Round Britain Race
Fulminanter Auftakt bei Round Britain

Mit den Ausläufern von Hurrikan "Bertha" fliegt das Feld beim Langstrecken-Klassiker durch die Nordsee. Deutsche Crews mit Top-Platzierungen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 12.08.2014

Paul Wyeth Class 40 "Stella Nova" führt ihre Klasse nach Tag 1 beim Sevenstar Round Britain and Ireland Race 2014 an

Schon der Start war sehenswert. Mit Geschwindigkeiten zwischen 20 und 30 Knoten pflügten die schnellsten Yachten ostwärts durch den Ärmelkanal, allen voran der Mod-70-Tri "Musandam – Oman Sail", der aktuell auf Rekordkurs liegt (siehe Video vom Start ganz unten).

Doch nicht nur der Auftakt gestaltete sich rasant. Unablässig drückt der Wind seither mit im Mittel 25 bis 35 Knoten aus Südwest. Es ist die Zeit der Raumschots-Renner, die diesen Druck direkt in Speed umwandeln können: Class 40, Open 60, Volvo 65, Volvo 70 und andere leichte, potente Yachten wie Jens Kellinghusens Ker 51 "Varuna". Deren Race Tracker übermittelte um 7 Uhr Ortszeit den schier unglaublichen Wert von 31,7 Knoten!

Paul Wyeth Ian Walkers "Azzam" 

In der Folge hatte sich das Feld heute früh schon weit auseinandergezogen. Ian Walker und die Crew der "Azzam" werden ihrem Status als Favorit fürs bevorstehende Volvo Ocean Race gerecht und führen als schnellste Einrumpfyacht die Flotte der fünf Einheitsklasseboote vom Typ VO 65 an. Den meisten anderen Teilnehmern der Regatta hat Walker bereits rund 300 Seemeilen abgenommen – und liegt selbst "nur" rund 100 Seemeilen hinter dem nach wie vor führenden MOD 70.

Innerhalb der aktuellen Volvo-Yachten sind die Abstände erwartungsgemäß weit kleiner. Zwischen "Azzam" und der in der Gruppe zweitplatzierten "Tc-6" mit Skipper Iker Martinez liegen nur fünf Seemeilen. Sie bilden eine von zwei Zweier-Gruppen. "Alvimedica" und "Dongfeng" haben gut 20 Seemeilen Rückstand und segeln weiter östlich. Abgeschlagen scheint bereits die Frauen-Crew von "Team SCA", die am Start und kurz danach noch geführt hatte, in der Nacht aber nicht den Anschluss halten konnte.

Aus deutscher Sicht verlief der Auftakt zum Sevenstar Round Britain and Ireland Race vielversprechend. "Varuna" führt in der IRC-Klasse Zero und hält Position zwei der IRC-Gesamtwertung. Die unweit der "Varuna" segelnde "Stella Nova" von Burkhard Keese, der sich den US-Profi Ryan Breymeier an Bord geholt hat, wird aktuell als Erste in der Class 40 geführt, nachdem die in Führung liegende "Concise 8" aufgeben musste. Werner Landwehr auf seiner Figaro II "Dessert D'Alcyone" hält sich als Viertplatzierter der Zweihand-Wertung.

Der prominenteste Teilnehmer musste die Regatta bereits abbrechen. Sir Robin Knox-Johnston lief gestern Abend mit seinem Open 60 "Grey Power" Calais an, nachdem das Groß glatt durchgerissen war, schwärmte aber von einem bis dahin "fantastischen Rennen" und Spitzengeschwindigkeiten von 21 Knoten.

Paul Wyeth Ausgeschieden: "Concise 8"

In den Berichten von Bord ist allerorten von Bruch und Reparaturen die Rede – ein Tribut der herrschenden Starkwindbedingungen, die heute Mittag in der Spitze etwas nachlassen sollen. Das scheint die Begeisterung aber keineswegs zu trüben.

Sidney Gavignet, Skipper der führenden "Musandam – Oman Sail", schrieb: "Alles läuft gut. Jungs okay. Prima Stimmung." Dass das Schothorn an der Fock ausriss, nahm er gelassen. "Konnten sie sauber wegrollen. Jetzt keine Fock 1 mehr." Und sein Zwischenfazit auf Höhe von Schottland: "Glückliche Truppe: Hatten seit dem Start fast immer 30 Knoten auf der Uhr."

Auch die Crew der "Bank von Bremen" lässt sich von kleineren Maleschen nicht beirren. Gestern meldete sie: "Guter Start, tolles Gennaker-Wetter. Leider brach unser Bugspriet. Derzeit segeln wir mit 15 Knoten. Großartig!"


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