Blue Ribbon Cup
Einmal Kopenhagen und zurück

Die Regatta Kiel–Kopenhagen–Kiel war trotz flauer Wetterprognosen gut besucht. Zur 14. Auflage des Rennens gingen 29 Yachten an den Start

  • Bendix Hügelmann
 • Publiziert am 26.08.2013

KYC ORC-Klasse-II-Yachten am Start zur Rückregatta vor Kopenhagen. Der Blue Ribbon Cup richtet sich explizit an ambitionierte Fahrten- und Regattacrews gleichermaßen

Flau, flau und nochmals flau – das waren die Bedingungen der diesjährigen Auflage des Blue Ribbon Cup. Vor allem die Hinregatta von Kiel nach Kopenhagen stellte die Teilnehmer auf eine zähe Geduldsprobe: "Aufgrund des extrem schwachen Windes mussten zwei Yachten die Wettfahrt nach Kopenhagen abbrechen", berichtet Felix Weidling vom ausrichtenden Kieler Yacht-Club. Dennoch ist der Regattasekretär des KYC zufrieden: Mit 29 Teilnehmern zeigt sich die Flotte stabil. Die Bandbreite der Yachten war dabei gewohnt groß: Von ausgewiesenen Rennyachten wie der Elliott 52 SS (das "ss" steht für "Super Sport") "Outsider" über die Jugendyacht des STG "One4All" bis hin zum moderaten Cruiser/Racer vom Schlag Comfortina oder Hanse ging vor Düsternbrook alles an den Start, was segelbegeistert und ORC-Club vermessen war. Bei einer Langstrecke von jeweils ca. 175 Seemeilen keine Selbstverständlichkeit.

Bewährtes Konzept für Familien und Freunde

Der Blue Ribbon Cup wird seit 1998 in Kooperation zwischen dem Kieler Yacht-Club und dem Königlich Dänischen Yachtclub ausgerichtet. Je nach Wetterlage führt der Kurs die teilnehmenden Yachten nördlich herum um Seeland nach Kopenhagen zum Etappenziel im Tuborg-Hafen. Dort ist ein Zwischenstopp vorgesehen, der Crews und Familien die Möglichkeit zum Austausch, Sight-Seeing und Shopping bietet. Auf der Rückregatta von Kopenhagen nach Kiel segeln die Yachten dann südlich um Seeland herum, sodass nach erfolgreicher Rückkehr in Düsternbrook ein imaginäres Band um Seeland im Kielwasser liegt, dem die Regatta ihren Namen verdankt.

Geduldsprobe im Großen Belt

"Da treibt man jetzt so im Großen Belt. Was treiben wir hier eigentlich?", schrieb ein Regattateilnehmer der Facebook-Gruppe der Regatta und brachte damit die Gemütslage der Segler in Anbetracht der Windbedingungen auf den Punkt: Wettfahrtleiter Eckart von der Mosel sah sich angesichts der schwachwindigen Großwetterlage nach 24 Stunden gezwungen, das Rennen vorzeitig zu beenden, da sonst keine der Yachten innerhalb des obligatorischen Zeitlimits das Ziel beim Tuborg-Hafen erreicht hätte. "Solche Bedingungen hat es seit 2006 nicht mehr gegeben", so von der Mosel. Der Stimmung unter den Seglern tat die Bahnverkürzung angesichts hochsommerlicher Temperaturen jedoch keinen Abbruch. Bei Hot Dog und Dosenbier blieb ausgiebig Zeit, um zu klönen und die Ereignisse der Hinregatta Revue passieren zu lassen. Die Sieger in den drei ORC-Club-Klassen hießen in Klasse I "Leu" (J/V 45, Albert Schweizer), in Klasse II "Lutzifer" (Bavaria 38 Match, Martin Lutz) und in Klasse III "JuxBox" (X-382, Jan Meincke).

Frische Brise für den Rückweg

Zum Start der Rückregatta nach Kiel dann ein erfreulicheres Bild: Ein schöner Ostwind um 4 Beaufort bescherte den Yachten eine versöhnlich schnelle Rückreise. Den schnellsten Ritt hatte dabei die Elliot 52 SS "Outsider" von Tilmar Hansen: Sie absolvierte die 147 Seemeilen von Kopenhagen über Gedser nach Kiel in 11 Stunden, 31 Minuten und 26 Sekunden. Der Canting-Keeler kam damit nicht nur auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 13 Knoten, sondern siegte darüber hinaus auch berechnet in Klasse 1 mit einer knappen Stunde Vorsprung vor der Zweitplatzierten "Uijuijui" (Rainbow 42, Dr. Friedrich Hausmann). In Klasse II siegte mit der "Ginkgo" (Prima 38, Dirk Clasen) ein Gast von der Elbe, während in Klasse III die Comfortina 39 "Penta" von Uli Amann Kiel als Erste gesegelt und berechnet erreichte.

Des Weiteren wurden folgende Preise verliehen:

KDY-Trohpy für die beste Yacht nach ORC der Wettfahrt Kiel–Kopenhagen. Gewonnen von "Lutzifer", Martin Lutz, KYC

Den Steuermannspreis von 1970 für die erste Yacht im Ziel in der Wettfahrt Kiel–Kopenhagen. Gewonnen von "Outsider", Tillmar Hansen, KYC

KYC-Trophy für die beste Yacht nach ORC der Wettfahrt Kopenhagen–Kiel. Gewonnen von "Outsider", Tillmar Hansen, KYC

Den R.T. Dixon Challenge Cup für den Kaiserlichen Yacht Club 1912 für die beste Yacht nach ORC über alles (die berechneten Zeiten der beiden Wettfahrten werden addiert). Gewonnen von "Outsider", Tillmar Hansen, KYC

Der Carl-Grage-Gedächtnispreis von 1957 für die erste Yacht im Ziel (die gesegelten Zeiten der beiden Wettfahrten werden addiert). Gewonnen von "Outsider", Tillmar Hansen, KYC

Hot Dog in Tuborg-Havn

6 Bilder

Austausch unter den Seglern, Wurst und Dosenbier. Gutes kann so einfach sein.


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