Regatta
Etappensieg und Rang 2 für Telefonica Blue

Bouwe Bekking und sein Team Erste in einer der knappsten Entscheidungen des Volvo Ocean Race - Puma Zweiter

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.12.2008

VOR Hauchdünner Sieg für den Leichtwind-Läufer: "Telefonica Blue" im Ziel in Singapur

Eigentlich sollte es ein Sprint werden. Doch die knapp 2000 Seemeilen von Cochin bis Singapur wurden für die acht Teams zu einem Geduldsspiel - und zu einem Stresstest, den Volvo-Routinier Bouwe Bekking denkbar knapp gewann.

Damit bestätigt sich der Eindruck aus den Inport-Rennen und aus der Vorphase des Volvo Ocean Race, dass "Telefonica Blue" besonders bei leichteren Bedingungen Stärke zeigt. Ein für die Route vielleicht entscheidender Vorteil — denn diese führt durch den Schlenker nach Asien wiederholt durch Schwachwind-Zonen.

WIe eng das Rennen und damit wie groß die mentale Belastung für die Crews war, zeigte sich auf der gesamten Etappe — bis zum Zieleinlauf. "Puma Racing" wurde nur knapp Zweite. Skipper Ken Read sagte: "Auf den letzten 30 Meilen hatten wir gerade mal eine halbe Meile Vorsprung vor "Ericsson 3" und anderthalb Meilen vor "Ericsson 4", als der Wind zulegte. Wir mussten von jetzt auf gleich von einem A3-Gennaker auf die Genua wechseln." Und weiter: "So was wie diese Etappe hab ich noch nie erlebt!"

Auch Bouwe Bekking zeigte sich beeindruckt und erleichtert zugleich nach seinem Sieg auf der Zitter-Etappe. "Wir hatten so ziemlich jede Aufregung, die man sich denken kann: mussten Fischernetzen ausweichen, uns zwischen Schleppern durchwuseln, hatten Hunderte von Frachtern auf unserem Kurs und Wind von null bis 20 Knoten."

In der Schlussphase schmolz der ohnehin geringe Abstand zu den nachfolgenden Booten dramatisch, aber am Ende reichte es. "Wir hätten uns kein besseres Weihnachtsgeschenk wünschen können", meinte der überglückliche Skipper.

Damit ist "Telefonica Blue", die auf der ersten Hochsee-Etappe wegen Ruderproblemen chancenlos war, wieder voll im Rennen und in der Gesamtwertung bis auf 4,5 Punkte an "Ericsson 4" dran, die das Podium knapp verfehlte. Puma bleibt auf Rang drei und in Schlagdistanz.

Und so sah die Gesamtwertung Montagabend 18 Uhr aus:

1 Ericsson 4 - 35.0 (im Ziel)
2 Telefonica Blue - 30.5 (m Ziel)
3 PUMA Ocean Racing - 27.5 (m Ziel)
4 3Ericsson 3 - 23.5 (m Ziel)
5 Green Dragon - 17.5 (noch im Rennen)
6 Telefonica Black - 15.5 (noch im Rennen)
7 Team Russia - 8.5 (noch im Rennen)
8 Delta Lloyd - 8.0 (noch im Rennen)


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Themen: BekkingEricssonHochseePumaRegattaTelefonica BlueVolvo Ocean Race

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