Jules Verne Trophy
Flautendrama vorm Kap Hoorn?

"Idec Sport" und "Spindrift 2" haben sich wieder getrennt und suchen unterschiedliche Wege um ein Hoch. Fällt jetzt eine Vorentscheidung?

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 17.12.2015

J.-M. Liot / DPPI / Idec "Idec"

Bis Freitagmittag werden es die wohl spannendsten 24 Stunden des Wettlaufs um den Rekord: Segelten beide Teams einen Tag lang praktisch Bug an Bug, trennten sich gestern abend die Kurslinien, als sie die Schwachwindzone erreichten, die den Weg zum Kap Hoorn blockiert. "Spindrift 2" halste deutlich weniger als "Idec Sport" und segelte einen sehr südlichen Kurs, während Francis Joyons Mannschaft weiter nördlich blieb. Über 100 Seemeilen südlicher segelt das Team von Yann Guichard und Donna Bertarelli nun, dafür ist Boris Herrmann etwas weiter östlich.

Volodiaja/Navionics Deutlich zu erkennen: Beide Teams müssen durch die Schwachwindzone, um möglichst schnell das Tief im Süden zu erwischen. "Spindrift" scheint die bessere Position zu haben

Die entscheidende Frage ist nun: Konnte "Idec Sport" gestern im schwachen Wind den Weg nach Süden nicht mitgehen, weil die Crew Flautenlöcher umfahren musste? Oder erhofft sie sich weiter nördlich mehr Wind? Oder ist der schwarz-goldene Tri in leichten Winden wegen der größeren Segelfläche deutlich schneller? Da zur taktischen Entscheidung gestern beide Teams noch kein Wort veröffentlicht haben, entwickelt sich die Passage des Hochs zur Nervenprobe für die Fans. Im Logbuch von "Spindrift 2" prophezeite Yann Guichard bereits, dass die Situation bis Freitagmittag extrem wichtig sein wird. Wer kommt als Erstes aus der Flaute und erwischt das kräftige Tief weiter südlich, das, wie es aussieht, die Teams in einem Rutsch am Kap Hoorn vorbei führt? Dann zählt jede Stunde: Der Unterschied zum Speed am Rand des Tiefs zum Segeln im mittleren Wind sind locker 15 bis 20 Knoten.

Volodiaja/Navionics "Spindrift 2" konnte den direkteren Weg segeln, "Idec Sport" musste viel öfter halsen. Plan oder Flautenlöcher?

Heute Morgen war "Idec Sport" mit über 21 Knoten Speed schneller unterwegs als "Spindrift 2" und fuhr mit einem Kurs von 97 Grad, während "Spindrift" auf 84 Grad sogar wieder etwas gen Norden unterwegs war. Erfreulich für beide Mannschaften ist, dass sie praktisch wieder gleichauf mit dem Rekord von "Banque Populaire V" sind. Loïck Peyrons Boot hatte 2012 fast an der gleichen Stelle im Pazifik ebenfalls zwei sehr schwache Tage. Mit etwas Glück kommen beide Teams also in Rekordnähe oder sogar darunter um das Kap Hoorn.


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Themen: Boris HerrmannIdec SportJules Verne TrophySpindrift 2Yann Guichard

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