Barcelona World Race
Erbitterte Kämpfe, verrücktes Wetter

"It sucks", kommentiert Dee Caffari die derzeitige Wetterkonstellation. Immer wieder wechselten sich starke Winde und bleierne Flauten ab

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 01.02.2011

barcelonaworldrace.org Immer noch an der Spitze: Loick Peyron und Jean-Pierre Dick

Boris Herrmann und Ryan Breymaier konnten an Bord ihrer "Neutrogena" gestern bis auf 40 Meilen an "Mirabaud" herankommen – doch dann bremste eine neue Flaute ihre Fahrt aus. Zur Zeit liegen sie erneut 80 Meilen zurück.

Gestern Abend twitterte Herrmann auf seiner Website, dass sie erneut die Verfolgungsjagt aufgenommen haben: "Nach der großen Ausbremsung haben wir nun wieder etwas Wind gefunden. Was für eine Erleichterung! Was für ein Tag. Es nervt, erst gut dabei zu sein und dann plötzlich wieder 10 Meilen pro Stunden auf 'Mirabaud' zu verlieren." Ryan Breymaier berichtet von Bord, dass ihm die imposante, aber zugleich wirre See imponiert: "So eine chaotische See ist unvorstellbar. Einen Moment lang siehst du eine Welle hinter dir, so hoch wie der Mount Everest – den nächsten Augenblick ein Loch, so tief wie der Grand Canyon." Beim Surf von den Wellen gerät das Schiff immer wieder ins Schlingern, weshalb die beiden die Segelfläche reduziert haben, um direkten Kurs steuern zu können. Ryan nimmt es mit Humor: "Wie schön wäre es, wenn wir mal einen typischen Tag im Southern Ocean erleben könnten. Irgendwann vielleicht einmal …"

barcelonaworldrace.org Gut gelaunt: Boris Herrmann und Ryan Breymaier auf der "Neutrogena"

Auch an der Spitze des Feldes wird mit dem Wetter gekämpft. Jean-Pierre Dick und Loick Peyron versuchen, das Ice-Gate nahe den Crozet-Inseln noch vor Ankunft eines großen Tiefdruckgebietes zu erreichen. In der letzten Nacht wurden jedoch auch sie durch leichte Winde ausgebremst, segelten nur einen Schnitt von etwa 5 Knoten. "Mapfre" nutzte die Chance, um auf 520 Meilen an die Führenden heran zu kommen.

Ein paar Meilen weiter westlich lieferten sich "Estrella Damm" und "Groupe Bel" erbitterte Kämpfe um den dritten Platz. Beide segeln 10 bzw. 10,5 Knoten und liegen nur 7 Meilen auseinander.

barcelonaworldrace.org Verstreut: Das Feld

"Hugo Boss" ist aus seiner Position am weit am Ende des Feldes frei gebrochen und hat sich übers Wochenende auf Platz neun gekämpft. Zeitweise waren sie in den letzten Stunden das schnellste Boot, segelten im Schnitt 14,3 Knoten. Jetzt melden sie nur noch 10,6 Knoten. Wouter Verbraak hat eine Taktik, was die abwechselnden Flauten und Starkwindphasen angeht: "Wenn uns der Wetterbericht nicht gefällt, pfeifen wir drauf, trinken einen Tee und sehen zu, dass wir trotzdem so schnell wie möglich voran kommen."

Boris berichtet und twittert regelmäßig live von Bord auf www.borisherrmannracing.com .

Allgemeine Infos zum Rennverlauf finden Sie auf www.barcelonaworldrace.org .


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Themen: Barcelona World RaceBoris HerrmannHugo BossNeutrogena

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