Starparade für das 49. Rolex Fastnet Race
Die schnellsten Boote der Welt am Start

Nach der packenden Vendée Globe und dem America's-Cup-Spektakel kündigt sich kurz nach Olympia für den Sommer ein weiteres aufregendes Gipfeltreffen an…

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 06.05.2021
Die Titelverteidiger in der Ultim-Klasse sind wieder am Start: Charles Caudrelier und Franck Cammas sind trotz starker Konkurrenz auch 2021 das Maß der Dinge im Rolex Fastnet Race Die Titelverteidiger in der Ultim-Klasse sind wieder am Start: Charles Caudrelier und Franck Cammas sind trotz starker Konkurrenz auch 2021 das Maß der Dinge im Rolex Fastnet Race Die Titelverteidiger in der Ultim-Klasse sind wieder am Start: Charles Caudrelier und Franck Cammas sind trotz starker Konkurrenz auch 2021 das Maß der Dinge im Rolex Fastnet Race

Eloi Stichelbaut - polaRYSE / Gitana S.A. Die Titelverteidiger in der Ultim-Klasse sind wieder am Start: Charles Caudrelier und Franck Cammas sind trotz starker Konkurrenz auch 2021 das Maß der Dinge im Rolex Fastnet Race

Erst die Imocas, dann die foilenden America's-Cup-Einrumpfyachten, nun die Ultimes. Die schon über rund drei Jahrzehnte entwickelte, stark französisch geprägte Klasse der gigantischen Trimarane trägt ihren Namen aus gutem Grund, versprechen die Boote doch das ultimative Geschwindigkeitspotenzial auf der Jagd nach neuen Rekorden. Einer davon ist die Fastnet-Bestmarke, die bei der 49. Auflage des britischen Langstrecken-Klassikers in diesem Sommer gleich mehrere Crews auf ihren futuristischen Flugmaschinen im Visier haben. Angekündigt für die Teilnahme am Rolex Fastnet Race 2021 haben sich fast eine Handvoll Teams mit ihren 32 Meter langen und 23 Meter breiten Mehrrumpfern der Superlative. Sollten die Bedingungen mitspielen und den Speed-Königen die passenden Winde bescheren, dann sind die Crews imstande, das Rennen binnen eines Tages zu absolvieren! Und das, obwohl das Fastnet-Rennen auf seinem neuen Kurs mit 695 Seemeilen sogar knapp 90 Seemeilen länger ist als der bisherige Kurs. Erstmals geht es in diesem Jahr vom klassischen Starthafen Cowes rund Fastnet-Felsen in der Irischen See in den für zwei Auflagen gewählten französischen Zielhafen Cherbourg-en-Cotentin in der Normandie und nicht nach Plymouth.

Unvergessen ist das letzte Fastnet-Duell zwischen "Macif" mit Vendée-Globe-Star François Gabart und America's-Cup-Ass Jimmy Spithill auf der einen und "Maxi Edmond de Rothschild" mit den Co-Skippern Charles Caudrelier und Franck Cammas auf der anderen Seite. Letztere konnten das Blatt 2019 kurz vor dem Ziel noch zu ihren Gunsten wenden, steuerten die Ziellinie mit besserem Winkel an und machten das Rennen mit nur 58 Sekunden Vorsprung im Ziel. So spannend könnte es wieder werden, wenn vier Tage nach dem letzten olympischen Medaillenrennen (4. August) in Japan am 8. August der Startschuss zum 49. Rolex Fastnet Race seit der Premiere 1925 im Südwesten Englands fällt. Damals waren sieben Boote dabei. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter der bekanntesten und größten Langstrecke der Segelwelt eine Rekordflotte von 400 Booten.

Die beiden Top-Boote der 48. Auflage werden wieder dabei sein. "Macif" wurde von Team Actuel gekauft, das vor zwei Jahren auf der Vorgängerin Platz vier ersegelt hatte. Die ehemalige "Macif", jetzt als "Actuel Ultim 3" unterwegs, hat die Werft in ihrem neuen Kleid erst vor wenigen Tagen verlassen. Das Basiscamp von Skipper Yves Le Blevec und seinem Team befindet sich in La Trinité-sur-Mer. Von dort aus haben sie das Training aufgenommen und machen sich mit ihrer neuen Riesin vertraut. Le Blevecs erste Erkenntnisse beim Vergleich des neuen mit dem früheren Boot: "In leichten Winden ist es ähnlich. Auch in starken Winden und hohen Wellen ist der Unterschied nicht sehr groß. Aber bei mittleren Bedingungen ist das Boot zehn bis 15 Prozent schneller." Das Fastnet Race reizt Le Blevec sehr: "Es ist wie ein Monument, ein sehr ikonisches Rennen. Jeder Segler kennt das Fastnet Race. Es ist eine Messlatte für jeden im Segelsport."

Ronan Glatt/ronangladu.com Yves Le Blevec und sein Team machen sich gerade mit ihrer "Actual Ultim 3" vertraut. Die Ex-"Macif" befindet sich nach ihrem Refit bereits im Test- und Trainingsbetrieb

Charles Caudrelier und Franck Cammas sehen es ganz ähnlich. Beide Franzosen haben schon ein Volvo Ocean Race als Skipper gewinnen können, zählen längst zu den Großen ihres Sports. Sie sind mit ihrer "Maxi Edmond de Rothschild" schon länger vertraut und haben das Boot stark weiterentwickelt – ein Vorteil. Und sie starten mit einem neuen Foil-Paket in die Saison. Caudrelier sagt: "Die Verbesserungen, die wir in den vergangenen beiden Jahren vorgenommen haben, waren erheblich." Der Trimaran kann leicht 30 bis 40 Knoten durchschnittliche Bootsgeschwindigkeit erreichen. Und mehr. Die Crew könnte das Rolex Fastnet Race binnen 24 Stunden beenden und in Cherbourg festmachen.

Neben Le Blevecs Angriff bekommen es Caudrelier und Cammas vom Gitana-Team voraussichtlich mit weiteren imposanten Ultimes zu tun: Ebenfalls frisch aus der Werft ist die brandneue "Banque Populaire XI" von Armel Le Cléac'h. Das Team hat jedoch signalisiert, dass es nur am Fastnet-Rennen teilnehmen wird, wenn die geplanten Arbeiten und Entwicklungsschritte das erlauben. Dazu kommt in den kommenden Wochen die neue Ultime für François Gabart. Während der Meistersegler noch nach einem Sponsor für seine neue Kampagne Ausschau hält, gibt es kaum jemanden, der am Erfolg dieser Mission zweifelt. Der 38-Jährige zählt zu den talentiertesten und erfolgreichsten Soloseglern und Rekordjägern seiner Zeit.

Verständlich ist, dass sich die vielen Franzosen in der Königsklasse des Fastnet-Rennens auf den neuen Zielhafen Cherbourg freuen. Charles Caudrelier sagt: "Jedes Mal, wenn ich da war, war es ein schönes Finale. Die Menschen werden sehr glücklich sein, ein Ereignis wie das Fastnet zu haben. Einige Leute mögen nicht ganz so glücklich darüber sein, dass der Zielhafen nach Cherbourg verlegt wurde, aber ich denke, dass sie nach der ersten Auflage ihre Meinung ändern werden. Wenn die Bars geöffnet sind, ist es ein hübscher Ort für das Finale. Und das Essen ist ganz sicher besser." Sprach der Franzose und lächelte.

Eloi Stichelbaut - polaRYSE / Gitana S.A. Gitanas Co-Skipper Charles Caudrelier (r.) und Franck Cammas blicken der Saison gut gelaunt entgegen


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Themen: Rolex Fastnet Race

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