaginären) Vorsprung vor Tabarly, der mit auf dem offiziellen Tracker der Regatta mit angezeigt wird.

Den Tracker zum Transat-Rennen finden Sie hier .

Georacing Inzwischen hat sich das Transat-Feld auseinandergezogen, die Boote sind weiter über den Atlantik verteilt


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