Weltumsegelung
Ein Ozean voller Hoffnungen

In Kopenhagen hat die "Oceans of Hope" abgelegt. Erstmals wollen an MS erkrankte Segler die Welt umrunden und auch die Kieler Woche besuchen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 15.06.2014

onEdition "Oceans of Hope" startet in Kopenhagen in ihre Weltumseglung

Die dänische Yacht "Oceans of Hope" hat am Wochenende den Amaliehaven in Kopenhagen in ganz besonderer Mission verlassen: Erstmals segelt eine Crew aus an Multipler Sklerose (MS) erkrankter Segler um die Welt. Ihren ersten Zwischenstopp legen die segelnden Botschafter pünktlich zur weltgrößten Regatta, der Kieler Woche, vom 19. bis 22. Juni in Kiel ein.

onEdition Die Crew der "Oceans of Hope" kommt zuerst nach Kiel und besucht die Kieler Woche

Die "Oceans of Hope" ist das Flaggschiff einer Kampagne gleichen Namens, hinter der die "Sailing Sclerosis Foundation" steht. Ziel der 17-monatigen Kampagne ist es, die Wahrnehmung für die Krankheit MS zu verändern. Weltweit leiden etwa 2,5 Millionen Menschen an MS, die man auch die "Krankheit der 1000 Gesichter" nennt. In Deutschland kämpfen etwa 130.000 Menschen mit der entzündlichen Erkrankung der Nervensystems und ihren ganz unterschiedlichen Auswirkungen. Die Segler auf der "Oceans of Hope" wollen zeigen, wie Menschen mit einer chronischen Krankheit durch den Segelsport dazu beflügelt werden können, ihre individuellen Herausforderungen zu meistern.

onEdition Zählt zu den an MS erkrankten Seglerinnen und Seglern an Bord der "Oceans of Hope": Marie Stjernholm

Die Crew rekrutiert sich aus an MS erkrankten Frauen und Männern, die in Dänemark ein aktives Netzwerk aufgebaut haben und schon zuvor in kleineren Gruppen zusammen gesegelt sind. Während ihrer in 20 Häfen geplanten Veranstaltungen wollen die Segler ihr Netzwerk weltweit ausbauen und auch ihre Kontakte zur internationalen Segelwelt verstärken.

onEdition "Oceans of Hope"-Skipper Kristian Bo Echwald Hansen

Die Route führt das Team zunächst von Kopenhagen nach Kiel und dann weiter nach Amsterdam (26. - 29. Juni), Portsmouth (3. bis 6. Juli), La Rochelle (10. bis 14. Juli) und Lissabon (25. Juli bis 2. August). Nach der Transatlantik-Passage soll die "Oceans of Hope" etwa am 8. September Boston in den USA erreichen und von dort aus ihre Reise um den Globus fortsetzen.

Die Initiative und das Segelprojekt hat Dr. Mikkel Anthonisen ins Leben gerufen. Der 47-Jährige MS-Spezialist am Universitätskrankenhaus in Kopenhagen ist Arzt, Physiotherapeut und Segler und arbeitet seit vier Jahren mit an MS erkrankten Patienten. Er hat die Segelinitiative gegründet, nachdem er 2013 einen MS-Patienten kennenlernte, der vor dem Ausbruch seiner Krankheit gesegelt war. Anthonisen ermunterte den Schmied, das alte Hobby wieder aufzunehmen und auf diese Weise gegen seine Depression anzukämpfen. Das war der Startschuss für ein Projekt, dass nun die ganze Welt und ihre Ozeane voller Hoffnungen erobern will.

onEdition Der glückliche "Vater" der Vorbild-Initiative: Dr. Mikkel Anthonisen


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