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Freitag vor Rio

Obwohl es für "ABN Amro One" weniger als 100 Meilen bis ins Ziel sind und sie genauso viel Vorsprung hat, steht keinesfalls fest, dass sie auch als Erste in Rio ankommt.

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 10.03.2006

Sie könnte jedoch von einer Flaute verschont bleiben, die die zweitplatzierte "The Black Pearl" quält. "Sicher ist nur, dass nichts sicher ist", schreibt Skipper Paul Cayard. Der leichte Wind vor Rio de Janeiro lässt noch Platzierungswechsel zu. Zwar wird das immer unwahrscheinlicher. Bleibt aber die führende "ABN Amro One" in einem hartnäckigen Leichtwindloch hängen, während der Rest des Feldes aufholt, schmelzen ihre fast 100 Meilen Vorsprung dahin, wie Volvo Open 70s segeln: schnell.

Oft wurden die neuen Volvo 70 Racer als Multihulls angesehen, denen lediglich ein paar Rümpfe fehlen. Dieser Vergleich hinkt zwar stark, in Situationen wie diesen jedoch noch am wenigsten. Denn was sind 50 Meilen in einem Seegebiet, das nach dem Zufallsprinzip von Windfeldern durchzogen wird? Paul Cayard, der amerikanische Skipper der Yacht "Pirates of the Caribbean" fürchtet jedoch, dass das Windfeld, in dem Mike Sandersons "ABN Amro One" gerade fährt, das ist, das die Yacht bis ins Ziel trägt - ohne eine von den in der Flaute dümpelnden Nachfolgeyachten mitzunehmen.

Die kämpfen jetzt um jeden Zehntelknoten Speed. Dass bei dem leichten Wind die Überlegenheit der "ABN Amro"-Halbschwestern nicht mehr so schwer wiegt wie vor gut einer Woche, weiß Simon Fisher, Navigator auf "ABN Amro Two": "Wir erleben hier einen spannenden Fight gegen 'Brasil 1' und müssen feststellen, dass die Brasilianer manchmal schneller sind. Kein Wunder: Es gibt wohl derzeit niemanden im Feld, der so verbissen kämpft wie Torben Grael. Denn er will seine Yacht unbedingt unter den ersten Dreien in sein Heimatland bringen. Aber der Einsatz unserer Crew ist auf diesen letzten 48 Stunden der Etappe ebenfalls nicht zu unterschätzen. Es werden sogar überflüssige Fallen in den Mast gezogen, um Windwiderstand zu vermeiden. Statt Seglern liegen Segel in den Kojen, weil die zu einem größeren aufrichtenden Moment beitragen."


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Themen: RegattaVolvo

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