Normandy Channel Race
Flaues Vergnügen in der Irischen See – "Iskareen" dreht um

Seit Sonntag quält sich die Mehrheit der Teilnehmer in wenigen Knoten Wind über den ohnehin schon verkürzten Channel-Race-Kurs. Zwei Hamburgern reicht es jetzt

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 22.05.2019
Normandy Channel Race 2019 Normandy Channel Race 2019 Normandy Channel Race 2019

Jean-Marie Liot/Normandy Channel Race Normandy Channel Race 2019

Jean-Marie Liot / NCR Beim Start waren die Bedingungen noch gut, doch jetzt kämpfen die Segler im Normandy Channel Race mit hartnäckigen flauen Winden

Es gibt Regatten, die irgendwann keinen Spaß mehr machen. Für Arnt und Sönke Bruhns war so ein Punkt heute erreicht. Die Hamburger "Bruhns-Brüder" sind mit ihrer Class 40 "Iskareen" im Normandy Channel Race umgedreht und nehmen wieder Kurs auf den Start- und Zielhafen Caen. Der Kommentar der Crew vom Norddeutschen Regatta Verein: "In Anbetracht der auch in den nächsten Tagen sehr flauen Bedingungen haben wir uns entschieden umzudrehen und das Rennen abzubrechen. Ein Ziel vor Montag war nicht mehr möglich." Das Team wird Caen unter Motor anlaufen und vermeldete Zufriedenheit über "die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen". Die Bruhns-Brüder sind engagierte und sehr erfahrene Regattasegler, aber eben auch Amateure mit einem normalen Berufsalltag, der sie in der kommenden Woche wieder erwartet.

Screenshot/Normandy Channel Race 2019 Die Zwischenstände am Abend des 22. Mai, gut drei Tage nach dem Start. Gut zu erkennen ist, wie die beiden führenden Boote ihren Verfolgern aktuell entgegenkommen und sich in die gleiche Flautenregion bewegen. Weiter westlich hätten sie nach der Rundung von Tuskar Rock bessere Chancen auf mehr Wind gehabt

Patrick Deroualle Jörg Riechers bestreitet das Rennen auf der neuen "Cape Racing Yachts"

Unverdrossen führen die Spitzen-Boote "Eärendil" und "Aina Enfance et Avenir" das Feld auf dem ohnehin schon verkürzten Kurs an. Die beiden französischen Zweihand-Crew trennen keine drei Seemeilen voneinander. Sie haben den Tuskar-Felsen schon gerundet und befinden sich auf dem Rückweg – nun allerdings auch in der Flautenregion, in der die Verfolger mit 120, 130 Seemeilen Rückstand festzukleben scheinen.

Jörg Riechers konnte sich am Mittwoch mit seinem Co-Skipper Cédric Château beim Zeitlupen-Segeln immerhin wieder von Rang 13 auf Rang 6 vorarbeiten. Ein großes Vergnügen dürfte diese Regatta auch für den versierten Profi nicht sein. Doch er wird zumindest erste wertvolle Erfahrungen mit seiner werftneuen "Cape Racing Yachts" sammeln können. Und das nächste Rennen mit mehr Wind kommt sicher.

Hier geht es zu den Zwischenständen.


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