Quebec–St. Malo
Franzosen führen, Riechers auf Jagd

"Campagne de France", auf der auch gern der Autopilot steuert, liegt bei Halbzeit voran. Jörg Riechers ist mit Mare Vierter und noch dran

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 30.07.2012

www.transatquebecstmalo.com Miranda Merron von der führenden "Campagne de France" wärmt sich mit einer Schale Tee

Halvard Mabire und Miranda Merron, die Veteranen und Titelverteidiger auf diesem Transatlantik-Rennen, sind das fünfte Class40-Boot, das bei dieser Veranstaltung vorn liegt. Deutschlands Hoffnungsträger Jörg Riechers mit „Mare” sackte auf den vierten Rang ab, nach einigen Rissen im großen Spinnaker und einem teilweise weggebrochenen Bugspriet. Dabei scheint es, als seien hier (zu) viele Köche in der Küche.

www.transatquebecstmalo.com Wachwechsel auf "Mare". Herr Riechers (r.) wird doch wohl nicht achteraus …?

„Wir sind wieder auf dem richtigen Kurs”, sagte Co-Skipper Ryan Breymaier in seinem Blog. „Das ist gar nicht so einfach, wenn man drei erfolgreiche Minisegler an Bord hat, von denen jeder gewohnt ist, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Es gibt noch viel Raumschots-Segeln, was unserem angeschlagenen Boot liegen sollte. Wir machen hoffentlich noch ein paar Meilen gut, bevor die Winde gegen Schluss Achterkurse mit mittleren bis kleineren VMGs bringen, was wir mit dem verkürzten Bugspriet und dem fadenscheinigen großen Spinnaker gar nicht brauchen können, der sofort reißt, wenn Wellen auch nur in Sicht sind.”

Ryan Breymaier "Mares" geflickter Bugspriet

Ebenfalls in der Spitzengruppe dabei sind „Eole Generation GDF-Suez” und „Geodis”. Dahinter klafft eine Lücke von mehr als 70 Meilen. Auf Platz 10 segelt das nächste Boot mit deutscher Beteiligung,  „Sevenstar Yachttransport” mit Co-Skipper Anna-Maria Renken, gefolgt von „Red” mit Mathias Müller von Blumencron und Co-Pilot Andreas Lindlahr auf Platz 12. „Wir sind klitschnass und frieren, denn wir hatten eine Sechs-Stunden-Wache bei Windstärken zwischen 23 und 27 Knoten”, schrieb Lindlahr am Samstag. „Durch den relativ hohen Amwind-Kurs schneidet Red die Wellen nicht so sanft wie sonst, jede fünfte Welle explodiert am Bug oder seitlich am Rumpf, und eine unglaubliche Masse kaltes Wasser spritzt mit scharfem Zischen über das ganze Boot. Mit den zwei wasserdichten Kameras versuchen wir das alles einzufangen, aber es ist nicht einfach. Die gestrige Kollision mit einem gewaltigen Lebewesen, dem Mora (Mühlstein) der Meere, ist zum Glück ohne Folgen geblieben. Unglaublich, was im Meer so alles lebt.”

Ryan Breymaier Der geklebte und genähte große Spinnaker auf "Mare"

In der offenen Klasse prescht der Multi50 „FenêtréA Cardinal 3” mit Skipper Erwan Roux mit 21 Knoten vorneweg und hat nur noch rund 700 Meilen bis ins Ziel, das er wohl um die Wochenmitte erreichen dürfte. Auch wenn die Wetterkarte derzeit etwas schwächere Winde zeigt, werden die ersten Class40 am Samstag in St. Malo erwartet.

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Themen: Anna-Maria RenkenJörg RiechersMareMathias Müller von BlumencronQuebec–St. MaloRedSevenstar Yachttransport

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