Route du Rhum
Erster im Ziel, aber auch Sieger?

Alex Thomson hat es geschafft und seine angeschlagene "Hugo Boss" als erste Imoca über die Ziellinie gebracht. Aber wird er auch Klassensieger? AKTUALISIERT

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.11.2018
Alex Thomson auf "Hugo Boss" Alex Thomson auf "Hugo Boss" Alex Thomson auf "Hugo Boss"

A. Courcoux / Route du Rhum 2018 Alex Thomson auf "Hugo Boss"

Yvan Zedda / Route du Rhum 2018 Als erster Imoca-Skipper angekommen, aber auch tatsächlich Klassensieger und vielleicht sogar neuer Rekordhalter?

Alex Thomson hat die Ziellinie der Route du Rhum als Erster seiner Imoca-Klasse erreicht. Zu gerne hätte der Brite dabei um 13.10 Uhr deutscher Zeit die Arme in den Himmel über Guadeloupe gereckt und gejubelt, doch beim Zieldurchgang war noch nicht klar, ob Thomson auch tatsächlich diesen ersehnten ersten großen Sieg seiner Karriere würde feiern dürfen.

Screenshot / Tracker Route du Rhum Geschafft: Thomson erreichte das Ziel am 16. November um 13.10 Uhr deutscher Zeit

Yvan Zedda / Route du Rhum 2018 Kämpft mit seinem Foil: Alex Thomson auf "Hugo Boss"

Denn der 44-Jährige hatte in Folge eines Unfall in der Nacht auf Freitag, bei dem die "Hugo Boss" auf felsigen Grund aufgelaufen war und erheblichen Schaden davongetragen hatte, seinen Motor anmachen und zur Rückwärts-Befreiung nutzen müssen. Das ist laut Reglement nicht gestattet. Entsprechend hatte die Wettfahrtleitung die Internationale Jury nach einem Gespräch mit Alex Thomson informiert. Die Jury wiederum hat Protest gegen Thomson eingelegt, wartete aber noch auf die Stellungnahme des Briten, will dann zügig über eine mögliche Zeitstrafe entscheiden.

Für seinen bis zum Auflaufen formidablen Tranatlantik-Ritt hat Thomson auf "Hugo Boss" 11 Tage, 23 Stunden, 10 Minuten und 58 Sekunden gebraucht. Bliebe es bei der Zeit, hätte Thomson einen neuen Imoca-Rekord für die 3500 Seemeilen lange Strecke von St. Malo nach Guadeloupe aufgestellt. Thomson ist nach den beiden Ultime-Stars Francis Joyon ("Idec Sport") und François Gabart ("Macif") sowie dem Multi50-Sieger Armel Tripon erst der vierte Segler, der die Route du Rhum seit ihrem Start am 4. November beenden konnte.

Während der Brite schon im Ziel war, lag sein dichtester Verfolger Paul Meilhat auf "SMA" noch 150 Seemeilen zurück und lieferte sich bei weniger als 20 Seemeilen Differenz ein spannendes Duell mit Yann Eliès auf "Ucar – St. Michel" um Platz zwei. Zu dem Zeitpunkt sah es nicht so aus, als könne der mehr als 100 Seemeilen hinter Eliès zurückliegende Vincent Riou auf "PRB" noch in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen. Was auch für Boris Herrmann gilt, der zuletzt allerdings hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichte und zunächst Platz fünf souverän verteidigte.

Aktualisierung, 16. November, 15.11 Uhr: Die Jury hat entschieden und Alex Thomson mit einer 24-Stunden-Zeitstrafe belegt. Was bedeutet, dass der aktuell auf Platz zwei liegende Paul Meilhat seine verbliebenen 124,7 Seemeilen bis 8:10:58 Uhr absolviert haben muss, um den Briten noch von Platz eins in der Imoca-Klasse zu verdrängen.

Yvan Zedda / Route du Rhum 2018 Darf Alex Thomson heute noch jubeln? Die Jury will ihre Entscheidung schnellstmöglich bekannt geben


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