Die Ocean Fifties stehlen den Ultimes die Finalshow
Klassensiegerin "Primonial" holt die Transat-"Line Honors"

Sébastien Rogues und Matthieu Souben sind im Glück: Die "Primonial"-Crew hat das Transat-Jacques-Vabre-Ziel als erste erreicht – drei Fünfziger im Ziel

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 23.11.2021
Ocean-Fifty-Sieger im Transat Jacques Vabre 2021: Sébastien Rogues und Matthieu Souben auf "Primonial" Ocean-Fifty-Sieger im Transat Jacques Vabre 2021: Sébastien Rogues und Matthieu Souben auf "Primonial" Ocean-Fifty-Sieger im Transat Jacques Vabre 2021: Sébastien Rogues und Matthieu Souben auf "Primonial"

Jean-Marie Liot/Alea Ocean-Fifty-Sieger im Transat Jacques Vabre 2021: Sébastien Rogues und Matthieu Souben auf "Primonial"

Fast wäre der schöne Plan aufgegangen, die schnellsten beiden der vier Transat-Jacques-Vabre-Klassen gleichzeitig im Ziel ankommen zu lassen. Doch am Ende hatten die langsameren Ocean-Fifty-Crews auf ihrem kürzeren Kurs das Windglück auf ihrer Seite. Und so haben sich Sébastien Rogues und Matthieu Souben bei ihrer nächtlichen Ankunft im Ziel vor Fort-de-France auf Martinique nicht nur den Klassensieg, sondern auch die "Line Honors" beim französischen Transatlantik-Klassiker geholt.

Während die führenden Ultime-Giganten auf "Maxi Edmond de Rothschild" am Dienstagmorgen um 7 Uhr noch etwas mehr als 100 Seemeilen ins Ziel zu absolvieren hatten, feierten im karibischen Zielhafen mit den Teams auf "Primonial", "Koesio" und "Leyton" schon drei die schnellsten Ocean-Ffty-Crews ihre Ankunft. Ihr Transatlantikkurs mit Schleife war bei theoretischen 5800 Seemeilen aber auch rund 1700 Seemeilen kürzer gewesen als der 7500-Seemeilen-Marathon, den die schnelleren Ultimes zu absolvieren hatten. Beinahe wäre den Transat-Dirigenten mit der Abstufung der erhoffte Geniestreich gelungen. Das Ziel, die schnellsten Mehrrumpfer beider Divisionen etwa gleichzeitig das Ziel erreichen zu lassen, wurde nur knapp verpasst. Wozu auch eine zuletzt unerwartet flaue Passage für die Ultimes beigetragen hat, die dem Ziel am Dienstagmorgen aber wieder mit knapp 30 Knoten entgegenbretterten.

Jean-Louis Carli/Alea Die siegreichen "Primonial"-Co-Skipper Sébastien Rogues und Matthieu Souben im ersten Interview. Dazu gab es karibisch-frischen Kokusnusssaft

Jean-Marie Liot/Alea Platz zwei holten Erwan Le Roux und Xavier Macaire ihrem Ocean Fifty "Koesio"

Jean-Marie Liot/Alea Platz drei sicherten sich die "Leyton"-Co-Skipper Sam Goodchild und Aymeric Chapellier

Nun werden zuerst die Ocean Fifties auf Martinique gefeiert. Dort gab es zu den nächtlichen Interviews frische Kokusnussmilch zu trinken und viel Beifall für das Top-Trio, das sich beim Sprung über den großen Teich nichts geschenkt hatte. Das Rennen machte schließlich die "Primonial"-Crew in 15 Tagen, 13 Stunden, 27 Minuten und 14 Sekunden. Nur rund zweieinhalb Stunden später segelten Erwan Le Roux und Xavier Macaire mit ihrer "Koesio" nach 15 Tagen, 15 Stunden, 55 Minuten und 12 Sekunden ins Ziel und auf Platz zwei. Das Podest-Trio machten der Brite Sam Goodchild und Aymeric Chapelier auf "Leyton" weitere eineinhalb Stunden später komplett. Hier geht es zum Klassement der Ocean Fifties (bitte anklicken!) .

Jean-Louis Carli/Alea Vom Mond karibisch erleuchtet: die Zielankunft der "Primonial"-Crew

Die Ocean-Fifty-Sieger beendeten ihren auf dem Papier 5800 Seemeilen langen Kurs mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,4 Knoten; tatsächlich aber absolvierte die Crew 6536,56 Seemeilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,5 Knoten. Vom karibisch leuchtenden Vollmond glänzend in Szene gesetzt, erreichten Seb Rougues und Matthieu Souben das Ziel als erste von insgesamt 150 Booten in vier Transat-Divisionen. Ihr persönliches Bordfest begann direkt nach dem Passieren des Diamond Rocks im Süden von Guadeloupe. Skipper Seb Rogues sagte: "Wir sind glücklich! Wir haben alles gegeben, nichts zurückgehalten. Das hat sich ausgezahlt! Es war ein Vergnügen, 15 Tage mit Matthieu auf diesem Boot zu verbringen. Wir haben genau das gleiche Konzept vom Navigieren, sind immer auf einer Wellenlänge." Weiter erzählte Rogues: "Wir haben das Ziel mit einem Boot ohne Schäden erreicht. Da ist nichts. Vielleicht haben wir eine Stiftkappe verloren. Das sind ziemlich seltene Momente, die wir gerade erleben. Wir werden sie genießen und genießen." Sein Co-Skipper Matthieu Souben sagte: "Diese Schachpartie auf dem Atlantik hat in Ouessant begonnen. Das war sehr früh. Wir haben sehr viel Energie investiert und sind nun sehr glücklich."

Mit "Leyton"-Co-Skipper Sam Goodchild ist immerhin ein Nicht-Franzose aufs Podium gesegelt. Für seine Crew mit Aymeric Chapellier war es das erste Transat auf einem Ocean Fifty und damit ein großer Erfolg, auch wenn dem Duo am Ende nicht viel zum Sieg fehlte. Die knappen Zieldurchgänge zeigen, wie spannend das Rennen in dieser Division zuging. Zu Tracker und Überblick, wie nah die anderen drei Divisionen dem Ziel am frühen Dienstagmorgen waren, geht es hier (bitte anklicken!)

Initiatives Cœur/TRansat Jacques Vabre Einen Gruß zu diesem Tag der vielen Zielankünfte schickte "Initiatives Cœur"-Skipperin Sam Davies, die im Imoca-Feld auf Platz fünf lag und am frühen Dienstagmorgen mit Nicolas Lunven noch rund 1400 Seemeilen vor sich hatte. Der Fliegende Fisch in Davies Hand deutet an, dass die Britin am liebsten auch ins Ziel fliegen würde. Für die Imoca-Spitzenreiter Thomas Ruyant und Morgan Lagravière war zeitgleich mit 700 Seemeilen ins Ziel nur noch die Hälfte der Distanz zurückzulegen


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Themen: Transat Jacques Vabre

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