Sailing World Cup
"Fast wie auf dem Atlantik"

"Rodeo-Reiten" wäre zwei Tage vor Weltcup-Ende auch eine passende Bezeichnung für die Rennen gewesen. Buhl und Wilhelm auf Medaillenkurs

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 03.04.2014

Jesus Renedo / Sofia Die Athleten hatten vor Palma de Mallorca Schwerstarbeit zu verrichten

Zwei Meter hohe chaotische Wellen und bis zu 25 Knoten Wind stellten die Weltcup-Segler vor Palma de Mallorca am dritten Tage der 45. Trofeo Princesa Sofía auf eine harte Probe. Nur die Besten kamen durch. In der neuen Mixed-Disziplin Nacra 17 wird seit Tagen das Kentern in Serie geübt. Doch auf die deutschen Leistungsträger war sogar in diesen unwirtlichen Bedingungen Verlass.

Laser-Ass Philipp Buhl und und RS:X-Surfer Toni WIlhelm segelten weiter auf der Erfolgswelle und untermauerten ihre konstanten Leistungen mit einstelligen Weltklasse-Ergebnissen. Der WM-Dritte Buhl rangiert zwei Tage vor dem finalen Medaillenrennen auf Platz drei in seiner Goldflotte. Der Sonthofener Sportsoldat berichtete von extrem anspruchsvollen Bedingungen in der Bucht vor Mallorca: "Heute war Alarm auf dem Wasser. Der Wind bläst ja frei in die Bucht rein, die Wellen schlugen hoch. Anfangs war der Wind noch moderat, doch später frischte er auf bis zu 25 Knoten auf. Die Wellen waren bestimmt zwei Meter hoch. Es war ein anstrengender Tag, und ich bin glücklich über meine Ergebnisse. Unsere Rennen waren noch länger als sonst. Wir sind dreimal eine Stunde gesegelt. Das hat gefordert."

Jesus Renedo / Sofia Philipp Buhl hatte die Bedingungen am vierten Tag der Trofeo Princesa Sofía mit "fast wie auf dem Atlantik" beschrieben. Fotograf Jesus Renedo hat die Stimmung eindrucksvoll eingefangen

Toni Wilhelm liegt mit nur vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter und Trainingspartner Byron Kokkalanis bei den Surfern auf Platz vier: "Es läuft super, ich habe keine Probleme. Für morgen wünsche ich mir noch zwei gute Läufe, dann kann das Finale kommen."

Jesus Renedo / Sofia Rasende Surfer: Auf der RS:X-Bahn ging es rasant und anspruchsvoll zu

Wilhelms Teamkameradin Moana Delle, Olympia-Fünfte von London, hat sich nach neun Wettfahrten der RS:X-Surferinnen auf Platz sieben behauptet und beendete den dritten Tag der sechstägigen Serie mit den starken Rängen drei und sechs. Einen großen Satz nach vorn machten Tina Lutz aus Bergen und Susann Beucke aus Strande in der neuen olympischen Frauen-Disziplin 49er FX. Die Kieler-Woche-Siegerinnen waren unbeständig in den spanischen Klassiker gestartet, hatten aber in den letzten fünf Rennen mit der Serie 2-7-3-8-2 das Gaspedal durchgetreten und rückten rasant auf Platz fünf vor. Knapp dahinter sind auch die Berlinerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz gut in den Top Ten platziert. Die Überraschungs-Führenden nach den ersten beiden Tagen, Ann-Kristin und Pia Sophie Wedemeyer aus Duisburg, liegen auf Platz 20.

Martinez Studio / Sofia Nicht nur die Schweizer Nacra-17-Crew hatte alle Hände voll zu tun: Die Bucht vor Palma de Mallorca verlangte den Seglern am Donnerstag alles Können ab

Immer noch auf der Suche nach ihrer Form vom vergangenen Jahr, verbesserten sich die Berliner Titelverteidiger Erik Heil und Thomas Plößel am Donnerstag auf Platz zehn. 51 Punkte Rückstand auf die führenden Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke bedeuten aber auch schon eine kleine Welt – auch im schnellen 49er-Geschäft.


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Themen: Moana DellePalma de MallorcaPhilipp BuhlSailing World CupTina Lutz/Susann BeuckeToni WilhelmTrofeo Princesa SofiaVictoria Jurczok/Anika Lorenz

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