Regatta-News
Erste Sieger bei der Kieler Woche

Lux für Olympia nominiert

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 22.06.2004

C. Beeck Flying-Dutchman-Action

Den dänischen Brüdern Jacob und Jörgen Bojsen-Möller ist der Sieg bei der 122. Kieler Woche im Flying Dutchman nicht mehr zu nehmen. Insgesamt vier
der sechs bisher gesegelten Wettfahrten konnte das dynamische Dänen-Duo als Siegerpaar beenden und führt damit uneinholbar vor der deutschen Mannschaft Jörn Borowski und Andreas Berlin (beide Rostock).

Bei den 505ern ist dagegen Kopfrechnen angesagt: Eigentlich ist der Gesamtsieg dem ehemaligen Weltmeister in der olympischen 470er-Klasse, Wolfgang Hunger, nicht mehr zu nehmen. Im sechsten Rennen gab es für den Kieler Hunger und seinen Eckernförder Vorschoter Holger Jess den dritten Sieg. Aber zumindest rechnerisch haben die drittplatzierten Franzosen Philippe Boite und Fabrice Toupet noch eine Chance, die beiden einzuholen.

Für Hunger wäre es der insgesamt 14. Sieg bei der Kieler Woche, einen Sieg mehr hat bisher nur der Duisburger Segelprofi Gerd Eiermann vorzuweisen, der in diesem Jahr aber wegen eines Motorradunfalls nicht gestartet ist.

Auch bei den Drachen ist schon eine erste Entscheidung gefallen: Der Felca-Preis, eine der begehrtesten Trophäen, die im Rahmen der Kieler Woche verliehen werden, muss diesmal nicht extra in einem Match-Race ausgesegelt werden. Die dänische Crew von Jörgen Schoenherr hat das erste und das dritte Rennen bei den Drachen gewonnen und steht damit als Felca-Preis-Gewinner fest. Natürlich führt diese Mannschaft nach den ersten fünf Rennen auch die Gesamtwertung an.

Apropos Drachen: Die Teilnehmerliste in dieser Bootsklasse liest sich wie ein Who’s who vergangener Tage des Segelsports: Harm Müller-Spreer, derzeit auf dem zweiten Rang, hat sich Vincent Hoesch und Gunnar Bahr ins Boot geholt, Thomas Müller, auf dem dritten Rang, hat unter anderem Marcus Wieser an Bord, und auf dem fünften Platz liegt Achim Griese mit der talentierten Starboot-Crew Michael Koch und Markus Koy.

"Vor zehn Jahren bin ich hier einfach in den Drachen gehüpft und habe gewonnen, das wäre heute nicht mehr möglich", räumt Griese, Starboot-Silbermedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1984 vor Los Angeles, ein: "Das Niveau in unserer Klasse ist zurzeit sehr, sehr hoch."

Zwei Tage vor Beginn ihrer Kieler-Woche-Wettfahrten hat die Hängepartie für Surferin Amelie Lux endlich ein Ende. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) hat die Silbermedaillen-Gewinnerin von Sydney 2000 am gestrigen Montag dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) zur Nominierung in der Mistral-One-Design-Klasse für die Spiele in Athen vorgeschlagen. Das bestätigte DSV-Präsident Dierk Thomsen während der Kieler Woche.

Vorausgegangen war ein Schreiben des Welt-Segelverbandes (ISAF), das per Fax um 16.40 Uhr einging. Der Verband hatte eine Beschwerde von Romy Kinzl gegen das Endergebnis der Weltmeisterschaften zurückgewiesen. Die Berlinerin hatte am grünen Tisch noch die Fahrkarte nach Griechenland erzwingen wollen.

"Ich bin froh, dass die Ungewissheit nun ein Ende hat", meinte die 27-jährige Lux anschließend. Mit der Kieler Woche auf ihrem Heimatrevier hofft Lux nun endgültig einen Schlussstrich unter die Hängepartie ziehen zu können. "Im Juli will ich mich dann in Athen auf dem Olympiarevier in Ruhe intensiv auf die Spiele vorbereiten", so Lux.


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Themen: Kieler Woche

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