Ehrung
Ein Teenager ist Weltsegler des Jahres

Der dreimalige Opti-Weltmeister Marco Gradoni ist der jüngste Rolex Weltsegler des Jahres. Laser-Radial-Dominatorin Anne-Marie Rindom feiert mit ihm

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 30.10.2019
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World Sailing Weltsegler des Jahres 2019

Es war ein ungewöhnliches Paar, das in der vergangenen Nacht bei der Wahl der Weltsegler des Jahres 2019 im Rampenlicht stand: Die 28-jährige zweimalige Laser-Radial-Weltmeisterin Anne-Marie Rindom aus Dänemark und der erst 15 Jahre junge Doppel-Opti-Weltmeister Marco Gradioni sind die Besten ihrer Zunft. Mit Gradioni wählten Öffentlichkeit und Jury den jünsten Segler bei der 26. Edition der Wahl, die bei ihrer Premiere im Jahr 1994 Sir Peter Blake mit Robin Knox-Johnston und die spanische 470er-Olympiasiegerin Theresa Zabell gewonnen hatten. Erst einmal in einem Vierteljahrhundert hatte sich mit Jochen Schümann 1996 nach dessen Olympiasieg (dem letzten für den deutschen Segelsport bis heute) ein GER-Steuermann durchsetzen können. Rekordsieger ist der britische viermalige Olympiasieger Sir Ben Ainslie mit ebenso vielen Titeln als Rolex Weltsegler des Jahres.

Hier noch einmal alle Kandidaten im Überblick. Was zeigt, dass sich der erst 15 Jahre alte Marco Gradoni bei der Wahl gegen Größen des Sports wie 470er-Olympiasieger Mathew Belcher oder Seesegel-Haudegen Francis Joyon durchsetzen konnte

Nun hat sich ein Teenager in die prominent besetzte Liste eingereiht, den Experten schon lange als Jahrhundert-Talent im Visier haben. Als erster Segler in der Geschichte der Kinder- und Jugendbootsklasse Optimist konnte der Italiener bereits drei Weltmeisterschaften gewinnen. Mehr noch: Gradoni hat jede einzelne Regatta gewonnen, an der er seit September 2018 teilgenommen hat! Bei den letzten Welttitelkämpfen im Karibikrevier vor Antigua zeigte er 250 Konkurrenten nur sein Heck. Bei der Ehrung sagte der Schüler: "Für mich ist ein Traum wahrgeworden, dass ich hier in Bermuda mit den besten Seglern der Welt zusammensein darf. Auf der Liste der vorherigen Gewinner stehen die berühmtesten Leute des Segelsports. Zu ihnen zu gehören, das ist wirklich unglaublich. Ich weiß, dass ich mich weiter auf meine Ziele fokussieren muss. Das ist wichtig. Ich bin sprachlos, dass dieser Traum wahrgeworden ist. Was für eine Ehre für mich. Ich habe 2017 viel gewonnen. Und in den vergangenen zwölf Monaten alles. Ich möchte meiner Mutter dafür danken, dass sie mich unterstützt."

World Sailing Verbandspräsident Kim Andersen gratuliert dem neuen Weltsegler des Jahres: Marco Gradoni

Die Wahl der neuen Weltseglerin des Jahres kam wenig überraschend: Die dänische Doppel-Weltmeisterin Anne-Marie Rindom hat ihre Olympia-Disziplin zuletzt dominiert. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen 2020 hat sie es geschafft, erst mit Laser-Radial-Olympiasiegerin Marit Bouwmeester gleich- und dann an ihr vorbeizuziehen. Mit Siegen beim Mallorca-Klassiker Troféo Princesa Sofía, bei der Weltcup-Regatta in Genua und dem EM-Titel untermauerte sie ihre aktuellen Superkräfte. Ihr Kommentar zur Auszeichnung: "Rolex Weltseglerin des Jahres zu werden und nun auch auf der Liste der Legenden zu stehen, das ist wirklich toll und für mich eine große Ehre. Es hat mir schon viel bedeutet, dass ich überhaupt nominiert wurde und hier sein durfte…"

Der 11th-Hour-Racing-Nachhaltigkeitspreis ging am Abend in Bermuda, wo sich die Mitglieder des Weltseglerverbandes zur Jahrestagung eingefunden haben, an das Projekt The Green Blue der britischen Royal Yachting Association (RYA), das außergewöhnlich viele Segler mit praktischen Hilfestellungen zu Umweltaktionen motiviert. Zum Hempel-Team des Jahres wurde die Crew der "Wizard" von David und Peter Askew gewählt. Das Team konnte sich bei der Wahl knapp gegen Ernesto Bertarellis Team Alinghi, das australische SailGP-Team um Olympiasieger Tom Slingsby und die australische "Wild Oats XI" durchsetzen. Mit Siegen bei der RORC Caribbean 600 Trophy, beim West to East Transat Race und beim Rolex Fastnet Race konnte die "Wizard"-Mannschaft auf der Volvo Open 60, die 2011/12 das Volvo Ocean Race als "Groupama" gewonnen hatte, gegen die prominente Konkurrenz durchsetzen. Den Preis nahm für die Eigner Wizard-Navigator und Animations-Superhirn Stan Honey entgegen.

Was der Ocean-Race-Segler nach dem Fastnet-Rennen zu sagen hatte. Der Sieg bescherte seinem Team die Mannschaft-Trophäe bei der Wahl der Weltsegler des Jahres

Den Goslings-Preis für das beste Boot des Jahres räumten die hochgezüchteten F50-Katamarane ab, die im SailGP von Russell Coutts und Larry Ellison um die Tonnen rasen. Die Hightech-Geschosse haben durch ihren Refit im Vergleich zu ihrem Einsatz im letzten America's Cup eine 15-prozentige Steigerung des Leistungsvermögens erfahren. Drei der Zweirumpfer wurden überarbeitet, drei weitere neu gebaut. Die Trophäe nahm mit SailGP-"Vater" Russell Coutts einer der erfolgreichsten Akteure der Segelsportgeschichte von World-Sailing-Vizepräsident und Starboot-Olympiasieger Torben Grael entgegen.

World Sailing Der Mann in der Mitte ist der neue eSailing-Weltmeister: Filippo Lanfranchi aus Italien freut sich auch über seinen Preisgeld-Scheck

Eine WM-Trophäe wurde am langen Siegerabend auch überreicht: "Velista11" hat die eSailing-Welttitelkämpfe auf Bermuda gewonnen. Der Top-Akteur des eSegelsports hatte sich im Finale auf Bermuda erst am Morgen vor der Preisverleihung gegen die sieben internationale Konkurrenten durchgesetzt. Der reale Name des virtuell so virtuos agierenden Akteurs, der auch im realen Leben gern segelt: Filippo Lanfranchi.

World Sailing Das Finale der eSailing-Weltmeisterschaft fand bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes auf den Bermuda statt


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Themen: Anne-Marie RindomBermudaMarco GradioniWeltseglerverband

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